für den Dachbodenfundus

Texte, bei denen das Sprachexperiment im Vordergrund steht (Lyrik und Prosa)

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für den Dachbodenfundus

Beitrag#1von EMJu » 4. Mär 2010 10:36

Aus dem Fundus längst vernichteter Hoffnungen:

Erstens kommt es nicht so wie bestellt und zweitens spielt sich alles nicht so heiß ab wie man die Platte aufdreht. Vor - Laut² - Hals - in Fantasien - schwelgen kleine Mädchen wie beim Lesen der Knutschundpettingbildergeschichten in der Bravo - die Sache mit den Traumvorstellungen als auf Sand gestreuter Puderzucker nach einem heftigen Regenguss, nur dass die Fische den Geschmack nicht annehmen, bloß weil ihnen ein bestäubter Frosch ins Maul hüpft, da muss schon ein echtes Ziel mit dem Gedanken rumhuren. Wer frägt anschließend schon noch nach dem Vater ... Obacht! Wünsche können sich erfüllen! ... soll keiner sagen: Das habe ich nicht gewollt!
... ist an Grund und Boden altersbedingte Geilheit, Objekt austauschbar wie Schaufensterdeko, soll'n wa statt der Plastikpuppen Gefühle zeigen?- Nackt und ungeschönt, nur mit ehrlichen Worten bekleidet ... sage: Ich will mit dir ficken - oder Verbalbalsamierung, kunstvoll ausgemalt wie Bleiglasfenster, nur damit hinterher schillerndere Illusionen mit ihren klamm gewordenen Fingern das Herz viel bunter würgen.
Am besten auf Eis, arktische Gleichlandschaft unter Gleichhorizont so lange das auszuhalten ist ... und dann doch wieder scheißgrünes Gras, das durch den Schnee bricht und schöhn gefunden wird. Schiller-nde Sehnsucht aus retuschierten Gedichten ins Fleisch ritzt. Verstand - ich - liege - richtig ...
... im Gefühl begraben auf dem Feld der Vernichteten. Hoffnungen.
Schachteln für den Dachbodenfundus.
Malern und Dichtern war es stets erlaubt zu wagen, was immer beliebt. (Horaz)
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Beitrag#2von Fritz Rainer Polter » 4. Mär 2010 14:12

als antiquar
beräume ich nur allzugerne
verlassene träume
zornige schäume
in jugendstil-schachteln
unter dächern
-denn für diese momente lebe ich!
-und das notfalls im zorn-
um dann,
beschreibend
zärtlich zu lieben
und,
gewertet
durch meine worte,
geerdet,
-sie neu anzubieten!
(ja, not-falls mir selbst).


als ob wir alle aus Lehm sind (Uwe Kolbe)
denn anstatt wahrhaft zu lieben
geben/lassen wir uns oft nur
den rest
vom (einstigen) hoffnungs-fest.


Am besten auf Eis, arktische Gleichlandschaft unter Gleichhorizont so lange das auszuhalten ist
Das unterschreib ich! Schickst Du mir jetzt bitte was vom scheißgrünen Gras? Bin blank;
nicht nur in der Seele.
Starker, zorniger, wahrhaftiger Tobak, under one roof...mit dem Text. Perplext

...Am I YOU?...weiß nich, ob Dylan sowas sagte...
Fritz Rainer Polter
 

Beitrag#3von EMJu » 4. Mär 2010 14:32

Zornig ... wenn der Hamster in seinem Rad wüsste, was das ist ...

Dem Gras rupf ich mir aus und bewerfe dich damit
, wenn du deine PM nicht bald gelesen hast
, die alte Jugendstil-Schachtel hat trotz ihrer 40 Herbste Haare auf den Kopfzähnen, nur die drei goldenen hat der Teufel gesehen. Aus zornigen Schäumen lassen sich übrigens herrliche Dornenkronen flechten, die man sich bis über die Augen ziehen kann, blinder werden die eh nicht mehr.
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