dir zuliebe

Reime, freie Verse, "moderne" Lyrik (themenunspezifisch)

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dir zuliebe

Beitrag#1von NDK » 12. Apr 2007 11:25

habe mein unschönes alter ego
in den tiefsten keller meiner seele
verbannt
um dir für immer recht zu sein -

und nun fragst du mich, warum
ich so abwesend bin
in deiner nähe
NDK
 
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Beitrag#2von Melusine » 13. Apr 2007 17:07

Hallo NDK,
das gefällt mir sehr gut!
Allerdings frage ich mich, was in diesem Fall "schön" (bzw. eben: "unschön") bedeuten mag. Spontan fiele mir "ungefällig" als Alternative ein... hm, ist aber auch nicht das Gelbe vom Ei. Denkst du, dass du evtl. ohne Adjektiv auskämest?
Evtl. würde ich auch beim "tiefsten" Keller überlegen, ob er das Adjektiv braucht.
Nur mal so als Idee, will mich natürlich nicht in deinen Text einmischen.

LG Mel
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Beitrag#3von NDK » 13. Apr 2007 18:27

Hallo Melusine,

als Lyrik ist der Text auf jeden Fall ausbaufähig, da stimme ich Dir zu. Ich habe schon überlegt, ob er im Tagebuchbereich nicht besser aufgehoben ist. Aber da es kein mich persönlich betreffender Text ist, sondern eher eine Beobachtung, steht er nun hier.

Mir geht es zunächst einmal um die Schlüssigkeit dieses Bildes – eine Verstrickung, aus der LyrIch sich nur lösen kann, wenn es zu sich steht, damit aber gleichzeitig das Risiko eingeht LyrDu zu verlieren. Solche Verlustängste mit der Folge einer entsprechenden Überanpassung („Dem/der Anderen alles recht machen und sich trotzdem nicht geliebt fühlen“) sind, denke ich, so selten gar nicht.

Im Moment beschäftigt mich das Thema Beziehungen und Beziehungskrisen deshalb sehr, weil es in unserem Bekanntenkreis nun schon beinahe die Ausnahme ist, dass ein Paar „für immer“ zusammenbleibt. Ich frage mich bei einer Trennung jedes Mal, was beim nächsten Partner, der meist schon auf der Matte steht, denn so grundsätzlich anders laufen könnte. Es sind doch immer wieder dieselben seelischen Strickmuster, die früher oder später wieder in dieselben Beziehungsfallen führen – so kommt es zumindest mir als Außenstehender oft vor.

Danke Dir für Deinen Kommentar! Ich werde die Formulierungen noch einmal überdenken, damit das Ganze noch ein wenig mehr nach Lyrik klingt.

Liebe Grüße, NDK
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Beitrag#4von Melusine » 13. Apr 2007 23:41

Mir gefiel es eben gerade deshalb so gut, weil ich dergleichen auch zur Genüge kenne. Aus eigener Erfahrung kaum, dazu bin ich zu widerspenstig ;). Wie du hab ich aber immer wieder dergleichen im "Bekanntenkreis" beobachtet, teils auch bei engen Freund/inn/en.

Es gibt ein scheußliches Wort (ich zumindest finde es scheußlich): "Lebensabschnittspartner". Es scheint aber dennoch irgendwie passend. Bei mir zumindest.
Wenn gleich der nächste auf der Matte steht, läuft irgendwas falsch.
Frau muss auch mal bisschen warten können. Auf den zweiten Mann ihres Lebens - oder so.
(Damit meine ich jetzt ausschließlich mich selber.)
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