HERZ–OPERATION/ZWEI EBENEN

Reime, freie Verse, "moderne" Lyrik (themenunspezifisch)

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HERZ–OPERATION/ZWEI EBENEN

Beitrag#1von Fritz Rainer Polter » 30. Mär 2010 15:12

30.03.2010

HERZ–OPERATION/ZWEI EBENEN


Instrumente. Steril. Kochen. Sieben. Stunden.
Narkose. Schneiden. Ausnehmen. Herz. Lungen.
Maschine. An. Filz. Stopfen. Loch. Nadel. Einstich.
Faden. Darm. Katze. Durch. Filz. Herz.
Blut. Tupfer. Naht. Steril. Intensiv. Station.
Arzt an Mutter. Telefon.
Achter März. Dreiundsiebzig.
Er lebt, dein Sohn.
Mit geflicktem
Herz.

Als ich sie sah, waren die Bilder
wieder da. Ganz real, ganz nah.
Sie verwundete mich.
Ähnlich. Ihr Gesicht füllte Löcher.
In mir. Verwundetes Tier.
Doch etwas fehlt. Noch.
Das Nähen der Wunde hat sie vergessen.
Mein Herz beließ sie jener Maschine.
Die schlägt nun für mich.
Trockeneis-Fisch.

An ein Ufer gespült
wo Erinnerung wühlt
durch den Nebel der Seele
durch die Flut der Glut
mitten durchs offene,
hoffende Herz;
schlagend ganz neu wie
damals im März
Dreiundsiebzig, Ebene Eins.
Dreiundneunzig, Ebene Zwei.
Ist nun beides nichts als
vergessen, vorbei?
Was Du willst; es sei,
mein liebes
Herz...

Copyright © 2010 by Fritz Rainer Polter
Zuletzt geändert von Fritz Rainer Polter am 30. Mär 2010 18:37, insgesamt 1-mal geändert.
Fritz Rainer Polter
 

Beitrag#2von nachtlichter » 30. Mär 2010 16:17

sprachlos
infolge
Überwältigung...

die letzte Strophe ist genial :arrow:
Auch Motten schmettern links ^^
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nachtlichter
 
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