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EAT THIS: Eine Geschichte übers Schlechtsein

August/September 2009

Wie schlecht findest du diesen Text?

Umfrage endete am 27.Sep.09 14:26

Ihhhh - wirklich grottenschlecht! (5 Punkte)
1
17%
Ziemlich mies, könnte aber schlimmer sein. (3 Punkte)
1
17%
Netter Versuch. Manche können's halt nicht schlechter. (1 Punkt)
1
17%
Nö, also ... schlecht ist was anderes. Thema verfehlt. (0 Punkte)
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33%
Hey, das ist ja richtig gut! Gefällt mir! (-3 Punkte)
1
17%
 
Abstimmungen insgesamt : 6

EAT THIS: Eine Geschichte übers Schlechtsein

Beitragvon Ich bin zwei Öltanks am 23.Aug.09 16:31

Eine Geschichte übers Schlechtsein

100 Wunden frei erfunden





Da liegt sie also vor mir. Angela Merkel.
Textilfrei und unbewegt, eben dort, wo ich sie vor einer halben Stunde abgelegt hatte. Stumm starrt sie an die Decke. Obgleich sie meine Anwesenheit bemerkt haben muß, würdigt sie meinen nackten, vom Duschen noch stellenweise feuchten Körper keines Blickes. Auch mein Penis mag sich sichtlich nicht so richtig auf die nun folgende Begegnung freuen. Unheilvolle Schrumpeligkeit, wo sonst majestätische Allmacht erstrahlt, läßt mich über optimalen Ablauf und Erfolgsaussichten meines Vorhabens mutmaßen.

Schon einen guten Meter vor der unteren Bettkante begebe ich mich auf alle Viere, um nicht zu schnell zu viele optische Eindrücke aus unmittelbarer Nähe zu gewinnen und die Versteifung auf das Wesentliche nicht unnötig zu erschweren. Behutsam krieche ich den schäbig aussehenden Teppichboden entlang, bis ich nahe genug bin, um mit den Händen auf dem Bettende vor mir Angelas untere Extremitäten ergreifen zu können. Beide Fußgelenke fest im Griff ziehe ich ihren Körper zu mir, bis die Knie unmittelbar über der Kante liegen und sowohl links als auch rechts neben meinem Kopf ein deformiert aussehender, nach Mottenkugeln und Bienenwachs riechender Unterschenkel baumelt. Mit stärker werdendem Herzklopfen hebe ich meinen Kopf auf Matratzenhöhe und bewege mich neugierig, aber auch mit gebotener Vorsicht auf Angelas Lustgrotte zu. Der Geruch, der mir entgegen schlägt, ist schwer einzuordnen. Muffelig, einer frisch geöffneten Grabeskammer nicht unähnlich, dabei aber schneidend und süßlich. Ich blinzele kurz, als der stechende Vulvageist meine Augen entflammt, weiche aber nicht zurück. Ich schiebe Angelas Oberschenkel mit meinem unaufhaltsam in ihr Allerheiligstes vorzustoßen trachtendem Haupt weiter auseinander, je näher ich dem Fixpunkt dessen komme, was irgendwann einmal ein fruchtbares, weiches und einladendes Stück Ackerland gewesen sein kann. Was ich stattdessen sehe, verschlägt mir kurz den Atem. Platt und ausgedorrt wuchert Schambehaarung über einem blass-rötlichen Hautlappen, der als einzig wahrnehmbarer Hinweis auf das Vorhandensein jenes flüsternden Auges meiner akuten Begierde irgendwo im Nirgendwo zwischen schier unendlichen Weiten wild verwuchertem Niemandslandes entsprungen sein muß.
Nun gilt es, einerseits sanft und sinnlich, andererseits ohne Verletzungen zu riskieren oder mechanische Hilfsmittel einzusetzen den Eingang zum Zentrum der Mächtigen freizulegen. Nach kurzem Zögern stürze ich mit dem kompletten Gesicht ins unzähmbare Dickicht, wühle und stochere mit der Nasenspitze umher auf einer halb verzweifelten, halb von bestechender Faszination bestimmten Expedition ins Lehrreich. Obgleich ich meine Augen fest verschlossen halte, sehe ich Angelas Gesicht deutlich vor mir, bleibe mir klar darüber, wo ich mich gerade befinde, was ich hier tue ... und stelle erstaunt eine beginnende Errektion bei mir selbst fest, als wolle mein bester Freund und Kammerad auf Lebenszeit mich trotz besseren Wissens nicht im Stich lassen auf meiner schweren Odyssee. Vielleicht liegt des Schwengels Sinneswandel auch einfach darin begründet, daß ein jeder halbwegs gesunder Vertreter seiner Art auf Auslösereize wie Nase-im-Unterleib irgendwann automatisch reagiert, so scheint Gottes Wille, das unabwendbare Schicksal jedweder Männlichkeit.

