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Reime, freie Verse, "moderne" Lyrik (themenunspezifisch)

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Beitrag#1von Schwarzbeere » 24. Jun 2008 23:45


Wenn ich den Ellenbogen
auf den Oberschenkel stütze
und mit der linken Hand die Stirn umfasse,
dann trage ich die Welt in dieser Hand,
und ich bin auch darin,
als Einer, der den Ellenbogen
auf den linken Oberschenkel stützt
und seine Stirne mit der Hand umfasst.

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Beitrag#2von Melusine » 25. Jun 2008 00:07

Erinnert mich an Rodin. (Ist das die Linke bei seinem "Denker"?) Die zweite Assoziation ist zweifellos Atlas. Interessante Kombination.
Bei "und bin auch darin" denk ich dann noch an Archimedes. Oder denke ich zu viel?
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Beitrag#3von Ich bin zwei Öltanks » 25. Jun 2008 00:44

:mrgreen: Wenn sie denkt, sie denkt, dann denkt sie nur, sie denkt ... :mrgreen:
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Beitrag#4von Melusine » 25. Jun 2008 00:54

Ich weiß, was ich will, drum lach nur über mich, denn am Ende lache ich :lol:

Tu da nicht neue Forenmitglieder verschrecken. Schwarzbeeren sind lecker!
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Beitrag#5von Schwarzbeere » 25. Jun 2008 12:13

Für gewisse Dinge bin ich noch Manns genug, liebe Melusine, so kann ich nur vermuten, dass auch zwei Öltanks nicht ausreichen, um Meere potentieller Diskordanz zu glätten, denn die Masse der Tanks sagt ja nichts über deren Inhalt aus: wenn also Öltanks sich entleeren, dann klingt es hohl, so auch nur eine winzige Schwarzbeere drauf fällt.
Das aber kann nicht sein, weil es nicht sein soll, dass dem, der aus sich Assoziationen zu nichts und allem frei fließen lässt, auch noch für diese erfreuliche Aktion auf seine virtuellen - warum wohl nur virtuell, als sei dies wahrlich tugendhaft (Etymologen zur Hilfe!) - Finger geklopft wird.

Um also für diese deplatzierte Handlungsweise, die meinige meine ich, gleich wieder mit der süßesten Miene um Pardon zu flehen, hänge ich noch an: als ich heute die von der Nachthitze ausgelöste Darminhaltverflüssigung im getäfelten Donnerraum deponierte, dachte ich, und dies noch bevor ich den Hinweis auf Rodin hier lesen konnte, wie sehr jene Position, die ich zu diesem Zeitpunkt eingenommen hatte, doch daran erinnern soll, dass Denken, vielleicht, in der Fäkalaktion seinen Ursprung genommen, da die Ablenkung durch irgendwelche von der Außenwelt eindringende Reize reduziert, bei der sich entleerenden Person einen Rückfall auf sich selbst begünstigt.

Dann aber las ich den Kommentar, und auch ich hatte sofort eine Assoziation, nämlich

IF the red slayer think* he slays,
Or if the slain think he is slain,
They know not well the subtle ways
I keep, and pass, and turn again.

*sollte vielleicht thinks sein, habe aber aus Internet kopiert


Weil wir eben wissen, dass alles schon gedacht, auch jenes Wissen, dass alles schon gedacht, und die Welt (G. Grass?) ist die Zwiebel, kernlos unter unendlichen Häuten, etc.

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Beitrag#6von Melusine » 25. Jun 2008 13:09

dass Denken, vielleicht, in der Fäkalaktion seinen Ursprung genommen, da die Ablenkung durch irgendwelche von der Außenwelt eindringende Reize reduziert, bei der sich entleerenden Person einen Rückfall auf sich selbst begünstigt

Fürwahr eine interessante Überlegung!
Jetzt weiß ich zwar immer noch nicht, ob du tatsächlich (auch) an das Archimedische Prinzip - oder vielmehr, an eine Widerlegung desselben - dachtest, aber ich bin um einen Denkanstoß reicher :).

Wie du zu der Assoziation mit Emersons Gedicht gelangt bist, entzieht sich freilich meiner Vorstellungskraft, aber auch dies ist eine Bereicherung. Ich kannte diesen Autor bisher noch nicht einmal dem Namen nach. Hab natürlich sofort nachgeschlagen.
"think" ist schon richtig: Konjunktiv. Etwas altertümliche Sprache. Ist in modernem Englisch so glaub ich nicht mehr üblich.

