brüchig

Reime, freie Verse, "moderne" Lyrik (themenunspezifisch)

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brüchig

Beitrag#1von NDK » 21. Apr 2007 09:46

die welt ist brüchig unter meinen füßen
aufgeplatzte nähte allenthalben
quillt wundwasser hervor
vermischt sich mit dem blut der hydra

bin längst zu weit gegangen
habe längst genug gesehen
um zu begreifen

ich werde sie nie wiederfinden -
meine heile welt
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Beitrag#2von rosste » 21. Apr 2007 12:14

schön
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Beitrag#3von NDK » 21. Apr 2007 12:49

Per aspera ad astra. Schön ist's meistens erst hinterher.
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Beitrag#4von nachtlichter » 23. Apr 2007 14:13

Starker Text, NDK - beeindruckt mich sehr.
Ich wünsche mir auch, einfach mal wieder unbefangen sein zu können, Vertrauen zu haben, dass alles wieder gut wird – gab es die heile Welt früher, als wir Kinder waren? Oder war sie nur eine Illusion, an die wir uns zu glauben trauten?

Lieben Gruß,

nachtlichter
Auch Motten schmettern links ^^
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Beitrag#5von NDK » 24. Apr 2007 13:10

Vielen Dank für das Lob, Nachtlichter.

Dass es keine heile Welt gibt, muss ja nicht bedeuten, dass man alles Heile in der Welt übersehen soll. Ich denke, beides gehört zusammen und bedingt sich auch gegenseitig - das Brüchige und das Heile - als Ausdruck ein und der selben Wirklichkeit.
Leider hat man oft nur einen kleinen Teilaspekt des Ganzen im Blickfeld.

Liebe Grüße, NDK
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Beitrag#6von Gast » 6. Mai 2007 14:19

NDK, mir gefällt sehr gut, wie du die verlorene Unschuld gegenüber der Welt in deinem Gedicht in Worte kleidest.
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Beitrag#7von NDK » 7. Mai 2007 09:57

Vielen Dank, Ladyglich, für Deine Antwort. :)

„verlorene Unschuld“ – das ist gut formuliert. Ja, auch darum geht es hier.
Obwohl ich das Wort Unschuld eigentlich nicht besonders mag, denn es setzt eine eindeutig erkennbare Schuld voraus.
Ich denke, wir machen es uns ohnehin oft viel zu einfach mit dem Schuldigsprechen. Für jedes Schuldigwerden gibt es Gründe, aber wer ist schon willens und in der Lage alle maßgeblichen Zusammenhänge zu erfassen?

Schöne Grüße, NDK
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Schuld

Beitrag#8von Gast » 7. Mai 2007 12:24

NDK, ich rede über die Schuld, die sich jeder Mensch in seinem Leben auflädt - ganz einfach durch die Reifung vom Kind zum Erwachsenen. Das bedeutet das Erkennen der Selbstverantwortlichkeit und das Begreifen der eigenen Rolle in der Schöpfung.
Unschuld ist dort, wo durch Naivität die Bedeutung des eigenen Handelns nicht begriffen werden kann.
Gast
 


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