Hi Ta-Bu --- Mein Leben, in einen Strang gequetscht

Texte, bei denen das Sprachexperiment im Vordergrund steht (Lyrik und Prosa)

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Beitrag#41von Tate Jeff » 18. Jan 2007 05:49

26 Juni, 1487

Hi Ta-Bu,

Der-Nur-Im-Suff-Tanzt ist noch mit dem Feintuning beschäftigt. Ich hoffe, er kriegt das wieder hin.
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Beitrag#42von xund » 18. Jan 2007 06:14

20. Februar 2007

:shocked: jesses wo sind jetzt alle?
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Beitrag#43von Tate Jeff » 19. Jan 2007 07:54

2007?

Hi Ta-bu,

verrückte Scheiße! Wann bin ich? Bin ich in der Zukunft oder in der Vergangenheit? Mal so, mal so, glaube ich. Mr. Medicine Man hier drüben friemelt an dem Zeitkasten herum. Fast hätte er ihn gefrustet an die Wand geschmettert. Wurde richtig grantig. Als ich ihn auf den T-Rex vorm Küchenfenster aufmerksam machte, besann er sich zum Glück und drehte hastig an den Rädchen.

Die Zeitsprünge drehen mir den Magen um. In der Vergangenheit muss ich grundsätzlich kotzen. Gut, dass ich das nicht aufwischen musste. Bei Zukunftsreisen stehen mir die Nackenhaare hoch. Besonders wenn ich sehe, was ein gewisser Steve Gripp aus meinem Motel machen wird. Die Sau werde ich aufspüren!

Im Moment bin ich entspannt. Nähern wir uns der Gegenwart?
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Beitrag#44von Tate Jeff » 20. Jan 2007 18:29

20. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

heute ist der 20. Januar. So gesehen befinden wir uns immer noch nicht in der Gegenwart, aber ich glaube nicht, dass wir noch dichter rankommen werden. Nach Der-Nur-Im-Suff-Tanzts letztem Versuch, uns in die richtige Zeit zu befördern, tauchte Spaktus wieder am Küchentisch auf. Das reichte mir und ich riss den Zeitkasten an mich.

"Seid ihr wahnsinnig?!" schrie Spaktus. "Lasst mich hier einfach drei Tage sitzen?" Was für ein Jammerlappen! Der-Nur-Im-Suff-Tanzt schnappte sich seine Plastiktüten.
"Ich geh dann jetzt. Viel Spaß noch."
"Ok, komm mich bald wieder besuchen."

Mir fielen meine europäischen Gäste ein. Waren sie noch hier? Nein, das Zimmer war leer. Hatten sie während meiner Abwesenheit den gefesselten Jammerlappen entdeckt? Wohl eher nicht. Sie hätten ihn bestimmt befreit.

Nun bin ich wieder allein. Allein mit Spaktus ...
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Beitrag#45von d. » 20. Jan 2007 19:58

..poah, ist mein leben langweilig. das absolute highlight heute: ich bin fast von der karnevalsprinzengarde plattgefahren worden. aber wenn ich das hier so lese.....
d.
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Beitrag#46von Tate Jeff » 21. Jan 2007 08:10

21. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

Spaktus stinkt nach Scheiße, dass es kaum auszuhalten ist. Die ganze Bude mieft. Andere hätten schon längst die Fenster aufgerissen. Mich macht das an. Eben haben wir uns kurz unterhalten:

"Ich habe Durst."
"Ich auch. Bin gleich wieder da."

Ich ging kurz an den Brunnen und erfrischte mich an dem eiskalten Wasser. Das tat gut.

"Bekomme ich jetzt etwas zu trinken?"
"Hab nix. Nur Wasser."
"Wasser ist mir recht."
"Ich geh nicht nochmal los!"
"Verdammt, ich verdurste!"
"Nicht mein Problem. Stirb endlich!"
"Aber warum?"
"Keine Widerworte. Stirb!"
"Ich bin noch nicht soweit."
"Wie lange noch?"
"Weiss nicht. Ein paar Stunden vielleicht."
"Gut, ich warte."

