Wollüstige Lindwürmer

Humoristische und satirische Gedichte. Heiteres, Bissiges, Schwarzes ...

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Wollüstige Lindwürmer

Beitrag#1von Melusine » 13. Aug 2008 23:10

Wollüstige Lindwürmer oder:
Freudeschöner Götter Funken Geschichtet

(Berlin Wien Klagen Furt)


Wollüstig
winden sich Würmer
Lindwürmer
Gewürmt
Unter Linden
Gewinde
ein Drachengebinde

Rosse
gerüstet
hoch empor auf dem Tor
und der Cherub

Burgen branden
Hoch schlagen die Wogen
Geburgt, bebürgt, gebrandet, brandgemarkt

Heldenplatz du
friedgehoffter
kriegst ein DenkMal

Gesprossen aus den
Lenden der linden Würmer
mit gezücktem Schwert

Freudenfunken
elysisches Feuerwerk
Fremdarbeiter zu Worms und Weimar

Und der Cherub
steht vor Gott

Erschlagen



(November 2005, angeregt durch hohe lyrische Wortwogen in Lupanistan)
:insider1:
Zuletzt geändert von Melusine am 15. Aug 2008 16:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Antoines Textkritik

Beitrag#2von Antoine » 14. Aug 2008 00:24

Wollüstige Lindwürmer oder:
Freudeschöner Götter Funken Geschichtet
(Berlin Wien Klagen Furt)


Wollüstig
winden sich Würmer
Lindwürmer
Gewürmt
Unter Linden
Gewinde
ein Drachengebinde

Rosse
gerüstet
hoch empor auf dem Tor
und der Cherub

Burgen branden
Hoch schlagen die Wogen
Geburgt, bebürgt, gebrandet, brandgemarkt

Heldenplatz du
friedgehoffter
kriegst ein DenkMal

Gesprossen aus den
Lenden der linden Würmer
mit gezücktem Schwert

Freudenfunken
elysisches Feuerwerk
Fremdarbeiter zu Worms und Weimar

Und der Cherub
steht vor Gott

Erschlagen

Bewertung: Zwei von fünf Regenbogenfarben!
Kritik im Einzelnen:

Zunächts ist zu sagen, dieser Dichter kennt seinen Schiller.
Hatte es Beethoven noch sehr schwer sich damit abzufinden, dass die „Ode an die Freude", einen wichtigen Beitrag für die 9.(die Neunte) darstellen sollte, was sich nicht zuletzt in der etwas profanen Melodieführung und der einfachst gestalteten Akkordfolgen dieses Werkes zeigt (die des vierten Satzes natürlich!), die dem gestandenen Musikwissenschaftler nur ein lässiges Lächeln zu entlocken vermag, so geht hier diesem hoffnungsvollen Talent, angesichts dieser mächtigen Dichterpersönlichkeit (Schiller natürlich, Goethe war ein Schmock!), „der Arsch ganz gründlich auf Grundeis“!
Goethe, nun ja, ganz niedlich! Aber Schiller? Halleluja, da öffnen sich die Himmel und die Heerscharen frohlocken!


Burgen branden (Burger brannten! Wo? Bei Burger King?)


Hoch schlagen die Wogen (Hoch hinauf, wo ist das Ende des Regenbogens, an dem der Topf mit Omas Zimtgebäck dahinmodert?)


Geburgt, bebürgt, gebrandet, brandgemarkt? Brand, englisch für Marke. Gemarkt, Marke eingebrannt! (Brandzeichen wie auf der Ponderosa?) Hier lässt Papa Cartwright grasen!


Freudenfunken (Freudenflunkern?)



elysisches Feuerwerk (Jo isches schon wieder Sylvester?)


Und nun kommt er, der olle Hansen, Quatsch Schiller natürlich


Fremdarbeiter zu Worms und Weimar

Schiller, Schiller, du entschwandest und mit dir mein Murmeltier!