Ein neuer Geruch reißt mich aus meinen Gedanken, vertraut von so vielen Begebenheiten ähnlicher Brisanz, immer wieder neu und doch jedesmal im Kern identisch. Dieser neuen Spur folgend entdeckt meine Nasenspitze bals eine kleine, dem Tastsinn kaum zu vermittelnde Unregelmäßigkeit im unbarmherzigen Dschungel längst versiegter Eitelkeiten, die ich ohne den jetzt immer stärker werdenden Lockstoff wohl lange Zeit nicht entdeckt hätte. Einladend, weiblich, erregend ... ich versuche mit der Zunge, die Pforte zu durchdringen.
Ich falle. Ein Abgrund tut sich vor mir auf, feucht und warm. Erschrocken versucht meine Zunge, irgendeinen Halt zu finden, wild um sich wirbelnd und tastend. Angela bewegt sich ohne Vorwarnung ruckartig zur Seite und klemmt für kurze Zeit mein Gesicht zwischen ihren Schenkeln ein. Ich scheine tatsächlich eine empfindliche Stelle erwischt zu haben, gerate meinerseits durch Angelas unvermutete Reaktion auf mein Tun in Panik und versuche krampfhaft, mein Haupt aus Angelas Schenkelkrampf zu lösen, aber je größere Anstrengung ich in diese Richtung unternehme, umso heftiger scheint Angelas stacheliges Fleisch mich halten zu wollen. Die Luft wird knapp, ich sehe keine Möglichkeit, mich zu befreien.
Was für eine grausame Art, zu sterben ...

Ebenso plötzlich und unvermutet, wie sie aufgetreten war, löst sich Angelas Schenkelzange wieder und gibt mich frei. Keuchend und japsend schnelle ich in die Höhe, drehe mich weg, orientiere mich neu. Das Erlebte verwirrt mich, ich spiele mit dem Gedanken, mich der Situation durch Flucht aus dem Zimmer zu entziehen und all dies hinter mir zu lassen.
Ich kann es nicht. Ich bin bereits zu weit gegangen, um jetzt einen Rückzieher machen zu können. Es muß jetzt geschehen, oder ich werde mir nie wieder ins Gesicht sehen können.
Vorsichtig drehe ich mich wieder in Richtung Bett. Mittlerweile aufrecht stehend überblicke ich das ganze Zimmer, die komplette Matratze, alles, was es von Angela zu sehen gibt.

Ich sehe, wie Angela nach ihrem kurzem Auflodern wieder regungslos und unverwandt an die Zimmerdecke starrend in ihrer ursrünglichen Position verharrt. Ich sehe ihre relativ üppigen Brüste, wie sie in unattraktivem Winkel seitlich schlaff vom Körper lappen, jede in Form und Größe eine unbestreitbare Eigenständigkeit anstrebend.
Ich sehe ihren von Gewebeschäden gestreiften und in der Körpermitte merklich ausladenden Unterbauch, ihren nach außen gestülpten, kronkorkenförmigen Bauchnabel, die strammen Schenkel, deren Innenseiten mich eben fast den Erstickungstod haben durchleiden lassen, die rauhen, aufgesprungenen Ellbogen, die von wildem, überquollenem Fleisch bedeckten Oberarme ......
und ich verstehe, daß ich mich beeilen muß, wenn ich meine hart erarbeitete Errektion noch ihrem zugedachten Zweck überführen möchte.

