äußerlichkeiten

Reime, freie Verse, "moderne" Lyrik (themenunspezifisch)

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äußerlichkeiten

Beitrag#1von rosste » 23. Jan 2007 00:21

draußen schneeflocken
in meiner hand ein warmer cognac-
überlegenheitsdialektik für anfänger
bezahlte bereitschaftsdienste
bereiten eine sichere decke-
denkst du
und ich bin nicht bereit
für das tauwetter
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Beitrag#2von brigitte.m » 23. Jan 2007 19:26

gefällt mir

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Beitrag#3von rosste » 24. Jan 2007 00:47

danke brigitte,
das ist so interessant mit den äußerlichkeiten: sie sind zum einen unser kaspertheater, was uns hindert, uns selbst zu sein, zum anderen der willkommene strohhalm, an dem wir uns halten.
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Beitrag#4von NDK » 24. Jan 2007 15:35

Ein Leben lang versuchen wir alles Mögliche in Sicherheit zu bringen, nur um eines Tages feststellen zu müssen, dass es keine letzten Sicherheiten gibt... das Leben ist ein echtes Trauerspiel.

"Überlegenheitsdialektik" - ein sehr schönes und sehr treffendes Wort.

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Beitrag#5von brigitte.m » 24. Jan 2007 17:15

NDK hat geschrieben:Ein Leben lang versuchen wir alles Mögliche in Sicherheit zu bringen, nur um eines Tages feststellen zu müssen, dass es keine letzten Sicherheiten gibt... das Leben ist ein echtes Trauerspiel.

"Überlegenheitsdialektik" - ein sehr schönes und sehr treffendes Wort.

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ein trauerspiel? finde ich nicht, spannend ist es, manchmal zum kotzen, dann wieder sooo schön.

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Beitrag#6von Prosaiker » 24. Jan 2007 22:02

Dein Reden hat mich eingefroren, spinnt mein Kopf da weiter.
Angst vorm Frühling in einem Stilleben, welches von der Begrifflichkeit
her eigentlich jegliches Leben verbietet. In diesem Fall ließe sich
vielleicht eine Ausnahme machen.

vG
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Beitrag#7von rosste » 25. Jan 2007 13:59

@ndk
etwas unsicherheit gehört zum leben dazu wie der wind zu den bergen. nur sicherheit ist eintönig, unrealistisch und langweilig. reine sicherheit ist auch "undialektisch" - der ganze weltraum ist ja "unsicher". tragödien und lustspiele wechseln sich dort genauso ab wie im berliner theater.

@brigitte
die mischung macht`s

@prosa
weiterspinnen... ist die gute antwort auf die zeit vor der schmelze. ein stilleben, das angst vor der kommenden erschütterung hat. vor dem wahren leben?
schön, dass es ausnahmen gibt.

lg
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@ Rosste

Beitrag#8von NDK » 28. Jan 2007 13:00

... ich habe mich oben auf die äußeren, eher augenscheinlichen Sicherheiten bezogen, die den einzelnen Menschen und sein Schicksal in den Mittelpunkt des Sicherheitsdenkens stellt.

Darüber hinaus gibt es doch das Gefühl einer inneren Sicherheit im Sinne eines Eingebundenseins in einen größeren, sinngebenden Kontext von dem beispielsweise Seneca sagt:
"Wie sollten die Wechselfälle des Lebens noch Verwirrung stiften, wenn man voll innerer Sicherheit gegenüber allen Unsicherheiten ist."

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Beitrag#9von rosste » 30. Jan 2007 00:51

@ ndk
ich hatte dich schon verstanden :-)

"...wenn man voll innerer Sicherheit gegenüber allen Unsicherheiten ist." - innere sicherheit tut gut. gegen ALLE unsicherheiten hilft sie sicher nicht. das nehme ich dem seneca nicht ab.

eher leuchtet mir das hier ein:
amicus certus in re incerta cernitur.
(den sicheren freund erkennst du in unsicherer sache.) (ennius)
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Beitrag#10von Dani » 30. Jan 2007 11:27

Mir gefällt das Bild von Cognac und Schnee;
überlegenheitsdialektik für anfänger ist ebenfalls toll. (Ist das nicht eigentlich schon die ganze Dialektik? Oder oute ich mich damit als Anfängerin ;)?)

du kommst
- ich möchte deine Augen sehen
durch beschlagene Brillengläser;
Wasser unter den Stiefeln
eben noch Eis -
bringst mir Kälte, die auf meine Wärme trifft,
(Attraktion für Anfänger).

LG, D.
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