Fotografen-Fantasien
Zwei Augen. Zwei Menschenaugen. Und ein drittes. Ein automatisches. Eines, das klickt, das Bilder schluckt. Eines, das einsaugt, was zwei Menschenaugen nicht sehen. Haarrisse. Poren. Staubkörnchen. Tänzelndes Licht auf starrem Leben.
Zwei Menschenaugen führen das dritte, das klickend-blinzelnde Auge an der Hand. Zum Augenblicke fressenden Festschmaus. Schau hier im winterlichen Park, rufen die zwei Menschenaugen. Ein Plüschtier und ein alter Mann auf einer Bank. Knipse.
Ein schwarz-weiß-graues Bild an einer Wand:
Eine Bank im winterlichen Park.
Ein pausbäckiges prallbäuchiges Plüschtier.
Ein alter Mann. Wie hinter Wänden.
Und viele Plastiktüten.
Rechts und links.
Vielleicht war es so:
Ein Plüschtier wollte mit den Beinen baumeln und ging mit einem Kind in einen Park. Taumelnde Äste. Müder Schnee. Rissiger Schlamm. Sonnenwärme auf einer Bank. Ein alter Mann im Schattenspiel des Winds. Und viele Plastiktüten rechts und links.
Was hast du in den Tüten, fragt das Kind.
Mein Leben ..., antwortet der Mann.
Dein Leben ... in den Tüten, staunt das Kind.
Mein Essen, meine Kleider, sagt der Mann.
Dein Bett?
Mein Bett.
Dein Zimmer?
Mein Zimmer.
Wohnst du einfach nur in diesen Tüten, fragt das Kind.
Ich wohne überall ... im Park. Ich bin ein Penner.
EIN PENNER, EIN PENNER, EIN PENNER.
Das Kind läuft unter taumelnden Ästen. Über müden Schnee und rissigen Schlamm. Weg nur weg von der sonnigen Bank. Nach Hause, weg vom Penner.
Ein schwarz-weiß-graues Bild an einer Wand:
Eine Bank im winterlichen Park.
Ein pausbäckiges prallbäuchiges Plüschtier.
Ein alter Mann. Wie hinter Wänden.
Und Einsamkeit zum Leben-Kennenlernen.
Rechts und links.