Ohne weiter Zeit an Grübelei zu verschwenden werfe ich mich auf die regungslos meinen Taten entgegenharrende Regierungscheffin, presse die ganze Angela unter mir fest auf die weiche Unterlage, packe ihre Handgelenke und dringe tief in die noch immer spürbar angefeuchtete Vagina ein.
Kein Mucks entfährt Angelas Kehle, ihre Blicke haften an der Decke wie von unsichtbaren Ketten fixiert. Zwar versetzen meine Stöße Angela in rhythmische Bewegung, doch scheint kein sichtbares Leben in ihr. Ein Gefühl, als versuche man, einen Leichnam durch Transfer von purer, ungefilterter Energie wieder ins Leben zurück zu ficken.
Immer schneller und ekstatischer stößt mein Körper seine Reserven an Lebenskraft in den unter mir siechenden Klumpen Fleischmasse. Meine aufrichtige Hoffnung, die Frau im Bundesfiffi erwecken zu können, eine zumindest nahezu menschliche Flamme von Lust und Gier im Moloch des ewigen Verfalls zu entfachen, erfüllt sich nicht.
Was immer Angela noch vor wenigen Minuten dazu bewegte, mich zwischen ihre Beine zu pressen, scheint längst wieder verflogen zu sein, war möglicherweise ohnehin nur ein dummer, körperlicher Reflex ohne Geist und Sein.
Ich muß es mir wohl eingestehen: Meine Mission ist gescheitert.


Nach weiteren 10 qualvoll entmutigenden Minuten spüre ich endlich, wie sich ein Erlösungsschrei in mir zusammenbraut.
Ich entferne meinen Liebesmuskel aus eruptionsarmem Untergrund und feuere aus allen Rohren meinen Frust ins Freie.
Der erste Schuß ergießt sich kraftlos über das umstehende Ödland,
eine weitere, wesentlich kräftigere Salve trifft unvermutet präzise Angelas Kinnpartie. Ich erschrecke mich ein wenig ... das hatte ich nicht beabsichtigt. Auch sie scheint milde überrascht - ihre starren Blicke lösen sich von der Zimmerdecke und treffen mich lähmend aus weit aufgesperrten, ausgemerkelten Seelenfenstern, so daß meine Selbstsicherheit kurz zum Erliegen kommt. Eine Weile geschiet nichts, wir schauen einander einfach nur emotionslos auf die von der Schöpfung außergewöhnlich unschön modelierten Gesichter. Eine Spannung liegt in der Luft, die jeden einzelnen Moment des eben beendeten Geschlechtsaktes an Intensität und Lustgewinn locker überragt.
Dann, langsam, Stück für Stück, schiebt Angela ihre Zunge zwischen den formlosen Lippen ins Freie. Mit erstaunlicher Gewissenhaftigkeit schaufelt das blauädrige Stück Oralanatomie meinen warmen Reproduktionsnektar in den mittlerweile halb offenen, dumpf gurgelnden Schlund. Ein Zucken in den schlaff nach unten hängenden Mundwinkeln will mich bestätigen, mich lohnen und vergelten, was ich eben auf mich nahm. Ich kann bei diesem Anblick eine spontane Entleerung meines Mageninhaltes nicht unterdrücken. Heftig und lautstark übergebe ich mich auf Angelas nackten Leib, während sie kraftlos mein Haar verzaust und an meinen Ohrläppchen zupft. Passiert ihr wohl nicht zum ersten Mal ... dies alles ... was für eine Welt.

