ankunftszeiten oder armes deutschland

vorwiegend erzählende Gedichte, bei denen es nicht unbedingt auf lyrische Verdichtung ankommt (themenunspezifisch)

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ankunftszeiten oder armes deutschland

Beitrag#1von Karl Feldkamp » 12. Dez 2008 18:47

der dezember
vernebelt vorm fenster
lichterketten
in warteschleifen
hängen lebensgeister
an gedankensträngen


witze ohne pointe
falsches gelächter
verebbt im wind
bewegen sich mühsam
feuchte blätter und
abgerissene plakate


werden sie fördermitglied
der deutschen
lebensrettungsgesellschaft
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Beitrag#2von Melusine » 13. Dez 2008 01:17

Oh je, noch jemand mit Herbst-Winter-Depression :). Hast du gut eingefangen. Nicht böse sein bitte, ich kann es jetzt nicht so recht würdigen, ich sehne mich nach Sonne ...
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Beitrag#3von Karl Feldkamp » 13. Dez 2008 19:13

Liebe Melusine,
böse bin ich nicht, da ich mich auch nach Sonne sehne.
Gruß
Karl
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Beitrag#4von Ich bin zwei Öltanks » 8. Jan 2009 07:20

Du, Sie, Herr Feldkamp,

mir pflanzt der Text arme Menschen bildlich ins frontalläppige Kleinhirn, die wo in grauen Mänteln mit so Sympatex-Gebläseschutz im Futter an einer Bushaltestelle im Regen stehn und darauf warten, daß nix passiert.
Dann fällt einer um und voll aufs Maul drauf, weil er zuviel wenig nüchtern war die letzten 4 Tage.
Sein blutiges Gesicht formt mit den Lippen einen stummen Hilfeschrei, den keiner der Mitanwesenden beachten tut, weil der arme Penner so billig nach Fusel stinkt und sich offenbar grade in die Hose pinkelt.

Ich kann nix für meine Assoziationen, auch wenn ich Sonnenschein verabscheue.

Herzlichst,

deine Ihr seine Öltanks
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Beitrag#5von Karl Feldkamp » 8. Jan 2009 13:33

Hallo Öltanks,
mit deinen Associationen kann ich durchaus eine Menge anfangen, zumal auch das eine Realität an deutschen Haltestellen ist.
Gruß
Karl
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