Ich glaube

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Ich glaube

Beitrag#1von NDK » 14. Feb 2007 13:10

Ich glaube, was ich glauben will,
mal mit Trara, mal heimlich still
und leise werde ich nur dann,
wenn ich mal was nicht glauben kann

denn dann geht alles rasend schnell,
in meinem Geiste schwimmt ein Fell,
ein neuer Glaube muss nun her
und im Prinzip ist das nicht schwer:

ich denke rechts, dann denk’ ich links
und denke dann, die Mitte bringt’s
mir auf den Punkt - doch welch ein Schreck,
wenn dieser Punkt mehr wie ein Fleck ...

... dann schlieߒ ich meine Augen still
und glaube, was ich glauben will.
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Beitrag#2von brigitte.m » 14. Feb 2007 19:29

ist gut gesagt

lg brigitte
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Beitrag#3von rosste » 14. Feb 2007 21:16

ndk, das ist angenehm zu lesen. entspannend, mutig, nicht so sehr ernst vielleicht auch. auf jeden fall gefällt mir die angedeutete selbstkritik ("ein neuer Glaube muss nun her" und aus "punkt" wird "fleck").

und leise werde ich nur dann,
wenn ich mal was nicht glauben kann
- gut
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Beitrag#4von Dani » 17. Feb 2007 11:44

Hallo NDK,
das gefällt mir auch sehr gut! Neben dem lustigen Rhythmus auch inhaltlich.
Ich ziehe daraus: Es ist schön und gut, sich auf seine innere Mitte zu konzentrieren, aber auch das sollte nicht zum Zwang werden. Es gibt immer noch ein "dahinter" und letztendlich habe "Ich" die Fäden in der Hand und
... dann schlieߒ ich meine Augen still
und glaube, was ich glauben will.

LG, Dani
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Beitrag#5von NDK » 17. Feb 2007 12:55

Dani, Du hast den Kern der Aussage gut erkannt. :)

Dies ist ein Text, an dem ich nicht lange herumgefeilt habe. Er ist mir aus einer ärgerlichen Situation heraus zugeflogen... ich hatte in dem Moment das unbedingte Gefühl, dass er (für mich) "stimmt". Mancher andere Text ist dagegen eher die Essenz eines längeren Nachdenkens - offenbar kann man den Unterschied lesen.

Im Nachhinein und mit etwas mehr Abstand betrachtet:
Die meisten Zusammenhänge sind viel komplexer als man begreifen kann. Um trotzdem zurecht zu kommen in der Welt braucht man Strategien um alles Unbegreifbare zumindest ansatzweise begreifbar zu machen. Der Text enthält mindestens drei meiner Strategien:
1. "Augen zu und durch"
2. "Scheinbar Unlösbares aufschreiben um dann die Dinge mit der nötigen inneren Distanz noch einmal zu überdenken"
und last but not least mein Humor, der in Richtung Selbstironie geht, und der sich immer dann meldet, wenn ich eigentlich allen Grund habe, mir wegen meines Urteils unsicher zu sein.

Vielen Dank Euch dreien für Eure guten Gedanken.

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