Die Chronik der Eisbären

Reime, freie Verse, "moderne" Lyrik (themenunspezifisch)

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Die Chronik der Eisbären

Beitrag#1von namaqool » 7. Dez 2006 13:22

Wie eh und je.

trotzen wir dem weißen Leichentuch,
das sich jedes Jahr über uns legt.
Bleiben hier, stur und hungrig
und überleben.
Koste es, was es wolle.

Unsere Füße scharren im Schnee,
auf festgestampftem Boden,
den Ozean beobachtend.

So vergehen die Tage.
Zunächst ein Tag, dann ein weiterer.
Eine ganze Woche und noch mehr Tage.
Wir alle, ob jung oder alt,
wir alle warten auf das Zeichen.

Und an eben diesem besonderen Tag,
wenn Wasser und Kälte zusammentreffen,
wenn das Treibeisgebiet wächst
und uns an Sturheit übertrifft,
dann verlassen wir den Sommer
und beginnen unsere Reise,

wandern wie Vagabunden,
von Zauberhand getrieben,
jeder für sich, in seiner Welt,
nordwärts in den Winter hinein.

Einen Tag, zwei Tage,
zehn Tage, zwanzig Tage.
Und nochmal vierzig Tage.

Über uns leuchten die Himmelskörper
Unter uns summt das Magnetfeld.
Und neben uns parken Eisberge
wie schlafende Kolosse in weiß.

In Treibeisgedanken versunken
schreiten wir wie Wachposten
durch viel zu weites Land.

Dem Leben entgegen.
Dem Tode so nah.
Phönix ist ein anderer.
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Beitrag#2von rosste » 7. Dez 2006 13:54

ja, die weite und das alleinsein kommen gut raus.
der eisbär, isbjörn, hat sich zurückgezogen. auf svalbard, spitzbergen lebt er ziemlich ungestört. die menschen dort haben höchsten respekt vor ihm und gehen nicht ohne waffe in die natur.
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Beitrag#3von namaqool » 7. Dez 2006 14:55

hallo rosste,

isbjörns land wird kleiner, leider.
in natura habe ich bisher keinen gesehen, leider.
im zoo schon, leider.

grüsse in den norden.
Phönix ist ein anderer.
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Beitrag#4von Gast » 7. Dez 2006 15:24

Eisbären überqueren zum Teil schwimmend 300 km.....

es sind wahre Schnee-Könige .. ich hoffe sie bleiben uns noch lange erhalten..
Gast
 

Beitrag#5von namaqool » 10. Dez 2006 10:28

sie mussten lernen so weit zu schwimmen.
das begehbare land wird weniger.
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