Ich habe endgültig genug, entreiße mich ihrer gefühlskalten Liebkosung und ergreife die Flucht. Nicht einmal anziehen oder säubern möchte ich mich; nur weg, nichts wie weg, das ist mein einziger Gedanke. An der Tür zum Hotelzimmer sehe ich ein letztes Mal aus den Augenwinkeln die mächtigste Frau, die sich mein Schwanz jemals Untertan zu machen in der Lage wähnte ... wie sie mit den Knubbelkriffeln mein Erbrochenes zärtlich über ihre fleckige, grobporige Haut verteilt - ein Stück menschliche Wärme; seltenes, flüchtiges Glück für zwangsenteignete Weiblichkeit im Dienste einer geschlechtslosen Masse.
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Beitragvon Gast am 23.Aug.09 18:38

:arrow: ich bin und bleibe :arrow: NICHT :mrgreen: WÄHLER :arrow: auch wenn mich jemand :arrow: :arrow: mit ner pistole :arrow: am kopf :arrow: :arrow: hin :arrow: trägt :arrow:
amen :wink:

:arrow:
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Beitragvon NDK am 24.Aug.09 09:12

@ michy

Wenn jeder so denken würde, dann hätten wir Tag für Tag die Pistole am Kopf. Demokratie und Grundrechte gibt es nirgendwo umsonst. Kleinere Unannehmlichkeiten wie der Gang zur Wahlurne sind nichts gegen die täglichen Unannehmlichkeiten anderswo.
Kannst ja mal spaßeshalber versuchen, deine Texte in einem islamistischen Staat zu veröffentlichen.

@ Öltanks

Bin kein Jurist, trotzdem bitte ich zu bedenken: Im deutschen Strafgesetzbuch gibt es einen Paragraphen, der die Verunglimpfung des Bundespräsidenten explizit behandelt. Siehe Wikipedia.
Von anderen Amtsträgern ist zwar nicht die Rede, es scheint so, als ob in dem Fall § 188 StGB zuständig ist, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der Unterschied in der juristischen Bewertung letztlich sehr groß sein wird.

In Satiren werden Politiker zwar oft durch den Kakao gezogen, so etwas schamlos Grenzwertiges wie deinen Text habe ich allerdings noch nie gelesen (besser gesagt in gebührlichem Abstand überflogen). Wäre ich die namentlich genannte Person des politischen Lebens, ich käme mir hier "verunglimpft" vor - Literatur hin oder her.

Damit dein schlechter Text wenigstens keine bösen Folgen für dieses Forum und seine Betreiberin nach sich zieht, möchte ich dich herzlich bitten, den Namen der Prot. zu ändern.
Keine Sorge wegen des Wettbewerbs, dein Text wird damit ganz sicher um keinen Deut besser werden!
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Beitragvon Gast am 24.Aug.09 09:29

:arrow: was für eine demokratie (mit grundrechten) :wink: - wo der hammel seineN schlachter (lobbyisten) frei wählen kann und den fürs schlachten auch noch bezahlt :mrgreen:

http://www.stimmvieh.com/daten/seite_001.html

http://bundesrecht.juris.de/partg/__18.html

:arrow: meine ketten klirren längst anderswo :-P

:arrow:
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Beitragvon Gast am 24.Aug.09 11:30

Gast
 

Beitragvon Melusine am 24.Aug.09 14:19

Ach, NDK, wenn Frau Merkel so hysterisch wäre, wegen einer Satire zu klagen, dann müsste man ihr augenblicklich ihr Amt entziehen. In Wahlkampfzeiten muss eine Politikerin sowas schon aushalten.

Verunglimpfung des Bundespräsidenten ist, soviel ich weiß, auch in Österreich strafbar - meiner Ansicht nach ein lächerliches Relikt aus Monarchiezeiten. Im von dir zitierten § 188 StGB geht es um üble Nachrede und Verleumdung. Das ist auch Privatpersonen gegenüber strafbar (§186 und §187). Strafbar wärs also, wenn Öltanks öffentlich behaupten würde, er hätte mit Frau Merkl Geschlechtsverkehr gehabt. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings hoch, dass man ihn dafür nicht in den Knast, sondern in die Klapse stecken würde. Hier ist doch eindeutig klar, dass die Geschichte fiktiv ist.

