Spiegel

Reime, freie Verse, "moderne" Lyrik (themenunspezifisch)

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Spiegel

Beitrag#1von utensil » 24. Okt 2011 13:53

Spiegel

ich sehe dich
aufgesplittert
dreck am stecken
gelöst und frei
glasfasernerven
rüde und grausam

ich sehe sie, die
schulterflügel, die
bleifüße, heute
trägst du wieder
grauen schleier
mein kleines schwarzes
loch im kaleidoskop

schnurrend zerkratze
ich dir das gesicht
liebeäugele
bewundere dich
mit abscheu
deine fellweichen
giftstacheln und
wie du mir das blut
von der seele leckst
mit der rasierklinge
auf der zungenspitze
Nichts ist weniger ergründbar als die Komplexität und der Facettenreichtum zwischenmenschlicher Beziehungen, und seien es Liebesbeziehungen.
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Re: Spiegel

Beitrag#2von Ich bin zwei Öltanks » 25. Nov 2011 01:03

Bislang das Beste, was ich von dir gelesen hab.

Besonders diese Stelle:

wie du mir das blut
von der seele leckst
mit der rasierklinge
auf der zungenspitze

Großartig.
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Re: Spiegel

Beitrag#3von Karliena » 25. Nov 2011 08:53

Ja, das ist gut - wird nur abgeschwächt durch zuviel "Drumrum". Die fellweichen Giftstachel brauchts z. B. nicht - finde ich.
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