Doch, doch, die alten Klassiker haben uns ihr Brandzeichen ganz tief in die Gesäßbeutel gedampft!
Und davon dürfte sich jeder Lyrikbegeisterte überzeugen, der sich obigen Text nur ruhig genug zu Gemüte führt!

Und der Cherub fehlt auch nicht, selbst wenn er von der Worte Wucht erschlagen, nur noch ganz zart „Hilfe“ stöhnt.

Schön! Gefällt! Vielleicht sogar Schiller, der von!

Gruß Antoine, …der mit dem Vers kämpft. Immer öfter!
Antoine
 

Beitrag#3von Melusine » 14. Aug 2008 01:10

Guter Ansatz, Sautoni. Weiter so!

Im Übrigen ist dir hoffentlich nicht entgangen, dass dies Werklein unter "Humoristische und satirische Gedichte" eingeordnet wurde. Es handelt sich hier um eine Persiflage. Oder sagen wir mal, um den Versuch einer solchen.

War seinerzeit als Antwort auf hochtrabende Bildungslyrik gedacht. Ich fand die mundoffenen Ehrfurchtskritiken zu derartigen Texten lächerlich und wollte beweisen, dass dergleichen mit einiger Mühe jeder zustande kriegt, der einige Schulbildung genossen hat und halbwegs mit Sprache umzugehen weiß. Ist mir offenbar gelungen. Vorliegendes Elaborat war peinlicherweise eins meiner höchstbewerteten in ca. 14 Monaten Leselupendasein ...


Schiller is der Killer :lol: - es steckt aber mehr drin als eine freudvolle Ode. Und mach mir gefälligst meinen Beethoven nicht runter, alles was recht is!
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Beitrag#4von Antoine » 14. Aug 2008 11:50

Och nö! Unsere Aufpassbiene, Mel.sine, die, die mir immer genüsslich mit nem Arschtritt in den Arsch tritt und dabei behauptet, dass ich es wäre, der mittels Sense und aufgepflanztem Bajonett durch die Reihen der geflissentlich vor sich hindichtenden Dichter geht, um diese einen Kopf kürzer zu machen, erdreistet sich solchens.
Sie setzt ein dahingefleuchtes Pseudologisches Geschreibsel in die Reihe ernstgemeinter Dichtung, nur um diese Dichter am Nasenring ihrer Bestimmung zuzuführen!
Also manchmal ist er steinig, der Weg der Selbererkenntnis! Steinig und gesäumt von betörend duftenden, dennoch höchst giftigen Früchten!

Merke, das was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keiner Oma zu!


Beethoven, zuletzt kränkelndes Genie mit Taubheit geschlagen, hat niemals seine Abneigung Schillers Ode gegenüber unter der Decke gehalten! Text war ihm zu profan. Und daraus resultiert auch das "stümperhafte Hingekritzle" des 4. Satzes, der allerdings heute wie von Anfang an, immer noch zu den bekanntesten und beliebtesten Werken des Geniusses zählt und wie auch ich meine, ganz zu Recht!

Antoine, der es wie Mel.sine hält, immer gute Miene!

Ach ja! Schulbildung! Was ist das? Genügt da siebte Klasse Volksschule, mit anschließend Handwerkerlehre und Gesellenbrief? (Wie bei mir)
Antoine
 

Beitrag#5von Melusine » 15. Aug 2008 13:19

Danke für das Kompliment, dass du dieses kleine Meisterwerk für "dahingefleuchtes Geschreibsel" zu halten beliebst. Soooo genial bin ich nun auch wieder nicht - neinnein, das hat mich schon ein paar Stunden gekostet.

Du verkennst zudem ganz offensichtlich den Sinn und Stellenwert einer Persiflage. (Nicht zu verwechseln mit Parodie.) Wer über den nötigen "bürgerlichen" Bildungshintergrund verfügt, versteht sowohl den Inhalt als auch die ironische Brechung des Textes. Er, also der Text, ist durchaus ernst gemeint!

