Abgrund

vorwiegend erzählende Gedichte, bei denen es nicht unbedingt auf lyrische Verdichtung ankommt (themenunspezifisch)

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Abgrund

Beitrag#1von NDK » 30. Sep 2008 09:18

Wie hätte ich ahnen können
dass meine seele
aus deiner liebe geformt war

als sie an dir zerbrach
fand ich mich
in deinen augen wieder
sah mich
wie ich hätte sein sollen

und der hass
spuckte in erdenen tönen
vergänglichkeit in die tage und
trug dunkelheit in die träume
liebloser nächte

bis die wärme deines lachens
alle kälte durchbrach

wie hätte ich ahnen können
dass du liebst
bis an den abgrund deiner seele
und darüber hinaus

wie hätte ich ahnen können
dass ich liebe



(09/2006, überarbeitet)
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Beitrag#2von Melusine » 22. Okt 2008 16:35

Hallo NDK,
bin gerade beim Blättern hierauf gestoßen. Erstaunlich, dass es noch niemand kommentiert hat (ich auch nicht). Ich finde es sehr schön. Besonders gut gefällt mir die vorletzte Strophe.

bis an den abgrund deiner seele
und darüber hinaus


-- Was für eine wunderbare Formulierung!
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Beitrag#3von NDK » 23. Okt 2008 10:40

Man sollte Liebe nicht mit bedingungslosem Verstehen verwechseln, sonst kann man leicht daran zerbrechen. Wenn ich zum Beispiel einen depressiven oder psychotischen Partner habe, dann bleibt mir gar nichts anderes übrig als mich zu distanzieren, sobald ich an meine eigenen Grenzen stoße.
Man kann nicht jeden Weg mitgehen, ohne selbst dabei Schaden zu nehmen. So was in der Art wollte ich, glaube ich, sagen mit diesem Gedicht.

Danke für die Rückmeldung!

Schöne Grüße, NDK
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