Lebensweg

Reime, freie Verse, "moderne" Lyrik (themenunspezifisch)

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Lebensweg

Beitrag#1von aNFANGENDe » 21. Nov 2012 23:32

Ich erwachse aus der Erde,
in der Samen niemals waren,
dennoch bin ich und ich werde.
Lebensfremdes Widerfahren

ist, was dunkel mir verhängt,
was mir doch Himmelsbühne wär.
Ich weiß nicht, wer das alles lenkt,
doch gehe ich nach Ungefähr,

als sei es doch mein klares Ziel.
Und wenn ich es auch nie erreiche,
geh ich jeden Tag so viel,
dass ich doch Stein um Stein erweiche.
Zuletzt geändert von aNFANGENDe am 22. Nov 2012 23:17, insgesamt 1-mal geändert.
Am Ende ist alles verfänglich, jeder Anfang
schon sein zukünftiges Ende
vorher, bestimmt
noch Hoffnung.
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Re: Lebensweg

Beitrag#2von Ich bin zwei Öltanks » 22. Nov 2012 00:04

Bisher haben alle deine Texte dieses Dummdidididumm ... den "FloW", weisch?
Der FloW spricht mich an. Musikalisch rhyhthmhihshchch und so.
Bist bestimmt Slammer oder Rapper oder ... du sprichst eben einfach so. Kannste auch oWhne FloW?

Ich versuche mich mal an einer Interpretation.


Ich erwachse aus der Erde,
in der Samen niemals waren,
dennoch bin ich und ich werde.


Jaaaa, klingt knuffig, abba isses auch korrekter Deutsch?
Man entwächst nich aus der Erde ... man wächst aus der Erde oder man entwächst der Erde.
Beides zeitgleich is nich, oder?
Es sei denn, es is ein lyrisch voll tiefgründiges Gleichnis aus tiefem, unbesamtem Grunde.
Da wächst also einer ohne Besamung. Unbefleckte Empfängnis. JESUS in Grün.
Warum? Größenwahn? Oder Metapher für ... Entwurzelung? Lebenszeitlich niemals nich erfahrene Zugehörigkeit?


Lebensfremdes Widerfahren

ist, was dunkel mir verhängt,
was mir doch Himmelsbühne wär.


Sonne Art Vorhang also. Realitäts-Membran ohne emotionalen Durchlaß oder/und zäher Übergang von virtuellem Kopp zu massivem Steinpflaster und/oder Todeswunsch, garniert mit Lebensfreude (Widersinn --- Querverweis zur unbefleckten Empfängnis) bzw. Erwartung von Freude, die dem Dunkel entgegensticht. Siehe auch "Hoffnung".


Ich weiß nicht, wer das alles lenkt,
doch gehe ich nach Ungefähr,

als sei es doch mein klares Ziel.


Ok, diese Passage is ziemlich klar, noch dazu reichlich klischeebeladen.
Stärkt jedoch meine Entwurzelungstheorie, in Zweifel ob deren Wertung verheddert.
Isses nun gutes Gefühl - Freiheit, Ungebundenheit - oder isses Kagge - Orientierungslosigkeit, Einsamkeit.

Und wenn ich es auch nie erreiche,
geh ich jeden Tag so viel,
das ich doch Stein um Stein erweiche.


Um es mit Metallica zu sagen ... "WHEREVER I MAY ROAM ... WHERE I LAY MY HEAD IS HOME ... CARVED UPON MY STONE ... MY BODY LIES, BUT STILL I ROAM ..."
Ich persönlich bevorzuge die ständige Nähe zum Kühlschrank. Trotzdem scheint diese Vagabunden-Romantik viele Anhänger zu haben, eine Menge Texte zu inspirieren. Is ja auch irgendwie ungezähmt und maskulin und sowas alles ... die Ischen stehn drauf.


Fazit:
Liebes LyrIch, kauf dir'n Kühlschrank, stell dir nen Blumentopf mit unbesamter Erde aufs Fensterbrett und beobachte den dann so lange, bis was draus gewachsen ist. Das verwurzelt dich und läßt dir trotzdem genug intellektuelle Freiheit, deine Gedanken auf die Reise zu schicken.


Der FloW. Der is gut.
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