AN DEN „LIEBEN“ GOTT

vorwiegend erzählende Gedichte, bei denen es nicht unbedingt auf lyrische Verdichtung ankommt (themenunspezifisch)

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AN DEN „LIEBEN“ GOTT

Beitrag#1von Fritz Rainer Polter » 10. Apr 2010 14:22

10.04.2010

AN DEN „LIEBEN“ GOTT


Warum hast Du mir alles aus Blei gemacht?
Hättest Du meiner bedacht vor der Zeugung
und mich; ungeboren ruhend im Tümpel
Ewigkeit, durch Abspielen einer
DVD - oder was Du an Medien grad hattest -
gefragt; ob ich's wolle, was Du mir zugedenkst;
- hätt' ich gesagt:
„Hab Dank, Du großer, gütiger Gott
– ist Dir das Spott“?!
Bin ich für Dich nur klagend Fagott – statt
Klang im Orchester?
Oder gibst Du nun zu,
dass das hier schon meine Hölle ist?
Und die "Erdung" nur Täuschung und Strafverschärfung?
Doch, falls nicht: Nein danke; nicht nötig,
- weil tödlich. Bitte sei mir nicht also erbötig.
Halte den Ramsch in Pandoras Kiste,
verschone mich Sonderangebot,
behalte den Pfusch und lobe Dich selbst.
Du bist schlimmer als Satan – verzeih;
doch so denkt's in mir oft; hab ich bitter ver-hofft.
Und lass meine Spermie weitab vom Ei;
nimm meinen Kelch und trag ihn vorbei.
Verschone mich mit Geburt.
Lass mich bitte der Nacht und dem Schweigen.
Doch Du gossest schon Blei in die Form,
- abseits der Norm-, meiner Seele.
So beschwert, frißt sie, erdnah, nun:
- Deinen Dreck! Lass mich los und bleib weg;
sonst sage ich Dir; was ich weiterhin denk'
über Dich und Dein Werk;
Du mein „lieber“ Gott:
Bist halt doch nur ein Zwerg!


(Dafür möchte ich bitte keinen Kommentar.
Solche Momente gibt es und ich wollte sie wieder einmal
zu ihrem Recht kommen lassen. Darauf reduziert, wäre ich längst
nicht mehr da; und ein Gedicht ist halt nur - ein Gedicht;
eine Stimmung, ein Seelen-Augen-Blick; sonst nichts).





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Fritz Rainer Polter
 

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