Vier Stunden sind vergangen. Spaktus hält sich wacker, doch er sieht arg geschwächt aus.
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Beitrag#47von brigitte.m » 21. Jan 2007 13:15

lacht komme heut erst dazu mich durch zu kämpfen hier - lacht möchte auch ein keks haben :lol:
lg brigitte
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ich hab mal versucht es in einen stück zu bringen

Beitrag#48von brigitte.m » 21. Jan 2007 13:37


es ist sonst schwierig nach zulesen
lg brigitte



28. Dezember, 2006

Hi Ta-Bu,

heute pfiff mir gehörig der Wind um die Ohren. So gegen 5 Uhr, auf dem Weg zum Stall, konnte ich kaum meinen Kittel unten halten. Kam mir fast vor wie die doofe Monroe. Auf meinem Melkschemel hatte ich dann eine gute Idee für meinen Roman: Eine Geschichte in Kreuzworträtselform! Die Pointen muss man sich hart erarbeiten. HAHA! Waagerecht oder senkrecht.

Dem ollen Pidder ging meine Idee am Arsch vorbei. "Wenne meinz, musse dat machen," war sein Kommentar. Zur Strafe hat er beim Früstück keine Ziegenmilch bekommen. Kann er sich selbst melken.

So, und jetzt lasse ich mich vom Wind zum nächsten Schreibwarenladen wehen und kaufe mir Tinte für meinen Füller. Dann kann es losgehen.

30. Dezember, 2006

Hi Ta-Bu,

merkwürdige Dinge geschehen in meinem Ta-Bu. Ich lese fremde Stimmen! Ist es mein zweites Ich, das mir schreibt? Kann nicht sein, denn es sind mehrere Stimmen. Ist es mein zweites Wir? Schon eher. Pidder meint, man hätte mir die Antenne abgeknickt. Niemand würde mein Ta-Bu auch nur anfassen wollen, weil da Fett- und Urinflecken drauf sind, so Pidder. Ist mal wieder mutig mit seinen Kommentaren, der Mann. Liegt am Schnaps. Hat auch gleich einen Tritt in den knochigen Arsch bekommen. Ich hasse es, wenn dürre Weicheier aufmüpfig werden. Drei Wochen Ehe reichen. Morgen bringe ich Pidder um und vergrabe ihn hinterm Motel.


Ta-Bu,

Pidder ist history. Habe ihm einen Butterkeks als Grabstein in den Wüstensand gesteckt. Mehr ist nicht drin.

Das erste Kapitel meines Romans ist fast fertig. Mir fehlt nur noch ein Wort: 334. Waagerecht - Entzündete Vorhaut eines Negers - 49 Buchstaben. Harte Nuss, aber das kriege ich schon hin.

Wie immer um diese Zeit, habe ich viele Gäste. Neun Zimmer sind belegt. Alles Pärchen. Da wird wieder viel gerammelt, heute Nacht. Mal schauen, wo ich mitmachen kann ...



Neujahr, 2007

Hi Ta-Bu,

ein neues Jahr. Mir brummt die Hirse noch von letzter Nacht. Das ganze Motel hat gevögelt, nur ich nicht. Keiner wollte mich dabeihaben. Ich war so rattig, fast hätte ich Pidder wieder augegraben, um zu sehen, welche Vorteile die Leichenstarre mit sich bringt. Habe mich dann besoffen und bei einigen Gaesten durchs Fenster gelünkert. War auch nicht schlecht.

Heute sind fast alle wieder abgereist. Ein Pärchen bleibt noch bis morgen. Ich glaube, sie sind frisch verheiratet. Sie poppen immer noch. Versauen mir wahrscheinlich das komplette Zimmer. Egal, ich geh scheißen.



2. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

heute war ein guter Tag. War auf der Jagd. Habe einen Adler und zwei Klapperschlangen gefangen. Aus dem Adler bastel ich mir einen Wetterhahn, und die Schlangen lasse ich auf das notgeile Pärchen los, wenn die nicht so langsam verschwinden. Die Alte quietscht bei jedem Stoß wie eine bremsende Dampflok. Und er ruft alle fünf Sekunden "Ist das geil!"

