Freitod

Texte, bei denen das Sprachexperiment im Vordergrund steht (Lyrik und Prosa)

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Freitod

Beitrag#1von namaqool » 5. Dez 2006 13:17

die..wintermorgensonne..hüllte
dein…gesicht…in...rot....damals
habe....ich….dich….zuletzt....ge

küsst….unter..der...alten..eiche
der.schirmherrin..unserer..liebe
als…wir…uns...verabschiedeten
fühlte..ich..ungewöhnliches..so
tief...hatte…ich…noch…nie....ge

lebt…ich...vertropfte...im...glück
genoss…und….schwieg…...doch
dann...erfuhr...ich…du..bist…ge

storben…..für....mich…..deshalb
habe...ich..mich.in..ein.loch…ge
stürzt.hier.blendet.keine.sonne
das.eichenholz.verdunkelt..gut
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Beitrag#2von rosste » 5. Dez 2006 13:43

hallo namaqool,
die form des textes wie ein grabstein.
der eine hat sich wegen dem anderen umgebracht
und dann wählt der andere auch den freitod.
eine kleine geschichte.
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Beitrag#3von Gast » 5. Dez 2006 13:56

atem-los


mehr als nur gelungen

eingefangen so gut das mir

ganz taub ums Herz wurde
Gast
 

Beitrag#4von namaqool » 5. Dez 2006 14:41

hallo rosste,

ja, so war es gemeint.
inhaltlich und formal.

danke fürs vorbeischauen.
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Beitrag#5von brigitte.m » 5. Dez 2006 14:43

ja es bedrückt ein - bekommt ein komsches gefühl in der magengegend

lg brigitte
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Beitrag#6von namaqool » 5. Dez 2006 14:46

liebe casy,

diese worte sind (mal wieder) ein echo meiner arbeit.
ein junges mädchen versuchte sich aus liebe (und eifersucht) umzubringen.

glücklicherweise gelang es ihr nicht.
wir waren beide froh darüber.
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Beitrag#7von namaqool » 5. Dez 2006 14:49

hallo brigitte.m,

für mich war das schreiben dieses textleins eher erleichternd.

grüsse, namaqool.
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Beitrag#8von brigitte.m » 5. Dez 2006 14:55

bei dem hintergrund der entstehung - kann ich dies namaqool verstehne.

mir geht, dies auch manchmal so, wenn ich auf der arbeit was erlebte, dass mich sehr beschäfftigt - schreib ich es auf, dann geht es mir besser.

lg brigitte.
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Beitrag#9von NDK » 5. Dez 2006 15:09

Hallo Namaqool,

ein intensiver Text über einen seelischen Doppelmord, wie es scheint.
Es fällt nicht leicht, das Wort "Freitod" einzuordnen, denn von Freisein kann hier nicht die Rede sein, im Gegenteil handelt Dein Gedicht von menschlichen Verstrickungen, die unfrei machen.
Vermutlich regt es gerade wegen dieser sprachlichen Unschärfe zum Nachdenken in eher systemischen Zusammenhängen an... das gefällt mir.

"ich vertropfte im glück" - ist übrigens eine geniale Formulierung.

LG, NDK
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Beitrag#10von brigitte.m » 5. Dez 2006 15:16

naja NDK - ich sehe es so - freitod ---> der jenige der es tut, meint er sei dann "frei" - sicherlich unterliegt dies zwänge. für den jenigen der unvermeitbare ausweg.


lg brigitte
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