Ich könnte dir, wenn ich wollte (aber ich will nicht) das Gedicht Zeile für Zeile erklären. Es sind zwar freie Assoziationen und Wortspielereien, doch hat das Ganze einen inhaltlichen Zusammenhang und eine Aussage, wenngleich (und das ist durchaus Absicht) keine, die unmittelbar ins Auge springen würde. Der Titel ist Programm.

Möglicherweise wars handwerklich wirklich eins meiner besten Gedichte in der Leselupe. Ich persönlich finde ja, dass es zu sehr mit hintergründiger Symbolik überladen ist, um "gute Lyrik" zu sein. Auch das war natürlich Absicht - eben: mit ironischer Brechung.


Ach ja... wenn du den Unterschied zwischen Persiflage und Parodie wissen willst: Meine Blas-Femie ist eine Parodie.

Egal ob Parodie oder Persiflage, beides erfordert jedenfalls ein Mindestmaß an Handwerksbeherrschung.

Würde ich eine Geige zur Hand nehmen und darauf herumkratzen, bis meinen Nachbarn die Ohren abfallen, so wäre das keine "Parodie" auf das (vielleicht noch etwas ungelenke) Klavierspiel der Nachbarstochter, sondern schlicht und ergreifend vorsätzliche Lärmbelästigung.
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Beitrag#6von Mentzel » 15. Aug 2008 13:46

Eine Rechtsunkundige schrieb:

keine "Parodie" auf das (vielleicht noch etwas ungelenke) Klavierspiel der Nachbarstochter, sondern schlicht und ergreifend vorsätzliche Lärmbelästigung.


Na, jetzt mag ich Dich aber mal gerne berichtigen: Es handelt sich bei diesem Tatbestand um vorsätzliche Körperverletzung :mrgreen:
http://thomasmentzel.blogspot.com/

Ratschläge? Deinen Rat nehme ich gerne, die Schläge kannst Du behalten!
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Beitrag#7von Antoine » 15. Aug 2008 14:57

Melusine hat geschrieben:Danke für das Kompliment, dass du dieses kleine Meisterwerk für "dahingefleuchtes Geschreibsel" zu halten beliebst. Soooo genial bin ich nun auch wieder nicht - neinnein...
So da Frau und Hund Gassi sind, kann ich mich mit obigem Text unvoreingenommen beschäftigen.

Die Autorin legt sich schon sofort im ersten Satz mit dem Leser und damit auch dem Rezensenten an.

Wohl als Titel oder Überschrift gemeint stehen

"Wollüstige Lindwürmer"


im Focus der Betrachtung.
Wer oder was ist gemeint? Godzilla mit nem "Steifen"?
Nettes Bild, welches sich Hollywood mal zu Herzen nehmen sollte.
Ein Urzeitviech mit ner Riesenlatte, das alles bummst was Ohren hat.


Freudeschöner Götter Funken Geschichtet


Im nächsten Halbsatz nimmt das Luder(die Autorin, der Rez.)
beinahe alles wieder zurück. Die von Godzilla vernaschten werden ganz plötzlich von Opfern zu
Beglückten gekührt, denen Godzilla seine Gnade im Tempo "Mach Eins" verlötet.

(Berlin Wien Klagen Furt)

Hier wird aufeinmal klar, dass das Ganze gar nicht in NEW YORK, sondern in der Germanischen
Provinz spielt, Godzilla gar nicht gemeint, sondern wohl eher der von Jung Siegfried
gemeuchelte "Fafnir", ein eher kommunikativ eingestelltes Untier wohl ein Opfer
Germanischer Großmannsucht wurde und nun als Grund für Jung Siegfrieds Aufstieg herhalten
muss. Weiterhin wird deutlich, dass Klagen und Furt bedeutungsschwanger klingen, aber nichts
mit Heldenwetter zu tun haben.

