weihnachtliche schweinereien: das christkind ist gekommen

November/Dezember 2007

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Beitrag#11von MisterMarpel » 29. Nov 2007 01:35

Ohne prokant zu wirken, bin ich der Meinung, dass man auch einfach lesen und vergessen könnte.
Ich habe es gelesen, bin weder schockiert, noch gelangweilt, sondern nur unentschlossen darüber, was uns der Autor sagen will.

Da es mir wenig zusagt, halte ich mich einfach zurück.
MisterM
Zuletzt geändert von MisterMarpel am 29. Nov 2007 10:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag#12von Melusine » 29. Nov 2007 01:58

Hi, ich finde nicht, dass es "eindeutig in Richtung Schadenfreude zielt". Ich gebe offen zu, dass ich schadenfroh die erwartbaren Reaktionen in jenem anderen Forum genossen habe, aber das hätte ich vielleicht besser für mich behalten. Jedenfalls hat MisterMarpel recht: Man kann das lesen und wieder vergessen, wenn es einem nix sagt. Sooo provokant ist es doch gar nicht.

Ich find's übrigens auch ohne Spießbürgerreaktionen amüsant. Wahrscheinlich habe ich einen schlechten Geschmack ;).
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Beitrag#13von NDK » 29. Nov 2007 08:59

@ Melusine

Apropos Spießbürgerreaktionen:

Wer provoziert, muss immer damit rechnen, dass jemand dagegen hält. Das hat nichts damit zu tun, ob einer ein Spießer ist oder nicht. (Was auch immer das sein mag, ein Spießer.)
Es gibt Leute, für die ist Weihnachten nun mal ein Fest, um das sich schöne Kindheitserinnerungen ranken. Warum soll man ihnen diese Erinnerungen ohne Not kaputt machen?

Wer den Text so toll findet, sollte sich lieber mal fragen, was er mit ihm selbst zu tun hat, statt in den kritischen Lesern die Spießer zu vermuten.

Kennst Du diesen berühmten Satz aus den Werbefilmen einer Bausparkasse:
"Du Papa, wenn ich groß bin, will ich auch mal Spießer werden...“
Genau so ist das nämlich: Es ist alles nie so einfach, wie man's sich selber macht.

Ich behaupte einfach mal, in jedem von uns steckt ein kleiner Spießer. Entweder man nimmt ihn frühzeitig an oder man muss ihn zeitlebens bekämpfen... und manche Zeitgenossen suchen sich ihre Feinde eben lieber in Anderen, als bei sich selbst anzufangen, weil das ohne Frage bequemer ist.

Schönen Tag Euch, NDK
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Beitrag#14von Melusine » 29. Nov 2007 12:51

Stimmt, in jedem von uns steckt ein kleiner Spießer. Eine konservative, (klein)bürgerliche Erziehung kann man nicht einfach so abschütteln. Mit Spießer meine ich aber nicht jemanden, der ein geordnetes, bürgerliches Leben führt und an "bürgerlichen" Dingen wie einem gepflegten Vorgarten oder Weihnachtskeksen Freude hat, sondern jemanden, der so lebt, wie er denkt, dass es sich eben "gehört" - und sich über andere, die das nicht tun, das Maul zerreißt.

Wie, bitteschön, kann man jemandem schöne Kindheitserinnerungen "kaputt machen"? Doch nur dann, wenn diese Kindheitserinnerungen nur in der Fantasie der betreffenden Person existieren, er oder sie sich also die eigene Kindheit schönredet. Was ist daran verwerflich, jemanden zum Nachdenken zu bringen?

Kritische Leser halte ich ja gar nicht für spießig, wie kommst du bloß darauf? Spießig finde ich es, wenn jemand sich unreflektiert über einen Text empört, von dem er sich provoziert fühlt. Immer noch spießig: "Haha, wen willst du damit provozieren, das ist einfach nur schlecht". Das ist nämlich auch keine "Kritik", sondern eine reine Missfallensäußerung, die den eigenen Geschmack absolut setzt.

Beides sind zudem - in einem entsprechendne Umfeld - erwartbare Reaktionen.

Übrigens:
Zefira hat geschrieben:Die Freude an dem Gedicht kommt nicht aus dem Gedicht selbst, sondern aus dem Gedanken an "die anderen", die sich von diesem Gedicht schockiert abwenden sollen. Genau daraufhin ist es konzipiert, nach meinem Gefühl. Den einen zum Ekel, den anderen zur Schadenfreude über die sich ekelnden blöden Spießer.

Sollte Zefira damit recht haben, dann wäre das ein klassischer Troll-Text ;).
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Beitrag#15von Gast » 29. Nov 2007 15:20

Also eins vorab: Ich habe die Kommentare zu Bons Text nur überflogen, aber Schadenfreude kann ich aus seinem Gedicht auch zwischen den Zeilen nicht herauslesen. Dass der Text hingegen provokant ist, steht wohl außer Frage, ein echtes Bon-Text eben, - aber auch darum geht es hier meiner Meinung nach nicht in erster Linie.