Was die Zeilen zu bedeuten haben, darüber hab ich jetzt mal kräftig nachgedacht... und plötzlich ging mir ein Licht auf: Die Bedeutung erschließt sich aus dem Titel des Werks, dem sie entommen sind. Hab's übrigens hier gefunden:
http://www.writespirit.net/spiritual_po ... do_emerson
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Beitrag#7von Ich bin zwei Öltanks » 25. Jun 2008 13:41

:-?

Ihr kennt keine Schlager auf eurem Planeten, oder?

:mrgreen:
Nicht schlimm, nachdem sich Mel unter Aufbietung sämtlicher, ihr erhalten gebliebener Kompetenzruinen darum bemüht, Blacky intellektuell zu bedienen, komm ich halt von unten aus der Kloschüssel. Da gibt es nämlich auch Leben!

Nein, ich fühle mich nicht unterlegen! Ich kenne diesen G-Punkt Grass ganz genau! Der hatte auch mal was mit Tankern zu tun, oder Tonnen ... irgendwas aus Blech.
Atlas trägt derweil die Welt auf seinen Schultern, wenn er nicht grade wieder ungewollt bei Ebay ausläuft, blos weil eben doch nicht jeder die DDR zurückhaben will.

Ich hab alles verstanden!
HA! Jetzt guckste, wa!?!
Ich find deine Asso ... kation übrigens auch überaus ... etymogisch! Kein Scheiß.

Oh, warte, doch Scheiß ...

dass Denken, vielleicht, in der Fäkalaktion seinen Ursprung genommen, da die Ablenkung durch irgendwelche von der Außenwelt eindringende Reize reduziert, bei der sich entleerenden Person einen Rückfall auf sich selbst begünstigt.


Beim Kacken kommen einem die besten Ideen, stimmts?! Find ich auch. :-D
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Beitrag#8von Melusine » 25. Jun 2008 14:02

Ihr kennt keine Schlager auf eurem Planeten, oder?

Doch, sicher... hast du nicht gemerkt, dass ich aus demselben Schlager zitiert hab wie du?
Wenn du denkst du denkst, dann denkst du nur du denkst, ein Mädchen kann das nicht ... usw. Ob du's glaubst oder nicht, der Text gefällt mir - Schlagerstil hin oder her. Außerdem war das damals ein absoluter Ohrwurm.

Und... sag's doch gleich: Das Mel muss schon wieder klugscheißen.

komm ich halt von unten aus der Kloschüssel. Da gibt es nämlich auch Leben!

Hu! Ein Kindheitsalptraum.

Aber hat jetzt eigentlich nicht unmittelbar was mit Schwarzbeeres Text zu tun ... der ja ursprünglich glaub ich NICHT auf dem Klo spielt.
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Beitrag#9von Ich bin zwei Öltanks » 25. Jun 2008 14:21

Doch, sicher... hast du nicht gemerkt, dass ich aus demselben Schlager zitiert hab wie du?


Natürlich nicht!
Hältst du mich etwa für einen Welchen, der wo Schlager hört? :typo_075:


Aber hat jetzt eigentlich nicht unmittelbar was mit Schwarzbeeres Text zu tun ... der ja ursprünglich glaub ich NICHT auf dem Klo spielt.


Es geht mir im Moment auch eher um den philosophischen Kernaspekt des zerebral Zusammengeschissenen. Geistkotierte Fäkalienlawinen oral ins Horizontale zu ferkeln, bricht sich umgekehrt proportional an der international moralisch-geschellschaftlich anerkannten Richtlinieninterpretation akzeptablen Kreativpotentialausschöpfens, gerade in den stark überschätzten, weil selten verstandenen, wenn überhaupt inhaltlich wahrgenommenen Rubriken Lyrik und Haushaltsgerätebedienungsanleitung.
Hier fordert das menschliche Fortbestehenwollen dringlichst einen Durchbruch, wenn auch eher unterbewußt.
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Beitrag#10von Melusine » 25. Jun 2008 14:52

Zerebral-anal. Phänomenal. Ich bin sicher, ihr beide werdet euch gut verstehen.

Hältst du mich etwa für einen Welchen, der wo Schlager hört? :typo_075:

Natürlich nicht. Das verbietet allein schon mein Selbsterhaltungstrieb. :-P
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