Ach ja, habe ein eiliges Flitzegedicht geschrieben, weil ich nicht viel Zeit hatte. Es lautet:

STROTZEN
UND TROTZEN
KLOTZEN
UND TROTZEN
GLOTZEN
UND TROTZEN
MOTZEN Hi Ta-Bu,

sei nicht beleidigt, ich kann nicht jeden Tag schreiben. Habe viel zu tun. Ziegen wollen gemolken werden, Gäste gebettet. Ruhige Minuten gibt es nur selten in meinem Leben.

Heute Morgen lag ich nackt in der Wintersonne, gleich vor dem Motel, am Rand des Highways. Ich liebe die Wüste. Niemand stört mich. So lassen sich die wenigen ruhigen Minuten genießen! Ich wälzte mich dort breitbeinig und spitz wie eine Tannennadel, weil ich mir vorstellte, wie mich der neue Gast aus Zimmer 3 so richtig anfeuerte. Er ist so'n Dicker, dem die perversen Gedanken auf der Stirn geschrieben stehen, traut sich aber nicht so richtig aus seiner Haut, weil er einen kleinen Pimmel hat. Harvey heißt er. Harvey mit dem kleinen Pimmel.

"Besorg's dir, du geiles Stück!", rief mir Harvey in meinem notgeilen Tagtraum zu. Sein Pimmelchen schrie: "Mach die Möse schön eng!" Eine Wespe stetzte zur Landung an und stach in meinen Kitzler. Es war der Orgasmus meines Leben
UND TROTZEN
ROTZEN
UND TROTZEN
KOTZEN!!!
TROTZEN

Hi Ta-Bu,

sei nicht beleidigt, ich kann nicht jeden Tag schreiben. Habe viel zu tun. Ziegen wollen gemolken werden, Gäste gebettet. Ruhige Minuten gibt es nur selten in meinem Leben.

Heute Morgen lag ich nackt in der Wintersonne, gleich vor dem Motel, am Rand des Highways. Ich liebe die Wüste. Niemand stört mich. So lassen sich die wenigen ruhigen Minuten genießen! Ich wälzte mich dort breitbeinig und spitz wie eine Tannennadel, weil ich mir vorstellte, wie mich der neue Gast aus Zimmer 3 so richtig anfeuerte. Er ist so'n Dicker, dem die perversen Gedanken auf der Stirn geschrieben stehen, traut sich aber nicht so richtig aus seiner Haut, weil er einen kleinen Pimmel hat. Harvey heißt er. Harvey mit dem kleinen Pimmel.

"Besorg's dir, du geiles Stück!", rief mir Harvey in meinem notgeilen Tagtraum zu. Sein Pimmelchen schrie: "Mach die Möse schön eng!" Eine Wespe stetzte zur Landung an und stach in meinen Kitzler. Es war der Orgasmus meines Lebens!

Na gut, ich sollte dich nicht belügen, Ta-Bu. Harvey existiert nicht. Zimmer 3 ist schon seit Monaten frei. Da ging die Fantasie mit mir durch. Aber der Wespenstich, der war echt. Und geil!


7. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

ich werde beschattet! Eben habe ich einen Mann mit Schlapphut und Trenchcoat hinter einem Kaktus gesichtet. Er beobachtet das Motel mit einem kleinen Fernglas. Wie gut, dass ich getönte Fensterscheiben habe. Was will der Kerl von mir? Ist er vom FBI? CIA? NSA? ACLU? Ist er auf der Suche nach Pidder? Da kann er lange suchen. Den Butterkeks haben sich die Kojoten geschnappt. Vom Grab ist nix mehr zu sehen.

Gerade fährt ein Wagen vor. Neue Gäste!


8. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

die neuen Gäste sind zum Kotzen. Große Familie, Papa, Mama und sechs Blagen. Seien auf der Durchreise, meinte der Vater. Ach ja? Mein Motel war gar nicht ihr Urlaubsziel? Mussten zwei Zimmer buchen, was mir nur recht war. Die Mutter ist im 11. Monat schwanger. Fett wie'n Pottwal. Die wird wohl solange werfen, bis das letzte Ei verbraucht ist. Meine Rente scheint gesichert zu sein.

Die älteste Tochter ist vielleicht 15 und ein ganz übles Flittchen. Sitzt breitbeinig im Minirock draußen auf der Bank und präsentiert dem Schnüffler hinterm Kaktus ihre Möse. Der Mann wichst und wichst. Die beiden widern mich an!

Die vier Jungs der Familie treiben nur Unfug. Haben mir schön kräftig die Ziegen aufgemischt, die Rotzbengel. Einen von ihnen habe ich mir geschnappt. Ich verpasste ihm eine richtig deftige Ohrfeige, seine Backe war schon rot, ehe meine Hand sie traf. Da hat er laut geplärrt, dass sein Vater sogleich angerannt kam. Er blickte mich dankbar und verliebt an.

Verdammt, ich will ficken!

quote="Tate Jeff"]9. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

lag die ganze Nacht wach. Hatte gehofft, Bob würde mir einen Besuch abstatten. Bob, der Vater dieser verkommenen Familie aus den Zimmern 7 und 8. Sogar die Beine hatte ich mir rasiert. Musste bestimmt seiner schwangeren Alten den Bauch streicheln. Hoffentlich dachte er dabei an mich und schlief mit einer Latte ein.

Später, so gegen 2 Uhr, hörte ich draußen ein unterdrücktes Stöhnen. Der Mann mit dem Fernglas hatte endlich abgespritzt. Oder er war im Stehen eingeschlafen und in den Kaktus gekippt. Oder beides.[/Quote


10. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

das Schreiben habe ich jetzt endgültig aufgegeben. Keine Zeit für diesen stillen Kram. Andere können das auch viel besser. Ich brauche ein Hobby, das ich beim Melken und Zimmerputzen ausleben kann. Ich will Sängerin werden! Oder Nutte.

Bob ist mit seinem Klan weiter Richtung Osten gezogen. Seine Blagen haben hier schlimme Verwüstungen angerichtet. Wenn Fixing-Fred demnächst wieder vorbei kommt, wird er so einiges zu tun haben. Hoffentlich kommt er bald. Manchmal kriegt man ihn monatelang nicht zu sehen.

Den Spanner hinterm Kaktus habe ich Spaktus getauft. Braucht ja auch'n Name, der Mann. Seit heute wird er selbst beobachtet, von einer alten Frau, die sich gut 50 Meter entfernt hinter einem Eselkadaver positioniert hat. Hat ihr Fernrohr stets auf Spaktus gerichtet. Seltsam alles.
11. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

Spaktus und die Kadaver-Omma sind zwei zähe Typen. Rücken keinen Zentimeter von ihren Posten. Kadaver-Omma hat einen feindselig verkniffenden Gesichtsausdruck. Es sieht ganz so aus, als wolle sie Spaktus ans Leder. Die kann bestimmt Karate! Ich frage mich nur, warum sie ihn nicht schon längst angesprungen hat. Jedenfalls wird mir die Sache langsam unheimlich. Habe meine Schrotflinte immer griffbereit. Sobald sich nur einer von ihnen meinem Motel nähert, schieße ich.



12. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

Der-Nur-Im-Suff-Tanzt will zu Besuch kommen. Hat sich vor ein paar Stunden per Rauchzeichen gemeldet. Muss erst noch einen kranken Häuptling verarzten, dann kommt er. Hab' auch gleich zurück geraucht, dass ich seine Hilfe gut gebrauchen könnte. Mit seinen Fähigkeiten wäre es ein Leichtes, Spaktus und Kadaver-Omma zu vertreiben. Die Rauchzeichen sind weit weg, irgendwo in den Bergen im Westen. Vor dem Morgengrauen wird er wohl nicht hier erscheinen. Muss mal schauen, ob ich ausreichend Alkohol für ihn habe.

. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

was für ein Tag! Der-Nur-Im-Suff-Tanzt tauchte pünktlich zum Frühstück auf. Wie immer mit tausend Plastiktüten, in denen er all seine Mittelchen und Zaubertränke aufbewahrte. Haben gesoffen, über alte Zeiten gesprochen und uns gut amüsiert. Irgendwann erkundigte er sich nach Pidder. Als ich ihm keine Antwort gab, fragte er: "Liegt er neben Harold?"
"Nee, über ihm. Wollte nicht wieder so tief buddeln."
"Verstehe. Oh yeah."

Dann widmeten wir uns meinem Problem. Mein Freund, der Medizinmann, blickte durch die getönte Fensterscheibe, um sich ein Bild über den Ernst der Lage zu machen.
"Spaktus ist ein leichtes Ziel," meinte er. "Das haben wir gleich."
Aus einer Plastiktüte holte er ein Pusterohr hervor. Er dippte eine kleine Pfeilspitze in ein Einmachglas mit braunem Schleim, öffnete das Fenster einen klitzekleinen Spalt und setzte zum Schuss an. Es machte kurz Fopp, als er ins Rohr blies. Spaktus ließ augenblicklich sein Fernglas fallen und fasste sich an den Nacken. Zwei Sekunden später sackte er zusammen.
"Tot?" fragte ich.
"Oder Koma. Oh yeah. Die Kadaver-Omma ist zu weit weg. Da komme ich nicht ran. Aber sie wird sich nach Einbruch der Dunkelheit sicher in Bewegung setzen. Jetzt heißt es abwarten. Oh yeah."

Liegen nun auf der Lauer und warten auf den Sonnenuntergang.


14. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

gestern Abend wurde es nochmal richtig spannend. Gemeinsam klebten Der-Nur-Im-Suff-Tanzt und ich vorm Fenster, tranken Whiskey und warteten darauf, dass es dunkel wurde. Gelegentlich grabschte mir der Medizinman zwischen die Beine. Er weiss, dass ich geil auf ihn bin. Vor mehreren Jahren hat er mich mal am Brunnen knallhart durchgevögelt. Etwas zu hart, denn ich bin in den Brunnen gefallen und er hat sich einfach verpisst. Bis heute warte ich auf eine Entschuldigung.

"Ich ficke besser als Pidder," rülpste er in mein Ohr.
"Das kann ich nicht beurteilen. Pidder hat mich nie gefickt."
Der-Nur-Im-Suff-Tanzt rülpste erneut. Diesmal überrascht.
"Unmöglich! Oh yeah. Und warum nicht?"
"Weicheier lasse ich nicht in die Schere. Sie dürfen mich fingern, wenn sie artig waren."
"Und Harold?"
"Weichei und verkappter Schwuler."
"Verstehe. Oh yeah. Pssst! Da draußen bewegt sich etwas."

Wir spähten durchs Fenster. Hinter dem Eselkadaver robbte die Kadaver-Omma ins Freie. Sie wähnte sich im sicheren Schutz der Dunkelheit, doch der Mond schien hell genug, dass wir ihren dicken Hintern durch den Wüstensand kriechen sehen konnten. Sie bewegte sich auf Spaktus zu. Als sie ihn erreichte, machte sie sich sofort daran, seine Taschen zu durchsuchen. Sie fand etwas. Ich konnte nicht erkennen, was es war, aber ich sah, wie sie sich den Gegenstand in den Ausschnitt stopfte. Dann machte es Fopp. Der-Nur-Im-Suff-Tanzt hatte wieder zugeschlagen. Kadaver-Omma furzte noch einmal laut und schlug mit dem Kopf in den Sand. Mein besoffener Freund grinste mich schelmisch an.

"Ficken?"

15. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

eigentlich hatte ich heute übers Ficken und Scheißen schreiben wollen. Haben aber gestern einen sensationellen Fund gemacht. Der Gegenstand, den sich die Kadaver-Omma (tot) von Spaktus (Koma) unter den Nagel gerissen hat, ist eine Schatzkarte. Hoffen wir zumindest. Sieht aus wie eine Schatzkarte. Ist ein Kreuz drauf. Jetzt müssen wir nur noch rausfinden, wo der Schatz begraben liegt.

Spaktus haben wir auf einem Stuhl am Küchentisch festgebunden. Wenn er aufwacht, schlage ich ihn wieder bewusstlos.
. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

während ich den ganzen Tag über der Schatzkarte brütete, hing Der-Nur-Im-Suff-Tanzt vorm Computer und surfte im Internet. Sowas hat er in seinem Wigwam nicht. Meistens schaut er sich diese pornografischen Indianerwebsites an, auf denen muskulöse Krieger in Federschmuck und Kriegsbemalung ihre Squaws von hinten pimpern und ihnen dabei feste am Skalp ziehen. Turnt mich überhaupt nicht an. Ich mag's gern härter. Heute hatte er sich aber an irgendeiner Seite festgebissen, wo es lustige Geschichten zu lesen gab. Freute sich stundenlang wie ein Kind, schluckte Whiskey und rülpste.

Spaktus kam im Laufe des Tages zu Bewusstsein. Zunächst verhielt er sich normal, halt wie jemand, der aus einer tiefen Bewusstlosigkeit aufwacht und sich an einem Küchenstuhl gefesselt wiederfindet. Glotzte erst überrascht, dann etwas panisch, stammelte alberne Dinge, wie “Was soll das? Ich will nach Hause!”, und pisste mir den Küchenboden voll. Er ging mir so sehr auf die Titten, dass ich ihm die Schaufel, mit der ich die Kadaver-Omma vergraben hatte, durchs Gesicht zog. Danach war er erstmal ruhig.

“Was sollen wir mit dem Pimpf machen?” fragte ich.
“Mir egal. Ich will lesen. Studiere gerade den Schmurnz. Tate, es gibt sprechende Möhren! Oh yeah. Die können richtig motzen!”

Besoffenes Stück Scheiße! Ich liebe diesen Mann.

Die Schatzkarte machte keinen Sinn. Bin nicht gut im Kartenlesen. Kann eh kaum lesen. Schreiben klappt einigermaßen, aber mit dem Lesen hapert’s. Die Karte zeigte eine Wüstenlandschaft, und irgendwo mittendrin hatte jemand ein Kreuz eingezeichnet, gleich nebem einem Highway.

“Gott, bist du dämlich, Frau!” Spaktus hatte Mut getankt.
“Warum?”
“Die Frage zu beantworten, würde mich so dämlich machen wie du.”
“Wo liegt der Schatz begraben?”
“In meinem Arsch.”

Das war gelogen. Ich habe nachgeschaut



17. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

Der-Nur-Im-Suff-Tanzt ist ein Genie. Hat herausgefunden, dass sich der Schatz mit großer Wahrscheinlichkeit unterm Motel befindet. Jetzt hat er im Schlafzimmer den Holzboden rausgerissen und gräbt tiefe Löcher.

Spaktus lässt sich von mir nicht füttern. Meine Suppe hat er mir frech ins Gesicht gespuckt. Die vorwurfsvollen Blicke jucken mich nicht. Sobald wir den Schatz gefunden haben, wird Spaktus über die Kadaver-Omma gelegt.

Und neue Gäste sind heute eingetroffen. Ein älteres Pärchen aus Europa. Das könnte kompliziert werden.

Hi Ta-Bu,

sind auf eine Truhe gestoßen. Der-Nur-Im-Suff-Tanzt musste sich schwer ins Zeug legen. Nach dem vierten Loch wurde er fündig. Die Truhe ist groß, doch der Inhalt klein und enttäuschend. Ein rechteckiger Kasten mit Zahlen drauf, die sich durch kleine Rädchen beliebig verändern lassen. Sind gleich beim ersten Versuch weit in die Zukunft gerutscht. Ohne Spaktus. Der sitzt noch in der Gegenwart und wundert sich wahrscheinlich, wo wir abgeblieben sind. Gold oder Edelsteine wären mir schon lieber gewesen als eine Zeitmaschine.