Bon, ich finde dein Gedicht ganz amüsant und kurzweilig, aber dies ist bei allem Respekt - und das sehe ich wie Mel - sicher keiner deiner wirklich guten Texte. Ich habe deine Zeilen jetzt drei Mal laut gelesen und da holpert es doch phasenweise - egal wie man betont - recht deutlich. Ich denke aber, das weißt du selbst ganz genau. ;-)

Grüße von no-name.
Gast
 

im weihnachtsfest spiegelt sich eine geisteshaltung

Beitrag#16von bonanza » 29. Nov 2007 18:51

nochmals: klar, das gedicht habe ich mal so eben hingeschmiert, wie man das manchmal macht. ich weiß gar nicht mehr, für was ich es schrieb. während des dichtens wurde die provokation zu meiner intention - es sollte ein anti-weihnachtsgedicht werden, ein ganz schlimmes, durch welches ich meine abscheu an dem alljährlichen weihnachtsrummel mal auf andere weise ausdruck geben wollte. ansonsten prangert man ja immer den konsum und die schenkerei an ... . ich wollte in meinem gedicht sagen, wie schwachsinnig ich die geisteshaltung finde mit ihrem weihnachtsgetue: den weihnachtsbäumen, weihnachtsmännern und christkindern. ich weiß nicht, warum ich mich davor ekel. vielleicht weil es mir einfach viel zu viel erscheint, und jedes jahr wird es oberflächlicher und mehr. das weihnachtsfest selbst ist blasphemie ... . mag sein, dass viele menschen einfach mitschwimmen und somit den irrsinn gar nicht so deutlich wahrnehmen; mag sein, dass viele weihnachten sogar gern feiern, es ehrlich meinen damit und spaß an all dem weihnachtsschmuck, den lichterketten, den geschenkeeinkäufen etc. haben; mag sein, dass meine weihnachtsablehnung überspannt ist - jedes jahr ficke ich den weihnachtsmann durch nichtbeachtung, doch wie soll man etwas ignorieren, das wie eine dampfwalze auf einen zukommt? ich will niemandem sein weihnachten nehmen, bestimmt nicht. aber ab und zu brauche ich ein ventil für meinen frust und meine wut auf so eine gesellschaft. der wahrheit zuliebe verbannte ich weihnachten vor vielen jahren aus meinem herzen. natürlich, meine wahrheit, nur meine wahrheit.

was spießer sind - ich schließe mich da melusines erklärungen an. in meinen augen ist weihnachten ein typisches spießerfest. wir sind ja auch eine verdammte spießergesellschaft.
es gibt schon schlimme, ganz schlimme spießer. ehrlich. ihr wißt das auch. auch ndk. hier in literarchie trifft man nicht auf die ganz schlimmen.
egal. genug jetzt.

bon.
bonanza
 

Beitrag#17von MisterMarpel » 29. Nov 2007 22:00

Gedicht hin, Gedicht her, Spießer ist negativ besetzt und wird gerne pauschal für jene benutzt, die eben eine andere Norm leben.

Für mich gibt es keine Spießer, wie es auch kein spießiges Verhalten gibt. Außer das Verhalten des Oberfeldwebel, der Spieß genannt wird, weil dieser in ganz frühen Zeiten der einzige gewesen sein soll, der den Spieß mit dem Garnisonsemblem tragen durfte.

Wenn spießig als Synonym für konservativ herhalten soll, dann hat spießig eindeutig die negativere Wirkung. Ob konservativ schlecht ist oder gut ist, muss jeder nach seiner Fasson entscheiden. Doch ist es in meinen Augen verwerflich, es all denen überzustülpen, die nur nach ihrem Gusto leben und damit nicht nach der Auffassung des Autors.

Lieben Gruß
MisterM
MisterMarpel
 

spießer

Beitrag#18von bonanza » 30. Nov 2007 16:29

m.m., in meinen augen sind menschen spießig, deren welt eng und miefig ist - im religösen, nationalistischen, familiären, beruflichen oder persönlichen kontext. beispiele für spießer in diesem sinne gibt es reichlich.
kennst du wirklich keine?
bonanza
 

Beitrag#19von Gast » 30. Nov 2007 17:03

Menschen, die man selbst als "Spießer" bezeichnen würde, kennt sicher jeder von uns, Bon. In meinen Augen sind Spießer Menschen, die engstirnig sind, extrem konservativ denken, die keine Toleranz leben und in ihren Routinen sehr verhaftet sind.

Menschen hingegen, die gern Weihnachten feiern, die sind für mich nicht automatisch gleich Spießer. Ich weiß nicht, ob du das wirklich mit deiner vorletzten Nachricht ausdrücken wolltest, Bonanza, aber man könnte dies so verstehen. Ich denke speziell diese Verallgemeinerung hat MisterMarpel gestört.

Zurück zu deinem Gedicht:
klar, das gedicht habe ich mal so eben hingeschmiert, wie man das manchmal macht.
Ja, na und? Ich schmiere manche meiner Text auch zwischendurch mal so hin. Fühltest du dich durch meinen Kommentar angegriffen? Falls ja, dann tut es mir leid, denn das war nicht meine Intention. Meiner Meinung nach schreibt kein Autor immer auf gleichbleibendem Level. Ich kenne zumindest keinen.

Wie ich schon schrieb, ich finde dein Werk kurzweilig und habe mich darüber amüsieren können. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Punkt.

Grüße von no-name.
Gast
 

Beitrag#20von Gast » 30. Nov 2007 17:05

Ach wie dusselig von mir...
Ich war, als ich meinen Kommentar abgeschickt habe, nicht eingeloggt.
Sorry...

no-name.
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