Stadtverkehr

Reime, freie Verse, "moderne" Lyrik (themenunspezifisch)

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Stadtverkehr

Beitrag#1von Jakob » 26. Jun 2007 23:12

Autokolonnen
wie bunte Schlangen
winden sich
im Alltagsschlund.
Motorgetöse
hetzt hinterher
irgendwem
irgendwo hin
Fliehen, entfliehen
vor irgendwas.
Wann endlich End-Fliehen?
Sinn jagen
Zeit verschlingen
und dennoch
immerwährend hungern.
Jakob
 

hallo jakob,

Beitrag#2von heike keuper-g » 27. Jun 2007 00:32

Autokolonnen
wie bunte Schlangen
winden sich
im Alltagsschlund.

diese ersten vier zeilen wirken poetisch, lassen sich sehr gut lesen.
der restliche text ist siche rnicht auf poesie aus, seine aussage ist klar.

er liest sich dann doch so eckig und blechern wie eine blechlawine. insofern ist dein werk stimmig. mein vorschlag hierzu: entweder den kompletten text so eckig schreiben oder aber im stil auf die ersten vier zeilen abgestimmt.
gruß und herzlich willkommen
heike
Wer sich selbst über seinen Nächsten erhebt, hat es bitter nötig.
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Beitrag#3von NDK » 27. Jun 2007 09:37

Hallo Jakob,

auch ich möchte Dich ganz herzlich in diesem Forum begrüßen.

Zu Deinem Text: mir gefällt die Entwicklung von der anfangs rein bildhaften Ebene hin zum philosophischen Denkansatz.

„Sinn jagen
Zeit verschlingen
und dennoch
immerwährend hungern.“


- gut auf den (wunden) Punkt gebracht!

Schöne Grüße, NDK
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Beitrag#4von Gast » 27. Jun 2007 10:16

bis auf die frage stelle ich nichts in frage :mrgreen:
gut gemacht :)
Gast
 

Beitrag#5von Jakob » 27. Jun 2007 19:27

Ebenfalls ein herzliches Hallo an euch alle, die mein Gedicht kommentiert haben. Ich war schon bei einigen (Lyrik-)Foren als Mitglied dabei, doch gleich mit drei Kommentaren und derart freundlichen Willkommensworten wurde ich noch nie begrüsst.

Ein Forum wie dieses lebt von den Beiträgen und den Kommentaren gleichermassen, da sind wir uns wohl alle einig. Ich werde meinen Beitrag leisten, damit Literarchie auf diese Weise lebendig bleibt.

Den Machern von Literarchie an dieser Stelle ein fettes aber süsses Dankeschön :)

Zum Gedicht:
In den ersten vier Zeilen habe ich "schwere" Vokale benutzt und Wörter, die das Bild der sich windenden Schlange unterstützen soll. Im zweiten Teil mein Gefühl, wenn ich die Stadt besuche (Ich bin ein typisches Land-Ei). Ich lasse mich sehr schnell von dem Gehetz und Getriebe anstecken und wenn ich dann in Zürich in den Zug einsteige, habe ich beinahe das Gefühl auf der Flucht zu sein *lächel*.
Irgendwann stellte ich mir die Frage, ob wir dieses Hetzen nach Aufgabenerfüllung; noch schnell dies, noch schnell das irgendwann hinter uns lassen können. Rennen wir vor etwas weg oder rennen wir etwas hinterher? Auf diese Weise kommt vielleicht der "eckige" Eindruck der Zeilen, wie heike es nannte, zustande.

herzlich
Jakob
Jakob
 


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