Meinst du eigentlich wirklich "schamlos grenzwertig" oder vielleicht eher "grenzwertig schamlos"? :mrgreen: Ich finde, beides trifft zu. Aber schlechter Geschmack war ja als Stilmittel ausdrücklich erlaubt, sogar vorgeschlagen.

Ich fürchte allerdings, für eine schlechte Geschichte ist diese hier zu gut geschrieben. Perfekter Aufbau, komplett mit Anfang, Schluss, Konflikt und Spannungsbogen; außerdem einfühlsam geschildert - doch, ja, das meine ich ernst!
Bei der Schilderung der "Lustgrotte" zeigt sich erfreulicherweise das Improvisationstalent des Autors, andernfalls hätte man ihn glatt verdächtigen können, tatsächlich schon mal Sex mit einer Mittfünfzigerin gehabt zu haben. :P

Einfühlsam deshalb, weil: einen alternden Körper in seiner ganzen Unschönheit darzustellen erfordert meines Erachtens eine Menge Einfühlungsvermögen. Weit mehr als die Darstellung appetitlicher Rundungen.

Aber so genau hast du es vermutlich gar nicht gelesen - vielleicht, weil du beim Lesen das Gefühl hast, ungebührlicherweise etwas zu betrachten, was eigentlich den Blicken der Öffentlichkeit entzogen bleiben müsste?
Diesen Eindruck jedenfalls hatte ich selbst beim Lesen. Man fühlt sich irgendwie... peinlich berührt. Und genau das macht den Text in meinen Augen gut. Zu gut für eine "schlechte Geschichte" ...



@michy: Die Diskussion über Wählen oder Nichtwählen könnten wir ja im Kaffeehaus noch ausführlicher weiterführen. Find ich nämlich wirklich diskutierenswert.

Ach ja, nur nebenbei: Auf der von dir verlinkten Stimmvieh.com-Seite findet sich das Konterfei des österreichischen Bundespräsidenten als "falsches Fuffzgerl" - na, wenn das mal keine Verunglimpfung ist...?
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Beitragvon Gast am 24.Aug.09 16:19

:?: österreichischen Bundespräsidenten :?:

:mrgreen: am haken hängt eindeutig ein rind/vieh :-P in schwarz weiß ... :lol:
:-D

:arrow:
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Beitragvon NDK am 24.Aug.09 17:13

Melusine, dein Name steht im Impressum, nicht meiner, also zählt hier, was du denkst.

Es fällt mir jedenfalls schwer zu glauben, dass es Leute gibt, die Phantasien wie die oben beschriebenen offenbar nicht nur akzeptabel finden, sondern sie zu allem Überfluss auch noch ins weltweite Netz hinausposaunen.
Was ist denn toll daran, die Würde anderer Menschen zu verletzen? Beim Thema Kinderpornographie wart ihr euch unlängst noch so einig... und nun wird hier der Körper einer alternden Frau übelst zur Schau gestellt und der Lächerlichkeit preisgegeben – und kein Mensch reagiert betroffen...?
Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz: "Die Würde des Menschen ist unantastbar"... klingt nach dem Lesen dieses Textes wie ein schlechter Witz.
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Beitragvon Ich bin zwei Öltanks am 24.Aug.09 17:33

Ich bin NDKs Meinung.

Nein, wirklich.

Hier entstand ein Text aus gewollt abseitiger Schlechtigkeit heraus.
Fiktion, natürlich ... aber weder Satire, noch literarisch, kulturell oder sonstwie wertvoll.

Eine absichtliche Überschreitung selbst auferlegter Grenzen, auf purem Selbstzweck fundiert.

Darauf kann sogar ich echt nich stolz sein.


