Der 2tbeste Arschbomber der Welt
Alles fing mit dem Jugendschwimmerabzeichen in Silber an. Dem Sommer in Dreiecksbadehose. Den Mädchen in Bikinis. Mit einem Sprung vom niedrigsten Brett. Verbunden mit dem grellen Geräusch eingeworfener Fensterscheiben. Dem bald darauf ein richtiger Wumms vom Zehnmeterturm folgte. Meinem Schrei der Erleichterung danach. Getrieben vom Schmerz des pavianroten Hinterns. Dem zur Fußballgröße geschwollenen Hodensack.
Doch nun bin ich längst Profispringer. Habe einen Arsch aus Büffelleder. Meterlanges Fell am Skrotum. Nur, das glaubt mir auf den ersten Blick leider kein Mensch. Es stimmt aber, und man kann es auch sehen. Jeden Sommer im Freibad. Wenn die Luft flimmert. Alles heiß und träge ist. Ich mit mir als volle Dröhnung synchron bin; denn dann stehe ich bereit zu meinem Sprung ’das lebende Pferd’.
Und genau das bringt mir ein unbändiges Lebensgefühl: nackt die Bombe zu machen. Eier in der einen. Schwanz in der anderen Hand. Voll geil - wenn es abgeht, rauscht, aufklatscht und eintaucht. Himmelhohe Wasserorgeln aufsteigen. Fontänen sprühen. Vom Beckenrand Musik ertönt. Die Mädchen johlen - von denen ich mir dann eine greife und in der Umkleide einen blasen lasse. Oder zwei. Bis die Körperspannung raus ist und die Blödheit ihres Gesichts von meinem Samen harzig verdeckt wird -, meine Aufmerksamkeit auf sie abtrocknet, die weitere Lust auf Party und wildes Feiern über meinen 2ten Platz in einer Prügelei mit ihrem Macker endet. Und das ist genau der, der mit Schraube und gehockter Kartoffel nur den dritten Platz belegt hat. Echt, so was ungeiles an Sprung ist mir noch nicht mal im Traum eingefallen. Dann lieber adrenalinfett gleich zwischen die umstehenden Topfpflanzen gehechtet. Und so fing das alles wirklich an ... und nicht mit einem Prinzen auf einem weißen Pferd.
© michael koehn






