Als spalte mich ein Winterast

Reime, freie Verse, "moderne" Lyrik (themenunspezifisch)

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Als spalte mich ein Winterast

Beitrag#1von Prosaiker » 11. Dez 2006 01:31

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Langsam
sterben meine Augäpfel auf

Ich wollte Schokolade essen, durfte aber nicht
meine Hände winkten ab

Und es fielen Möbel vom Himmel
wer sollte die fangen

Beleidigungen hingen an den Wänden
festgemacht mit Stecknadeln

Langsam
ists, als spalte mich ein Winterast
.
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Beitrag#2von Melusine » 11. Dez 2006 02:03

Das gefällt mir. Wieder mal.
Wunderbar absurd und dabei viel Gefühl drin.
Ich mag es.

("sterben meine Augäpfel auf" .. hm, damit muss ich mich erst anfreunden.)

Mel
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Beitrag#3von Gast » 11. Dez 2006 02:21

Surrealist der Du bist

eine anarchistische revolutionäre Kunst- und Weltauffassung


es werden absolut reale Dinge in völlig abstrusen Zusammenhängen dargestellt

und ich liebe es...
Gast
 

Beitrag#4von Prosaiker » 11. Dez 2006 22:13

vielen dank euch beiden. ich war, glaub ich, mehrere personen, als ich diesen text schrieb. wahrscheinlich bin ich das immer. sollte mich mal mit schizophrenie auseinandersetzen. et cetera. oder weniger beobachten und mehr stattfinden. beziehungsweise mehr beobachten und weniger stattfinden. ihr seht, ich bin verwirrt.

vg,
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Beitrag#5von Zefira » 11. Dez 2006 23:33

Gefällt mir sehr - das Bild einer Spaltung durch ein sehr verletztes Ich.

Trotzdem scheint mir, die endgültige Form ist noch nicht erreicht. Nur so ein Gefühl.

lG Zefira
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Beitrag#6von Gast » 12. Dez 2006 00:13

Surreal hat keine feste Form

es lebt und es bewegt...


also jeden tag anders und neu. somit hast du sicher recht Zefira..

aber im "dies" ist es fertig und wunderbar...
Gast
 

Beitrag#7von Prosaiker » 12. Dez 2006 01:12

dieses gedicht ist zweifelsohne ohne weiteres anzusehen als ein unrundes werk; dabei ist es bloß, gerade und auch thematisch bedingt, sperrig; kanthölzer im wohnzimmer. dieser text ist so weich, wie ecken weich sein können. es ist alles wichtige in ihm, auch wenn sich vom leser selbst alles aufs trivialste reduzieren ließe - zum beispiel in der zweiten strophe. die ecken sind frisch. die sprache ist nicht abgenutzt. mehr davon auf einem haufen wäre kaum auszuhalten. die nicht vollendete form, die du, zefira, ansprichst, ist die form des augenblicks. weiter, theologisch formuliert, dem pathos zur ehre gereicht: und im augenblick die ewigkeit. vom mikro- in den makrokosmos. konkret diszipliniere ich mich durchaus konsequent durch die zweizeiler. die reduktion des riesenhaften themas zu bildern, zu einem gedicht, muss fast zwangsläufig das gefühl hinterlassen, welches ein fehlen bemerkt. dieses fehlen ist vielleicht, was Als spalte mich ein Winterast ausmacht. ich danke dir für deinen (offensichtlich anregenden) kommentar, und ebenso nochmals dir, casy, für dein einfühlen. du formuliertest kürzer, aber korrespondierend mit mir.

vg,
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Beitrag#8von Gast » 12. Dez 2006 01:27

um so glücklicher bin ich Pro...

das Du auch hier..und ich vom "di-r-ch" lesen darf
Gast
 


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