Der Kuss im Glas des Mundes

vorwiegend erzählende Gedichte, bei denen es nicht unbedingt auf lyrische Verdichtung ankommt (themenunspezifisch)

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Der Kuss im Glas des Mundes

Beitrag#1von kata » 5. Dez 2006 04:38

Die Sonne brütet, das Sommergras glüht und
wild peitscht die Sehnsucht, reitet mich wild.

Mein Haar ist wie zu einem Heiligenschein
zerwühlt, dein Mund spinnt sich darin ein –
du suchst das ROT und findest meine Lippen,
Scharlachrubine, die sich mit nährenden Flammen
mit deinem Mund brennend verknüpfen.

Das Fleisch erhebt sich zu dir und diese niemals
befriedigte Sehnsucht durchbohrt unsere Gewände,
rasend, in pulsierenden Adern am Anfang ohne Ende.

Lippen verlieren sich in der Tiefe und finden sich erneut,
saugend im schweigenden Reden, warm und feucht,
im verschwisternden Hauch, während das süße
Gift im Glas des Mundes strömt. Es ist die Ambrosia.

Küss mich immer wieder und schicke deine Zunge
auf eine Pilgerfahrt, durch alle heiligen Plätze,
pressend, frontal, erhoben und ich beiße dich,
falls du versuchen solltest zu entfliehen.

Wild und heiß fordere ich dich auf, mit dem Kussspiel
noch einmal zu beginnen und das Verlangen zu schärfen,
mich mit deiner Zunge zu massieren und zu kitzeln.
Verfolge die weißen Kurven unter meinen Brüsten,
erkunde meinen Nabel und den geheimen Platz des Lotos.

Errege meine Lust, befriedige mich nicht. Noch nicht.
Mach mich wach für das Entfachen der Liebe zur Flamme,
schwimmend mit Rosen, schwanger mit der Lust.
Küsse mich überall, verwunde und heile mich,
auch wenn der letzte Himmel einstürzen sollte.

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"Der Kuss"
kata
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