Wollüstig
winden sich Würmer
Lindwürmer
Gewürmt
Unter Linden
Gewinde
ein Drachengebinde


Hier wirds konkret! Wollust muss wohl mit Schmerz gepaart sein, die Windung in der Dichtung
sozusagen. "Es ist die perfekte Welle", wie die Beachboys sagen würden!
Nur, dass Beachboys sich wohl kaum unter Deutschen Linden winden, eher schon unter
ihresgleichen.

Rosse
gerüstet
hoch empor auf dem Tor
und der Cherub

"Und der Kuckuck hängt noch immer an der Wand!", sang einst Ulrich Rosski und die Autorin
muss wohl dieses Bild vor Augen gehabt haben und versucht den Begriff Kuckuck nicht mit
Amtsgericht und Zwangsvollstreckung in Zusammenhang zu bringen. Ersatzhandlungen
bestimmen unser Bewustsein mehr als die meisten von uns wissen können. Zwanghaftes
Verhalten so zu sagen.

Burgen branden
Hoch schlagen die Wogen
Geburgt, bebürgt, gebrandet, brandgemarkt


Hier auf einmal entschwanden der Autorin die Sinne! Aufgewacht versuchte sie ihr wirres
Gedankengebilde wieder in ruhigere Bahnen umzuleiten, wobei ihr einige Begriffe entfleuchten.

Heldenplatz du
friedgehoffter
kriegst ein DenkMal


Rückkehr an die Basis! Helden sinds oder ihre Namen zumindest. Helden brauchen...
Heldentaten geschehen...im Krieg oder bei Großveranstaltungen... wie Fussball-EMs in Wien!
Denken ist bei Heldentaten wohl eher hinderlich, wie auch beim dichten. Manch Mel!

Gesprossen aus den
Lenden der linden Würmer
mit gezücktem Schwert


Jung Siegfried wurde Held, da unvernüftigerweise unverwundbar, dank Fafnirs blood,
sweat and tears, nachdem er ihm wohl mehr friedensunwillig gegenüber stand.
Was Fafnir mittels der Beachboy-losen Linden zu verhindern wusste, bevor er den Löffel
an Siggi abgab!

Freudenfunken
elysisches Feuerwerk
Fremdarbeiter zu Worms und Weimar


Hier wird wiederum deutlich, dass uns echte Heldendichter fehlen und die Kopien nicht
wirklichen Ersatz bieten. Vietnamesische Zigarrettenverkäufer bei Lotte?
Polnisches Rauchwerk mit eingebauten Sprinklern? Elysisch sofistisch?

Und der Cherub
steht vor Gott


Und wir anderen, die sich durch die Spinnenweben Deutscher Dichtkunst bis hierher gewagt
haben, liegen platt auf der Nase und warten aufs Jüngste Gericht. Und Gott walte Gerechtigkeit!
Für die Dichterin! Wir werden...bezeugen...heimlich!

Erschlagen

von der Wucht der Argumente, die uns davon zu überzeugen wissen...
dieses Werk zu lieben.

Schiller?

Wer verdammt...ist Paul?


Mutti ist mit Fiffi zurück, gleich gibts ein Tässchen Kaffee und hernach muss der Rasenmäher ran, befürchte ich!

Drum liebste Autorin, nimms gelassen! Auch als Rezensent bin ich zu unbegabt und trotzdem habe ich mich bemüht, dir Ehre angedeihen zu lassen. Und das hier, ausgedruckt auf Bütten, ist mein KriegerdenkMal-Entwurf für dich!