Ändern werd ichs selbstverständlich nicht, aber ich bin dir nich böse, Mel, wenn dus vorsichtshalber doch noch löschen möchtest .... irgendwann.
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Beitragvon Melusine am 24.Aug.09 19:00

Ehrlich gesagt möchte ich hier nicht über Geschmacksfragen vermischt mit Rechtsfragen diskutieren. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Wenn NDK sich in ihrer Würde als Frau angetastet fühlt ist das verständlich. Das hat aber nix damit zu tun, ob ich diesen Text aus rechtlichen Gründen entfernen sollte oder müsste.

Letzeres: Definitiv nein! Nur rechtswidrige Texte müssen entfernt werden. An diesem Text kann mein juristisch ungeschultes Auge nix Rechtswidriges erkennen. "Zur Vorsicht" entferne ich Texte, die möglicherweise als "jugendgefährdend" eingestuft werden könnten (sehe ich hier nicht) oder in denen die latente Gefahr einer zivilrechtlichen Klage schlummert, beispielsweise, wenn jemand in einer "Satire" einer namhaften Firma betrügerische Machenschaften unterstellt.

Sollte Frau Merkel oder eine/r ihrer Mitarbeiter/innen auf der Entfernung des Textes bestehen, würde ich ihn natürlich lieber entfernen als mich auf einen aussichtslosen Rechtsstreit einzulassen. Ich kann mir aber wirklich beim besten Willen nicht vorstellen, dass sowas passieren könnte. Wie gesagt, als Politikerin im Wahlkampf muss sie sowas aushalten können.
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Beitragvon NDK am 25.Aug.09 10:01

Melusine hat geschrieben:Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Wenn NDK sich in ihrer Würde als Frau angetastet fühlt ist das verständlich.

Meine persönliche Würde kann dieser Text nicht antasten. Ginge es mir nur um mich, würde ich mich hier ganz sicher nicht für euch zum Affen machen.
Um die Würde älterer Menschen in der Gesellschaft geht es mir, und das nicht erst seit heute.

Melusine hat geschrieben:Btw, michys Thema in einem anderen thread zu diskutieren. Besonders ein Satz aus seinem letzten dritten Link @michy: Die Diskussion über Wählen oder Nichtwählen könnten wir ja im Kaffeehaus noch ausführlicher weiterführen. Find ich nämlich wirklich diskutierenswert.

Gute Idee!
Als Ansatz für eine Diskussion könnte ich mir eine zentrale These in dem von michy verlinkten Tagesspiegel-Artikel vorstellen: „Nicht zu wählen bedeutet, Freiheit von der Politik auszudrücken.“
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Beitragvon Melusine am 25.Aug.09 14:35

Das ist unlogisch. Wenn der Text, wie du weiter oben behauptet hast, die Menschenwürde verletzt, dann auch deine.

Was das mit der Würde älterer Menschen zu tun hat, ist mir nicht klar. Frau Merkel ist doch keine schutzbedürftige, altersdemente Greisin!

Ebensowenig kann ich nachvollziehen, was du hier an Vergleichen zur Kinderpornografie findest. In unserer Diskussion darum wie auch im allgemeinen Protest geht es ja gerade darum, dass das "Nicht zur Schau Stellen" allein bei weitem nicht ausreicht, und dass es eben nicht allein darum gehen kann und darf, die Würde geschändeter Kinder unangetastet zu lassen - sie also sozusagen in Würde mit ihrer Qual allein zu lassen.


Hier gehts doch letztlich um die Frage: Was darf Kunst?

Ich bin zwei Öltanks hat geschrieben:Eine absichtliche Überschreitung selbst auferlegter Grenzen, auf purem Selbstzweck fundiert.


Genau das ist es, was nach meinem (und zweifellos nicht nur nach meinem) Verständnis Kunst ausmacht. Egal, ob man diesen Text jetzt als künstlerisch wertvoll einstuft oder nicht. WENN man das nämlich tut, ist man schnell an dem Punkt, zu sagen: Ja, klar, Kunst darf schon provozieren, aber nur dann, wenn sie von einem ausgewiesenen Meister stammt.

