bretter, die die welt bedeuten

vorwiegend erzählende Gedichte, bei denen es nicht unbedingt auf lyrische Verdichtung ankommt (themenunspezifisch)

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bretter, die die welt bedeuten

Beitrag#1von Karl Feldkamp » 6. Jul 2009 18:14

schon wieder boat people
schüsse in die menge
aufklärungsflugzeuge
und verdienstkreuze
für tapfere soldaten

schon wieder ein bad
bei kerzenlicht und champagner
mit thai girls girls girls

schon wieder sonnenuntergangsfotos
am kraterrand von santorini

schon wieder

und schon wieder eine unwettervorhersage
für heute abend ein theaterblutbad
die landesbühne inszeniert
irakanistiran getanzt
zu buhrufen und applaus
Wir sehen andere nicht, wie sie sind sondern wie wir sind.
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Beitrag#2von Ich bin zwei Öltanks » 8. Jul 2009 02:54

Du, Sie, Herr Feldkamp,

Lebensmüdigkeit? Realitätsverdrossenheit? Menschenverachtung?

Nur 3 von vielen vielen Vokabeln, die es in der deutschen Sprache gibt.

Merkwürdigerweise kommen sie mir häufig in den Sinn beim Lesen von Lyrik.

Woran mag das liegen?


Nachdenkliche Grüße
Ich
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Beitrag#3von Karl Feldkamp » 8. Jul 2009 10:41

Sehr geehrte, liebe zwei Öltanks,
danke für Ihre/deine Anmerkungen. Ich bin nicht realitätsverdrossen. Ich will nur verdeutlichen, dass es auch Realitäten gibt, unter denen ich leide - auch weil ich noch keinen wirksamen Weg gefunden habe, etwas gegen diese Wirklichkeiten zu tun. Außerdem fehlt mir zu manchen notwendigen Protesten leider auch der Mut. Aber verschweigen kann ich jene Realitäten nicht.
Herzliche Grüße
Karl
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Beitrag#4von EMJu » 8. Jul 2009 11:16

Außerdem fehlt mir zu manchen notwendigen Protesten leider auch der Mut.

Kommt drauf an, wie diese Proteste sich äußern. Friedlich auf die Straße zu gehen oder ein Blog zu schreiben oder eine Petition zu unterzeichnen oder einen Brief an einen Abgeordneten zu schreiben oder eine Initiative zu gründen ist nichts, was einem angkreidet werden kann :).

Gruß
emju
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Beitrag#5von Karl Feldkamp » 8. Jul 2009 11:35

Hallo EmJu,
das sind alles Formen des Protests, an denen ich mich oft beteiligt habe.
Ich habe aber den Eindruck, das sich mit diesen Formen oft nur zu wenig bewegen lässt.
Herzliche Grüße
Karl
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Beitrag#6von EMJu » 8. Jul 2009 12:08

Die meisten Protestformen werden ignoriert. Gegen die übrigen gibt es das die GSG 9 :-(
Zuletzt geändert von EMJu am 8. Jul 2009 12:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag#7von Der Ohrenschützer » 8. Jul 2009 12:25

GSG=Georgien sucht den Gigastar? :lol:
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Beitrag#8von EMJu » 8. Jul 2009 12:35

Die GSG 9 der Bundespolizei (BPOLGSG9 oder umgangssprachlich nur GSG 9), früher Grenzschutzgruppe 9, ist die Antiterrorismuseinheit der deutschen Bundespolizei (früher Bundesgrenzschutz) mit Standort in Sankt Augustin-Hangelar. Nach der Umbenennung des Bundesgrenzschutzes trägt die GSG 9 ihren Namen weiter, jedoch nur noch in der Abkürzungsform mit dem Zusatz „der Bundespolizei“. Sie wurde am 26. September 1972 aufgrund der Erfahrungen beim Überfall eines palästinensischen Terrorkommandos auf die israelische Olympiamannschaft während der Olympischen Spiele in München gegründet.

Details: http://de.wikipedia.org/wiki/GSG_9_der_Bundespolizei
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Beitrag#9von Karl Feldkamp » 8. Jul 2009 12:46

Hallo EmJu,
ich glaube ja immer noch, dass es zwischen GSG 9 und weniger wahrgenommenen Protesten
mit Gewöhnungseffekt etwas geben muss. Leider hat meine Phantasie dafür noch nicht gereicht.
Gruß
Karl
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Beitrag#10von EMJu » 8. Jul 2009 12:55

Nackt und nur mit einem Schild bewaffnet vorm Reichstagsgebäude stehen und 'So nicht!' schreien.
Aber da wären wir wieder beim Mut (den ich dafür auch nicht hätte).
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