Gruß Antoine, ders wie die wollüstigen Lindwürmer, mit Drachengebinden unter Linden treibt und gewurmt, gewürmt, geblümt und gestreift, alles Normale einseift!
Mein Gott, schon wieder Freitag?
Antoine
 

Beitrag#8von Melusine » 15. Aug 2008 15:56

Bitte nimm doch endlich mal Abstand von der irrigen Annahme, die flüchtige Wiedergabe von Leseeindrücken sei eine Rezension. Geringe Schulbildung ist kein Makel, aber wer sie mit der Verwendung "gebildet" klingender Ausdrücke zu verschleiern sucht, deren Bedeutung ihm schleierhaft ist, pflegt sich damit vor allem eines zu machen, nämlich lächerlich.

Es ist mir weitgehend egal, ob du hier deine Dummheit mit Genuss zelebrierst oder wider besseres Wissen Schwachsinn schreibst. Wie du vorher angedeutet hast, scheinst du Schillers "Ode an die Freude" zu kennen bzw. wiedererkannt zu haben; daher sollten dir die hier verwendeten Zeilen
    Wollust ward dem Wurm gegeben,
    Und der Cherub steht vor Gott

eigentlich geläufig sein.

Die hatte ich deshalb gewählt, weil sie mir schon immer ausnehmend lächerlich erschienen.
Natürlich strotzt die gesamte "Ode an die Freude" von lächerlichem Pathos - jedenfalls im Auge des modernen Betrachters. Schillers Zeitgenossen mögen das anders gesehen haben. Ich hab den 4. Satz von Beethovens "Neunter" mehrmals im Chor gesungen und der Text war uns stets ein unerschöpflicher Born der Heiterkeit.

Der Rest ist Geschichte.
Und ein wenig zeitgenössische Politik - aber die kennt unter Umständen nicht jeder. Insbesondere "Klagenfurt" und "Lindwurm" sind möglicherweise nur für Österreicher entzifferbar.

Zumindest den Wiener Heldenplatz und dessen historische Bedeutung (Huldigung an Hitler nach dem "Anschluss") sollte man aber eigentlich schon kennen.*)

Auch die Monumentalarchitektur des Brandenburger Tors sollte einem Deutschen eigentlich geläufig sein, selbst wenn er noch nie in Berlin war. Dass "Unter den Linden" quasi die Champs Elysées von Berlin sind, dürfte ebenfalls weithin bekannt sein.

Ansonsten empfehle ich, sich mit einem Text, der laut Auskunft der Autorin eine Menge Anspielungen enthält, die evtl. nur bei entsprechendem Bildungshintergrund verständlich sein könnten, nicht näher auseinanderzusetzen, wenn man über einen solchen nicht verfügt.

Ich setz mal einen Insidersmilie drunter - schließlich wollen wir hier Menschen ohne "humanistische Bildung" nicht diskriminieren.


*) Ergänzung: Okay, möglicherweise ist deine Unkenntnis gernerationsbedingt. Hierzulande jedenfalls wurde - u.a. laut Aussagen meiner Mutter (Jahrgang 1941) - die Nazizeit in der Schule langezeit totgeschwiegen, und für viele Angehörige der Nachkriegsgeneration dürfte von daher "Wir haben es nicht gewusst" tatsächlich eine wahrheitsgemäße Behauptung sein. Politisch Interessierte haben sich das Wissen in der Regel dann halt selber angeeignet, aber nicht jeder, der sich für einen Rebellen hält, ist politisch interessiert ...
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Beitrag#9von Antoine » 15. Aug 2008 17:32

Melusine hat geschrieben:Bitte nimm doch endlich mal Abstand von der irrigen Annahme, die flüchtige Wiedergabe von Leseeindrücken sei eine Rezension. Geringe Schulbildung ist kein Makel...
Da kommt er wieder zum Vorschein! Der Makel kleinbildungsbürgerlicher, scheinbarer Überlegenheit! Die selber eingebildete Dominanz im Denken, die beinahe ebenso zwangsläufig mit einer höherwertigen Schulbildung daher kommt.