Und von da bis zu "Picasso konnte ja eigentlich eh auch RICHTIG malen" ist es dann nur mehr ein sehr kleiner Schritt ....
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Beitragvon Gast am 25.Aug.09 16:11

:arrow: If you can't stand the heat, get out of the kitchen :arrow:

:arrow: 8)
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Beitragvon NDK am 25.Aug.09 17:25

Melusine hat geschrieben:Das ist unlogisch. Wenn der Text, wie du weiter oben behauptet hast, die Menschenwürde verletzt, dann auch deine.
Ich finde das nicht unlogisch. Der eine Mensch ist in der Lage, sich gut abzugrenzen und gegen Verletzungen zu schützen, ein anderer schafft das vielleicht nicht aus eigener Kraft.

Was das mit der Würde älterer Menschen zu tun hat, ist mir nicht klar. Frau Merkel ist doch keine schutzbedürftige, altersdemente Greisin!
An einer Diskussion über Frau Merkel werde ich mich aus den oben genannten Gründen nicht beteiligen.

Ebensowenig kann ich nachvollziehen, was du hier an Vergleichen zur Kinderpornografie findest. In unserer Diskussion darum wie auch im allgemeinen Protest geht es ja gerade darum, dass das "Nicht zur Schau Stellen" allein bei weitem nicht ausreicht, und dass es eben nicht allein darum gehen kann und darf, die Würde geschändeter Kinder unangetastet zu lassen - sie also sozusagen in Würde mit ihrer Qual allein zu lassen.
Eine Verbindung zur Kinderpornographie-Diskussion sehe ich insofern, als die Betroffenheit auf allen Seiten (zu recht!) immer sehr groß ist, wenn es darum geht, Kinderseelen vor Übergriffen durch Täter und Porno-Gaffer zu schützen.
Wenn es um erwachsene Opfer geht, ist die Anteilnahme seltsamerweise gering bis gar nicht vorhanden. Warum ist das so? Ist die "Seele" (was auch immer das sein soll) von Erwachsenen nicht schützenswert?

Hier gehts doch letztlich um die Frage: Was darf Kunst?

Ich bin zwei Öltanks hat geschrieben:Eine absichtliche Überschreitung selbst auferlegter Grenzen, auf purem Selbstzweck fundiert.

Wenn Öltanks, wie er schreibt, tatsächlich die "Grenzen, die er sich selbst auferlegt hat, absichtlich überschritten hat", dann hat er ohne Not schon genug gelitten. Ich finde es deshalb nicht gut, dass wir hier unter seinem Text weiterdiskutieren.

Öltanks hat es immerhin geschafft, einen Wettbewerbstext zu schreiben, der einen so üblen Nachgeschmack hat, dass höchstens ein Allesfresser ihn uneingeschränkt gut finden kann. Das soll ihm erst mal einer nachmachen.
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Beitragvon Melusine am 25.Aug.09 17:45

Entschuldige, liebe NDK: Öli hat die Kandesbunzlerin mitnichten leiblich vergewaltigt, sondern über sie einen TEXT verfasst. Selbst wenn er sich des Bekanntheitsgrades eines Christoph Schlingensief erfreute, würde das der armen lieben Dame keine Schmerzen verursachen, noch nicht mal Flecken in der Unterwäsche.
Spare dir dein Mitleid lieber für jene, die es wirklich brauchen.

Das was du da von dir gibst klingt für mich nach "Iss deinen Teller leer, die Kinder in Afrika hungern" oder sonst solchem dümmlichen Komsumbürgerscheiß, mit dem wir großgeworden sind.


Im Übrigen finde ich, dass der Therapeut der Frau Kundesbanzlerin zu Tode geprügelt gehört. Er hat wider besseres Wissen zugelassen, dass das zarte Pflänzchen, das seiner Obhut anvertraut wurde, SCHON WIEDER der bösen, harten Welt ausgesetzt wird.

Oder so.
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