Schützenflucht

Humoristische und satirische Gedichte. Heiteres, Bissiges, Schwarzes ...

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Schützenflucht

Beitrag#1von Melusine » 13. Feb 2008 16:10

Schützenflucht
(k)ein Valentinsgedicht


Ein Pfeil blieb stecken eben
der andre ging daneben
der amtsbekannte Schütze
wird steckbrieflich gesucht.

Gott Amor war besoffen
drum hat er nicht getroffen
und weil er sich so schämte
beging er Schützenflucht.

Die traurige Geschichte
von der ich hier berichte
hat gar keine Moral.

Der Eros ist ein Bengel
schwingt lustig seinen Schwengel
wen’s trifft ist ihm egal.


(11/2005)
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Beitrag#2von Der Ohrenschützer » 15. Feb 2008 10:49

Hallo Mel,

nicht schlecht gelungen; der größte Makel steckt meiner Meinung nach leider ausgerechnet in der ersten Zeile.

"Ein Pfeil blieb stecken eben"? Der eine Pfeil blieb stecken - na eben? Aber wo, im Köcher, im Körper des/der Getroffenen? Oder "eben" im Sinne von "im Boden vor dem Ziel"? Wahrscheinlich meintest Du, der eine Pfeil traf "Dich", der zweite zugehörige den anderen jedoch nicht. Der Text hat eine bessere erste Zeile verdient, finde ich. 8)

Der Rest ist gut komponiert, sprachlich einwandfrei und schön flüssig. Und dass der Schluss nicht ganz so knackig ist, hast Du in der dritten Strophe elegant selbst untergebracht. Schön. Schönen Gruß,
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Beitrag#3von Melusine » 15. Feb 2008 17:26

Oh je ... und dabei war ich so stolz darauf, dass dieses mein Werklein unlängst jemanden schwer beeindruckt hat ... seufz. Es ist doch auf nichts und niemanden Verlass!

Das "eben" ist als "soeben" oder "gerade eben" zu verstehen. Aber wenn's nicht so rüberkommt, dann hakt es da - ganz klar.
Ansonsten: Ja, stimmt, es ist so gemeint, dass der eine Pfeil trifft, der andere nicht.

Mir fällt im Moment nicht ein, wie sich das befriedigend umformulieren ließe. Vielleicht kommt mir ja noch eine Idee, mal sehen.
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Beitrag#4von Der Ohrenschützer » 15. Feb 2008 17:36

Ah, Du meinst soeben. Ich stund auf der Leitung. Wie wär's also mit:

Ein Pfeil, der traf soeben

:-D
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Beitrag#5von Melusine » 15. Feb 2008 17:45

Hmm. Ich mag das "Steckenbleiben", weil ich dabei an den wippenden Pfeil in einer Zielscheibe denke ... Robin Hood und so. Und außerdem wegen "Steckbrief".
Das eingeschobene "der" ist mir außerdem irgendwie zu schwerfällig, das verlangsamt. Überhaupt finde ich es stilistisch eher unschön. Aber danke für den Vorschlag! Ich denke darüber nach.
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Beitrag#6von Der Ohrenschützer » 15. Feb 2008 18:24

Verstehe. Die Parallele stecken und steckbrieflich zu erhalten wird dann natürlich schwierig. Das ginge nur noch "Ein Pfeil steckt tief im Leben", aber das wird wahrscheinlich zu artifiziell. Die beste Lösung ist sicher die, die Dir selber einfällt, aber Nachdenken darüber zahlte sich sicherlich aus.
8)
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