"Bildung hat nur dann wirklichen Wert, wenn man sich nicht immer nur auf sie beruft!", hat einmal ein berufener Mund gerufen.
Ich denke, dass Bildung lediglich eine Aufgabe sein muss und nicht etwa schon ein Ergebnis sein darf. Aufgabe wird bleiben, etwas davon weiterzugeben.

Schiller als theatralisch genutzter Hintergrund? Warum nicht? Wenns funktst!

Jedoch Zitaten ihren Zitatcharakter zu nehmen, nur um Dominiertheit zu präsentieren? Ich weiss es nicht! Bin ich doch nicht (ein)gebildet genug. Da bitte ich um Nachsicht! Hier würden o.a. Aufgabe und gleichsam Verpflichtung, schon wahre Wunder wirken.

Für landsmannschaftlich bedingte Sprachverwirrung bitte ich, nicht den Verständnislosen verantwortlich machen.

Wie schon angedeutet, wurde Schiller schon von Beefhofen höchstselbst gerügt, sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert zu haben mit der Ode.

Seis drum, ein Hit wurds trotzdem!

Und dir, verehte Autorine, sollte doch bekannt sein, dass, wann immer sich ein Autor aus seinem Schneckenhaus hervor traut, er immer angreifbar sein wird, ganz unabhängig von der Motivation des Angreifers.

Und du fühlst dich angegriffen! Allein schon die Tatsache, dass ich deinen Beitrag nicht einfach nur durchwinke, wie nicht nur hier so allgemein üblich, sollte dir zu denken geben.
Zu denken geben, dass es hier irgendwo jemanden gibt (unter noch mehr Anderen), der auch reflektiert! Auch wenn er dir dabei natürlich nicht mal das Wässerchen im Tässerchen reichen kann!


Also das Geheimnis liegt in der Tatsache begründet, dass sich der Autor immer dem Urteil stellen muss, ansonsten er...



meint Antoine, ders gerne Recht macht, aber der auch als Ehrlicher bekannt ist, soleid es ihm dabei auch gut tut!


Ach übrigens, warum klemmts, gerade du bist doch auch noch mehr als nur diretissimo?

Jahrgang 41, junges Mädel noch, deine Mama! Meine Generation sozusagen, neh nicht direkt, aber schon ziemlich nahe dran. So dürften unserer beider Nachkriegserfahrungen doch ziemlich deckungsgleich sein, wenn auch regional bedingt, mit sehr unterschiedlich gefärbten Schwerpunkten!
Antoine
 

Beitrag#10von Melusine » 15. Aug 2008 18:25

Ich bezweifle, dass du irgendwas anderes reflektierst als deine eigene bewunderungswürdige Erscheinung im Humanreflektor des ehelichen Badezimmers, so es die Frau Gemahlin nicht gerade mit Beschlag belegt oder selbiger (der Humanreflektor nämlich) nach ihrem Bade zu beschlagen ist, dein Bild zu reflektieren.

Kleinbildungsbürgertum ist hübsch gesagt und umreißt recht treffend jene Spezies, die zu verarschen dies Werklein ursprünglich vorgesehen war. Möglicherweise ist das gemein, aber mich kotzen diese Gartenzwergakademiker nun mal an. Mich kotzen auch "echte", "geborne" Bildungsbürger in ihrer unbewussten Überheblichkeit an. Da sind mir ehrlich gesagt Proleten mit Goldkettchen, die ungeniert ihren Kontostand per Angeberauto spazierenführen, bei weitem lieber.

Dir, Allerwertester, empfehle ich erneut den Erwerb einer Lesebrille. Oder, sollte es nicht daran liegen, die Geduld, nicht nur die erste und letzte Zeile eines Beitrags zu lesen, sondern auch das dazwischen. Also jetzt: Nicht das Unausgesprochene zwischen den Zeilen, sondern schlicht die Zeilen zwischen der ersten und der letzten Zeile.
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