Der Mann im vollen Mond

vorwiegend erzählende Gedichte, bei denen es nicht unbedingt auf lyrische Verdichtung ankommt (themenunspezifisch)

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Der Mann im vollen Mond

Beitrag#1von monehartman » 3. Mär 2012 17:12

heute Nacht nun wieder wandert Luna
durch den Kernschatten dieses Planeten
spiegelt sich als rote Ewigkeit
auf den weichen Wellen träumender Lustgewässer

der Mann dort oben
der Mann im vollen Blutmond
der leuchtet ihr jetzt wieder warm
sein Wollen auf die Lippen
ein Licht fliesst saftigsüss
meerestief in ihre Eingeweide
strömt von dort aus hochprozentig
durch sämtliche Körperzellen
fiebert im Hirn und brodelt
unter der Haut
bis ins südliche Reich ihrer Mitte

der Mann dort oben
der Mann im Mond
der atmet ihr aus kehliger Tiefe
ganz heiser ein vertrautes Wort ins Ohr
lockt ihr Herz mit Kirschenküssen
bis in die Exosphäre, zieht sie
mit einem einzigen Augenaufschlag
durch grosse Pupillen
in den interplanetaren Raum
wo dann vier Hände
wissend ineinanderfassen

über ihre Lippen gehn kosmische Dimensionen
Supernova im nächtlichen Himmel
der Mann im vollen Blutmond
das ein schöner Verwöhner
der schenkt ihr trunkene Ewigkeiten
in den Sekunden der kleineren Tode
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Re: Der Mann im vollen Mond

Beitrag#2von Ich bin zwei Öltanks » 4. Mär 2012 02:34

Ok, ich weiß, ich denke immer, es ginge ums Ficken, auch, wenns eigentlich nur um Bohnenernte oder Schieferplatten oder sowas geht.

Aber diesmal MUß es ums Ficken gehn. Ich meine, dieser eigentlich recht banale Fortpflanzungs-Akt wird von dir hier in einer Weise ausgeweidet, zelebriert und überformt, wie nur der weibliche Verstand mißzuverstehn in der Lage ist.

Wenn ich sowas lese, wird mir wieder klar, warum Sex gemeinhin als anzüglich gilt ... grenzt ja förmlich an Blasphemie, was du da (be)treibst.
Du BEtreibst nich nur, ich finde auch, du ÜBERtreibst.

"durch grosse Pupillen
in den interplanetaren Raum
wo dann vier Hände
wissend ineinanderfassen"

Ma ehrlich, sooooo gut kann das Gestochere gar nich werden. Ohne Drogen jedenfalls.

Ich finds unfreiwillig komisch.


NEIN, ICH BIN NICHT SEXUELL FRUSTRIERT!

Warum auch ... solange ACTA nicht gilt, bleibt YouPorn ja online.
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Re: Der Mann im vollen Mond

Beitrag#3von utensil » 4. Mär 2012 16:34

Hi Mone,
auch ich habe den Eindruck von einem erotischen Gedicht hier, allerdings von einem autoerotischen, also von Selbstbefriedigung - vielleicht auch unter Alkohleinfluss -, ausgelöst, stimuliert bei Vollmond (der 'blutige Vollmond', nun ja, dazu könnte man natürlich noch mehr interpretieren ...). Nun gut, ich könnte auch sagen: Liebe zu einem Astronauten mit intensiven Gedanken an ihn, derweil er auf dem Mond hockt und eine rote Kerze der gemeinsamen Liebe entzündet hat, aber das träfe es nicht ;) Auf jeden Fall sehr prätentiös und von daher nicht so mein Geschmack. Die Kirschenküsse - so meine sofortige, ganz eigene Assoziation im Text - klangen für mich wie ein Kirschkernkissen. Ich denke ähnlich wie Öli ... etwas abzuspecken wäre sicher nicht 'verkehrt'.

hier, im letzten Abschnitt ...

über ihre Lippen gehn kosmische Dimensionen
Supernova im nächtlichen Himmel
der Mann im vollen Blutmond
das ein schöner Verwöhner
der schenkt ihr trunkene Ewigkeiten
in den Sekunden der kleineren Tode

... fehlt, glaube ich, ein 'ist' in der drittletzten Zeile, oder ein 'scheint', was vielleicht zum Mond noch eher passen würde.

Viele Grüße
U.
Nichts ist weniger ergründbar als die Komplexität und der Facettenreichtum zwischenmenschlicher Beziehungen, und seien es Liebesbeziehungen.
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Re: Der Mann im vollen Mond

Beitrag#4von monehartman » 1. Apr 2012 12:45

hey ihr zwei, erstmal lieben dank für eure kommentare; sorry for delay!

naja klar, datt is wat mit fickerei undso. ich finds auch noch bildmässig überfrachtet/nicht immer passend, arbeite dran.
sagen wir mal: "rumgestochere" passt für das beschriebene erlebnis nicht so. manchmal hört man männer sagen: das alte rein-raus-spiel ist öde, da kann ich besser kurz onaniern. manchmal haben manche männer nach fünfzig minuten einen orgasmus und sagen oh sorry, das war jetzt nur ein quickie. na wie auch immer. es sollte tatsächlich etwas erotisches werden, muss aber noch deutlich überarbeitet werden. da bin ich dran. unfreiwillig komisch, kann sein, wegen der überfrachtung. ist ja aber auch schwer, etwas zu beschreiben, was sprachlos macht- da fehlen eben erstmal die passenden worte. lieber öltank, gestochere kann auch ohne drogen schonmal so galaktisch geraten, dass die als übertreibung empfundene darstellung tatsächlich eher ein understatement ist :typo_043:
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