es war lange einfach

Reime, freie Verse, "moderne" Lyrik (themenunspezifisch)

AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 429

es war lange einfach

Beitrag#1von timo » 27. Mai 2007 19:32

es war lange einfach


unsere Kamine waren primitiv
lagen im Park und verrauchten die Natur
lagen zwischen den Wolken und
spaßten über belehrtes Moos auf flachen Steinen

wir hörten
einem jungen Fluss zu
der über tagesüblichen Staudamm stieg
Knochen fand
um im zärtlichen Gefüge
Reisen durch unsere Blicke zu unternehmen

unsere Blicke waren Höhlen
mit brennenden Schatten
mit Schatten von einsamen Bergsteigern
irgendwann hingen dort Spiegel
himmelstiefe, mit glühender Transparenz
und wir posierten ohne Gefallsucht

wir waren Farbkleckse
die noch ihre Bestimmung suchten
mal war es das Blau unserer Briefe
ein Anderes - das Rot unserer Umarmungen
irgendwann war es Weiß
einfach weiß, wie ein Bettlaken

unsere Kamine waren primitiv
lagen im Kinderwagen
wurder reifer
rauchten Liebesromane
alles schien so einfach
wir waren lange glücklich
timo
 

Beitrag#2von Melusine » 28. Mai 2007 17:43

Sehr melancholisch, sehr bildhaft. Ich mag deine Metaphern. Deine Gedichte sind wie dunkler, schwerer Wein mit einer leichten Blume... ich weiß, das ist ein Widerspruch, aber dennoch.
Start where you are. Use what you have. Do what you can. ~ Arthur Ashe
Benutzeravatar
Melusine
 
Beiträge: 6791
Registriert: 11.2006
Wohnort: Wien
Geschlecht: weiblich

Beitrag#3von timo » 28. Mai 2007 17:51

Soetwas müsste man sich über den Bett hängen
aber dann würde man schreckliche Gedichte schreiben
weil man dichterisch nicht mehr zu erwarten glaubt

einen glühenden Dank (das will ich eigentlich sagen)

lass es Dir gut gehen

timo
timo
 


Zurück zu "Lyrik allgemein"



cron