Weiße Segel

Reime, freie Verse, "moderne" Lyrik (themenunspezifisch)

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Weiße Segel

Beitrag#1von Prosaiker » 24. Jan 2007 21:49

.
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ein Stundenlächeln
Deins

Gemüse und Wurst
Kühlschrankbutter
Zigaretten dazu

(Abendmahl)

die Ehrlichkeit liegt
vom Vortag noch
irgendwo zwischen Küche und Flur

zusammen mit den Jahren

zusammen mit Graubrot und Mortadella
willst Du sie nehmen

während die Butter zerläuft
zwischen Arthritis
und Alkohol
.
.
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Beitrag#2von rosste » 25. Jan 2007 14:21

eine segelbootfaht durch die lebensküche mit viel genussmitteln.
unsere knie sind oft weich wie butter und entzünden sich, wenn ehrlichkeit draußen auf dem "flur" liegen bleibt.
der "vortag" ist noch nicht verdaut und das lächeln wirkt verhalten.
ein melancholisches abendmahl, nicht gerade ein festmahl.
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Beitrag#3von Zefira » 25. Jan 2007 14:26

Ja, aber das Stundenlächeln ist doch sehr versöhnlich.
______________
Wir dürfen also keinem verraten, was niemand weiß. (Donnie Darko)
Schmollfisch
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Beitrag#4von rosste » 25. Jan 2007 14:29

ja
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Beitrag#5von Prosaiker » 25. Jan 2007 15:58

Das Stundenlächeln ist versöhnlich, ja. Es steht am Anfang dieses Gedichtes, ist eine Hoffnung,
ein Glaube, ein Glaubenwollen. Und zugleich ist es kein einfaches Lächeln, wie es uns am schönsten
im Alltag begegnet, im Zufall - es ist zeitlich begrenzt, was die letzte Strophe in ihrem Zweifeln
drastisch verdeutlicht. Kein Festmahl, rosste, nein. Melancholisch ist es und das war
bei Jesus wohl nicht anders. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass das Abendmahl 'ne
Riesenparty war. Besoffen waren die Herren Apostel sicherlich. Aber Besoffenheit behindert bekanntlich die Melancholie an ihrem Wirken nicht.
Danke für eure Kommentare.

vG
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ab imo pectore.
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