aljoscha

vorwiegend erzählende Gedichte, bei denen es nicht unbedingt auf lyrische Verdichtung ankommt (themenunspezifisch)

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aljoscha

Beitrag#1von rosste » 22. Nov 2006 23:49

aljoscha (2.fassung 25.11.06)

leg laubdeckel auf sägezähne
lass späne zurück
bald ist schneehuhnfest
drei glas gurken im ofen versteckt
verrückte welt
was wärst du ohne mich

dann fahrräder von kindern repariert
väter staunen luftblasen
ein junge fliegt und
schaut zu uns
wir nennen ihn aljoscha

jede nacht zünde ich eine kerze
bewegende stille im schlaf
mein jugendlicher leichtsinn
träumt von feinen kamelen
mit schönen köpfen
gut gelaunt
verlasse ich sparkassen
und zäune kommen mir
nicht ins haus

tanzkrank mit wunden augen
fährt natascha heim
dreitausend kilometer und fünfzig
euro
wildasien wächst
verhext der westen
verrückte welt



aljoscha (1.fassung)

leg laubdeckel auf sägezähne
lass späne zurück
bald ist schneehuhnfest
drei glas gurken im ofen versteckt
verrückte welt
was wärst du ohne mich

dann fahrräder von kindern repariert
väter staunen luftblasen
ein junge fliegt und
schaut zu uns
wir nennen ihn aljoscha

jede nacht zünde ich eine kerze
bewegende stille im schlaf
mein jugendlicher leichtsinn
träumt von feinen kamelen
mit schönen köpfen
gut gelaunt
verlasse ich sparkassen
und zäune kommen mir
nicht ins haus

tanzkrank mit wunden augen
fährt natascha heim
dreitausend kilometer und fünfzig
euro
wildasien wächst
verhext der westen
verrückte welt
was wär ich ohne dich
Zuletzt geändert von rosste am 25. Nov 2006 14:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag#2von Saurau » 24. Nov 2006 01:56

sehr stimmig, rosste!
du verstehst es, wehmut in bilder zu verwandeln.

gefällt mir gut!

lg saurau
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Beitrag#3von rosste » 24. Nov 2006 18:46

danke saurau,
dass da soviel wehmut drin steckt, war mir gar nicht so klar.
ich konnt sie wahrscheinlich nicht verstecken :-)
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Beitrag#4von Zefira » 25. Nov 2006 00:11

Nur mein ganz persönlicher Eindruck: Mir ist das "was wäre ich ohne dich" am Ende wie eine Drachenschnur, die den tanzenden Drachen des Gedichts wieder einholt.

Ich würde das weglassen - es ist eine allzu geläufige Formulierung und profaniert irgendwie den poetischen Wurf des Ganzen.

Kann es leider nicht besser erklären, nur so ein Gefühl.

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Beitrag#5von rosste » 25. Nov 2006 05:07

danke zefira,
verstehe nicht ganz, warum dich die letzte zeile stört ("was wär ich ohne dich").
sie ist der kontrapunkt zu der sechsten zeile "was wärst du ohne mich".
welt und ich - das ist die beschäftigung von mir.
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Beitrag#6von brigitte.m » 25. Nov 2006 08:33

hallo rosste,
mir gefällt es auch, aber ich kann zefiras einwand verstehen.

für mich ist die letzte zeile, auch unötig.
sicherlich du willst den kreis ziehen - von du brauchst mich - zu ich brauche dich auch.

nur das bringst du doch schon im gedicht zum ausdruck und der leser hat doch auch ein kopf und braucht deshalb, diesen hinweis gar nicht. für mich zerstört er irgendwie die stimmung. holt mich aus die nachhaltigkeit des gelesenden hart raus.

lg brigitte
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Beitrag#7von Zefira » 25. Nov 2006 10:50

Ich verstehe das mit dem Kontrapunkt, aber der kommt auch heruas, wenn Du am Ende nur "verrückte Welt" setzt.

Die Formulierung "verrückte Welt - was wärst du ohne mich" empfinde ich als aufmüpfig und originell. Die umgekehrte Formulierung steckt aber schon mit drin - und ist eben auch, verglichen mit der ersten, ziemlich langweilig.

Ist aber, wie gesagt, ein ganz persönlicher Eindruck und lässt sich sicher nicht verallgemeinern.

Schönes WE
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Beitrag#8von brigitte.m » 25. Nov 2006 10:54

ich empfiinde "verückte welt", als einen starken schuß.


so werd mal weiter, lampen anmontieren gehen, die ich schon lange, als drohung liegen hab.

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Beitrag#9von rosste » 25. Nov 2006 14:12

danke ihr beiden,
ich nehme "verrückte welt" als schluss
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