Eben hat Der-Nur-Im-Suff-Tanzt den Kasten fallen lassen, der besoffene Hund. Jetzt hört man ein loses Teil im Inneren rasseln. Eine kaputte Zeitmaschine. Tolle Wurst! Wer kümmert sich nun um die europäischen Gäste?


26 Juni, 1487

Hi Ta-Bu,

Der-Nur-Im-Suff-Tanzt ist noch mit dem Feintuning beschäftigt. Ich hoffe, er kriegt das wieder hin.
2007?

Hi Ta-bu,

verrückte Scheiße! Wann bin ich? Bin ich in der Zukunft oder in der Vergangenheit? Mal so, mal so, glaube ich. Mr. Medicine Man hier drüben friemelt an dem Zeitkasten herum. Fast hätte er ihn gefrustet an die Wand geschmettert. Wurde richtig grantig. Als ich ihn auf den T-Rex vorm Küchenfenster aufmerksam machte, besann er sich zum Glück und drehte hastig an den Rädchen.

Die Zeitsprünge drehen mir den Magen um. In der Vergangenheit muss ich grundsätzlich kotzen. Gut, dass ich das nicht aufwischen musste. Bei Zukunftsreisen stehen mir die Nackenhaare hoch. Besonders wenn ich sehe, was ein gewisser Steve Gripp aus meinem Motel machen wird. Die Sau werde ich aufspüren!

Im Moment bin ich entspannt. Nähern wir uns der Gegenwart?

20. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

heute ist der 20. Januar. So gesehen befinden wir uns immer noch nicht in der Gegenwart, aber ich glaube nicht, dass wir noch dichter rankommen werden. Nach Der-Nur-Im-Suff-Tanzts letztem Versuch, uns in die richtige Zeit zu befördern, tauchte Spaktus wieder am Küchentisch auf. Das reichte mir und ich riss den Zeitkasten an mich.

"Seid ihr wahnsinnig?!" schrie Spaktus. "Lasst mich hier einfach drei Tage sitzen?" Was für ein Jammerlappen! Der-Nur-Im-Suff-Tanzt schnappte sich seine Plastiktüten.
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"Ich habe Durst."
"Ich auch. Bin gleich wieder da."

Ich ging kurz an den Brunnen und erfrischte mich an dem eiskalten Wasser. Das tat gut.

"Bekomme ich jetzt etwas zu trinken?"
"Hab nix. Nur Wasser."
"Wasser ist mir recht."
"Ich geh nicht nochmal los!"
"Verdammt, ich verdurste!"
"Nicht mein Problem. Stirb endlich!"
"Aber warum?"
"Keine Widerworte. Stirb!"
"Ich bin noch nicht soweit."
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Beitrag#49von Tate Jeff » 23. Jan 2007 05:28

23. Januar, 2007

Hi Ta-Bu,

weiß nicht, was passiert ist. Drehte mich nur für einen Augenblick weg und schon kam mir etwas ins Gesicht geflogen. War einen ganzen Tag bewusstlos. Als ich wieder wach wurde, war Spaktus verschwunden. Er hatte mir zum Abschied auf den Bauch geschissen und einen Zettel in den Haufen gesteckt:

"Wollte dich erst töten. Damit würde ich dir einen Gefallen tun. So nett will ich nicht sein. Fürchte dich! Bis bald."

Den Zeitkasten hat er auch mitgenommen. Soll mir recht sein. Ich muss die Zimmer putzen.
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Beitrag#50von brigitte.m » 23. Jan 2007 19:08

ja Tata Jeff,

ich weiß nicht so richtig was ich von diesen eintragungen halten soll. für nur eintragungen für dich ok.
willst du in den literarischen bereich damit, dann geht es mir wie xund, da gefällt es mir nicht.

um ehrlich zu sein, da taugt es nicht zu.

es ist stückwerk.

lg brigitte
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