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vorwiegend erzählende Gedichte, bei denen es nicht unbedingt auf lyrische Verdichtung ankommt (themenunspezifisch)

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Beitrag#1von Ich bin zwei Öltanks » 30. Jun 2008 06:19

Zuerst ist nichts.
Töne, Taten, Opfergaben existieren nur im Traum schlafloser Nächte
welche Tage ohne Dunkelheit meiden.

Dann ein kleiner Luftzug. Freundlich und verheißungslos.
Still und leise, aber hörbar für solche, die das Glück vergeblich suchten in Stunden voller Harmonie anderer. Spürbar für den armen Köter, der die Gasse lebt.
Häärchen recken sich der neugeborenen Macht entgegen, als ob sie wüßten.
Stärker strömt das neue Nichts durch Haut und Haar, durch Schwarz und Weiß, seine Ankunft ist nun registriert.

Jedoch die Gegenwart bleibt ignorant.
Keiner steht um sich zu recken, nach den frischen Energien der Ewigkeit.
Den eigenen Schatten schwermütig huckepack, wandeln die Bestehenden in den Spuren ihres selbsterworbenen Unvermögens. Der Kranke merkt das Heilende und spuckt ins Antlitz höheren Erbarmens. Nur Qual und Pein.

Kein Wort, das nicht schön gehört, kein Gefühl, das nicht schon ergründet, kein Bild, das nicht schon gesehn
Lastschriften Unberechtigter gleichen Forderungen Unbedarfter aus. Klagen ohne Sinn und Zweck Niederträchtiges Eigenleid gefolgt von kreischendem Tribut an eigene Gelüste und niemand folgt dem Ruf des friedvollen Kriegers. Von Prometheus' Klagelied erbost und infiziert von Kleinlichkeit und Gier, von schmerzenden Stimmen, die niemals verstummen, erwacht ein Zorn den keiner je gekannt. Die Schatten wirbeln von den Schultern der Verdamten. Die Sicht wird frei auf das nahende Verhängnis.

Und jetzt, jetzt jammern sie, betteln im Staub ihrer Wahrheit nach Vergebung, bevor die Knochen splittern, wie die Bauten ihrer Liebe zu sich selbst, emporgehoben von Teufelsmacht.
Kein Halt und keine Rechtfertigung, nur pure Zerstörung. Schreie, Jammern, Todesqualen, als sie wehen hin durch alle Zeiten. Welten sind eine Winzigkeit in Ferne, Zeiten einen Augenblick zu nah. Und wenn das Haus, von Schädlingen zerfressen und der Eigenart enthoben, endlich zerfiel zu zeugendem Staub

kann aus Nichts wieder entstehen
ein neuer Luftzug.


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