Vermessen

Humoristische und satirische Gedichte. Heiteres, Bissiges, Schwarzes ...

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Beitrag#1von Melusine » 5. Aug 2010 22:11

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Da steht ja was über, sagt der Schalterbeamte
auf dem Eichamt für Poesie.
Das geht so nicht! Das muss weg! Und der Vers hier –
mit gerunzelter Stirn liest er
die Verswaage ab –
ist zu leicht. Da fehlen
drei Schwachsilben.


So kann ich das leider auf gar keinen Fall annehmen. Deklarieren Sie's halt als Prosa, dann gibt es keine weiteren Probleme und Sie ersparen sich sogar noch die Strafgebühren.



/edit: Titel geändert, genauer: das Werkchen aus der Serie "Dichter am Werk" herausgenommen.
Zuletzt geändert von Melusine am 8. Aug 2010 20:37, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitrag#2von st.krannowitz » 5. Aug 2010 22:58

Manchmal ist es wirklich schwer, deine Werke zu interpretieren.
Ist jetzt Der, der sich denkt.
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Beitrag#3von EMJu » 6. Aug 2010 07:11

:-D :-D :-D
Malern und Dichtern war es stets erlaubt zu wagen, was immer beliebt. (Horaz)
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vertan

Beitrag#4von bonanzamargot » 6. Aug 2010 10:38

wenn man sich beim lesen kitzelt, wird`s lustig.
hättest besser einfach einen kommentar geschrieben - als dieses seltsam unkomiche humoristische gedicht.
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Beitrag#5von Der Ohrenschützer » 6. Aug 2010 12:18

Meinen Geschmack trifft's punktgenau.
Allein der prägnant-vieldeutige Titel - wunderbar. Auch wenn's jetzt anlassbezogen war, spiegelt es sehr schön weit verbreitete Befindlichkeiten in literarischem Bezug.

Gut gemacht! :green_001:
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Beitrag#6von bonanzamargot » 6. Aug 2010 12:34

wenn es so einfach wäre wie beim postbeamten, der literatur abwägt und sie je nachdem als lyrik oder prosa deklariert.
ich fühlte mich mit meiner kritik durchaus nicht wie ein beamter. mir geht es nicht um ein abstempeln sondern um die diskussion.
aber um beim bild zu bleiben: ein päckchen (prosa) ist nunmal kein brief (lyrik), ganz egal, was in päckchen oder brief drin ist. ebenso ist ein fahrrad kein auto oder umgekehrt.
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Beitrag#7von Melusine » 6. Aug 2010 19:54

Danke für eure Kommentare.

@bon: Das ist nicht humoristisch (auch nicht humoristich - achte darauf, dass du deine rheinländiche Aus-Chprache beim Chreiben nicht phonetich umsetzt, das wirkt sonst unfreiwillig komich), sondern satirisch. Über Satire muss man nicht lachen können. Sie soll ganz im Gegenteil dem, der sich davon betroffen fühlt, im Halse stecken bleiben. Dann hat sie ihren Zweck erfüllt.


@Ohrenschützer: Anlassbezogen wars eigentlich nur insofern, als mir Herr Dr. lyr. Margot die passende Idee für den Schluss lieferte. Der Text an sich ist schon älteren Datums, ich hatte in letzter Zeit mehrmals versucht, ihn zu überarbeiten, kam aber mit dem Schluss nicht so recht voran. Vielleicht braucht man für dergleichen einen konkreten Anlass. Als ich die ursprüngliche Version verfasste, gab es auch einen.
Freut mich, wenn's gefällt. :)


@st.krannowitz: War das jetzt ernst oder satirisch gemeint? (Ernst gemeinte Frage!)
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Beitrag#8von bonanzamargot » 7. Aug 2010 07:03

dann ist es ebene eine alberne, flache satire in meinen augen.
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Beitrag#9von Ich bin zwei Öltanks » 7. Aug 2010 08:29

aber um beim bild zu bleiben: ein päckchen (prosa) ist nunmal kein brief (lyrik), ganz egal, was in päckchen oder brief drin ist.


Es ist aber möglich, Briefe als Päckchen zu verschicken, wenn sie die zulässigen Höchstmaße überschreiten bzw. zu schwer sind. Is also nich egal, was drin is. Wenn wir beim Bild bleiben.
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Beitrag#10von Melusine » 7. Aug 2010 11:03

Also ich hab jetzt extra mal nachgeschaut, ob "Eichamt" vielleicht ein österreichischer Begriff und daher in Deutschland unbekannt ist. Dem ist aber nicht so. Auf dem Eichamt kann man weder Briefe noch Päckchen aufgeben. Der Ort, an dem man dieses tut, hieß in Deutschland wie in Österreich bis vor Kurzem Postamt.


Ach so... @bon: Wenns dir im Auge stecken bleibt, soll's mir auch recht sein. Dann hast du ja noch mal Glück gehabt, dass es flach und nicht spitz ist.
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