Der Rückwärts fliegende Kolibri

Reime, freie Verse, "moderne" Lyrik (themenunspezifisch)

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Der Rückwärts fliegende Kolibri

Beitrag#1von kata » 9. Dez 2006 13:40

Rückwärts fliegt der kleine Kolibri, aber dein Lächeln, Liebes
dauert noch und fliegt ausgehungert und besinnlich zu mir.

Über die Mauer springe ich in deine besonnte Umarmung
und brenne voll in flaumiger Blüte, bis die Morgenstrahlen
mich erfassen - erst dann keime ich in deinem Faible für mich
und wachse, zärtlich von deinen Liebesinstrumenten verführt:
Von deinen warmen Augen, weichen Lippen, klebriger Zunge,
virtuosen Fingern und von deinem harten männlichen Körper.

Ohne das Morphium deiner Küsse fällt mir das Atmen schwer.
Das weißt du - wenn deine Hände auf mir zittrig spielen und
unsere Körper im Einklang vibrieren, hermetisch eingeschlossen,
im sanften Wind unserer flüsternden Stimmen nach noch mehr.

Voll Wahnsinn taumeln die Sinne zum Ziel, in schwarzem Duft
des Nachthimmels. Unser Zweisamkeitsraum brütet in Wärme
und in den duftenden Wasserschalen voll purpurroter Rosen.

An unsere ungehobelte Leidenschaft schlingen wir uns an, reißen uns
die Hüllen ab und lieben uns wild, im Geschrei bunter Urwaldvögel,
spielen besinnungslos mit all unseren Früchten, mystisch versunken
in die Streifen unserer brillantglänzender Nacktheit und überall
sind wir uns zugänglich in zartem Flaum, ganz aufgefaltet
in makellosen Flächen unserer erhitzten Körperlandschaften.

Feurig zieht die gesteigerte Ekstase Spuren durch unsere Gesichter,
diese himmlischen Abdrücke eines Brandes im Morgenlicht und
völlig erschöpft lecken wir jeden vermischten Tropfen von uns ab
und ruhen uns in glückseligem Atem aus. Geräusche verklingen.

Schwach und alt geht ein Elefant fort und schämt sich zu sterben,
weil er so voluminös ist, verschwindet leise wie der Wind und
wir sind ihm ähnlich, klein gestorben, in dem Wasser der Liebe.
kata
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