Das Lachen

vorwiegend erzählende Gedichte, bei denen es nicht unbedingt auf lyrische Verdichtung ankommt (themenunspezifisch)

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Das Lachen

Beitrag#1von Minouche » 17. Jul 2007 00:29

Meine weißen Füße
Schwimmen in grauem Asphalt
Eine Illusion des Gehens
Im sprühenden Regen

Auf der glänzenden Straße
Hat der Tod die Konsistenz
Nasser Schmetterlingsflügel
Grauer Himmel entschuldigt
Nicht die Tränen
Die die hoffnungsvollen
Lichter löschten

Mama stirbt, sie will so gern
ich breche aller Rosen Köpfe ab
duftend, nicht verstehend
welken sie am Rand des Weges
dem sie fremd blieb
in schöneren Tagen

die Kinder blühen im Bett
ich lasse sie still wachsen
sanft flüstere ich
ihnen Träume ein
damit sie wütend sein dürfen
ohne traurig darüber zu sein

Schmerz ist eine Heckenrose
Mit bloßen Fingern gepflückt
Dornen in der Haut,
das fließende Blut,
weich, metallisch und schön
wie die Feder
der toten Taube
auf der Straße,
ein wenig fliegend
in meinem Haar –

das Lachen der Kinder im Regen.
If no one's right and no one's wrong
In between this we are learning much about evil

(Lisa Germano, My secret reason)
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Beitrag#2von Gast » 17. Jul 2007 15:39

nur mal so habe ich die ersten beiden strophen außer acht gelassen. ich fand, was ich suchte :-D
Gast
 

Lieber Michy...freue mich...

Beitrag#3von Minouche » 19. Jul 2007 00:32

wenn man das als "Freuen" sagen kann, dass du meine düsteren
Gedichte magst.

Die ersten beiden Strophen hast du beiseite gelassen.


Das geht mir mit so vielen Gedichten so.

Man findet manchmal nur strophenweise etwas.

Oft nur satzweise.
Manchmal finde ich Fragmente in Bildern.

Unmittelbar kommt das dann ganz nah heran, so dass ich manchmal
erschrecke.

Ganz selten mal, dass mich etwas wirklich in der Gesamtheit "umhaut".

Die "Madonna" von Munch ist so ein Bild.
"Die Stadt" von Max Ernst, ein Bild.
"Die Straße" von Cormack McCarthy.
Und "Kafka am Strand" von Haruki Murakami.
Und.....
es tut jeden Tag ein wenig schön weh....Harrouda von Tahar ben Jelloun. (das ist mein derzeitiger Schatz, ich lese jeden Tag ein kleines bisschen, um den Genuß herauszuzögern)

Huch, sorry, nun bin ich ins Schwärmen geraten.

Danke dir erstmal sehr sehr fürs Lesen!

Liebe Grüße,
Minouche
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