es schwimmt

Reime, freie Verse, "moderne" Lyrik (themenunspezifisch)

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es schwimmt

Beitrag#1von Melusine » 29. Aug 2011 03:37

es schwimmt

weiß nicht was
es schwimmt
einfach so vor sich hin
leise
schwömme es laut
könnte es stören
aber es schwimmt
einfach so vor sich hin
ohne laut
ein wenig verstört
es mich schon
es schwimmt
und ich weiß
nicht was da schwimmt
ist nicht schlimm
einfach nur so
ein gedanke
während
es schwimmt
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Re: es schwimmt

Beitrag#2von utensil » 31. Aug 2011 11:19

Hi Melusine,
nun habe ich das Gedicht sicher 5 mal gelesen, und was jedes Mal wieder an Gedanke kommt, ist: Wie sympathisch!
Das lyr. Ich bemerkt etwas, etwas leises, stilles, das da vor sich geht - hier 'schwimmt' es, die Gedanken kreisen über diese Wahrnehmung zwar, doch das LI ist (fast) sicher abgegrenzt. Fast, weil es nicht weiß, ob das wichtig ist, was erst mal eher nebenläufig sich tut, und aufgrund wohl gemachter Erfahrung sinnt es nach, ob es näher in den Focus gerückt werden müsste oder doch eher nicht. Mir macht es den Eindruck, als seien es Umstände, die eine Ähnlichkeit mit etwas haben, von dem sich das LI nicht sich entsinnen kann, ob es davon gehört hat oder es selbst erlebte.
Es ist ein sanftes Gedicht, das Bezug nimmt, eine Wahrnehmung mit ganz sensiblen Sensoren, grundlegend aber auf einer recht sicheren Ebene 'schwimmt' :)
Fast ein Streicheln.
Viele Grüße
U
Nichts ist weniger ergründbar als die Komplexität und der Facettenreichtum zwischenmenschlicher Beziehungen, und seien es Liebesbeziehungen.
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Re: es schwimmt

Beitrag#3von Melusine » 31. Aug 2011 15:31

Hi U.tensil, danke für deine tolle Interpretation!
Das ist sozusagen einfach so aus mir rausgeschwommen - ich wüsste selbst nicht zu sagen, was es bedeutet. Absichtslos und sehr schnell geschrieben, einmal kurz überarbeitet (unlyrische Wendungen raus und zu Kleinschreibung übergewechselt), und dann wollte es sofort weg und keineswegs bis zum nächsten Tag warten. Ein Nestflüchter. :)

Und apropos "das LI kann sich nicht entsinnen": Ich konnte mich merkwürdigerweise jetzt im ersten Moment gar nicht dran erinnern, dass ich das geschrieben und hier eingestellt hatte.

Insofern interessiert mich deine Interpretation ganz besonders, weil sie mir glaub ich etwas über mich erklärt.
Noch etwas ist seltsam: Ich war eigentlich keineswegs in sanfter Stimmung, ganz im Gegenteil. Ich glaube, da hat mein "Es" mit mir geredet und mich beruhigt, damit ich endlich schlafen kann ... oder so. *g*
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Re: es schwimmt

Beitrag#4von debruma » 31. Aug 2011 23:09

... das beste Gedicht von dir, dass ich bisher gelesen habe.

Interpretation kneif ich mir, ich schwimm einfach mit.
d.
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