Mann in Gelb (Traum)

vorwiegend erzählende Gedichte, bei denen es nicht unbedingt auf lyrische Verdichtung ankommt (themenunspezifisch)

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Mann in Gelb (Traum)

Beitrag#1von Minouche » 15. Feb 2008 00:38

Der Mann in Gelb
singt
mit tausend Kinderstimmen
Die Halle in der er schwebt
Gleicht Bauhaus-Architektur
In ihrem kühlen lichten Rund
Antiseptisches Weiß
Am Trepppengitter der Galerie
Hängen die Seelen
Von ein paar Blumenkindern
Die den Weg nach Hause nicht fanden

Der Mann in Gelb
ist nicht schlank
hat keine Haare auf seinem Kopf
doch seine Sinnlichkeit schmerzt mich
während seine
lichtlosen Augen
mein Gesicht finden
altere ich
bis mir das Fleisch von den Knochen fällt
zerfalle ich zu Staub
werde zum Dreck der Zeit
im Gesang ewigjunger Stimmen

Meine Haut ist das Pergament
das beschrieben wird
mit der nichtigen Ewigkeit
Ich friere im Licht
will blind sein und taub
im Vakuum
jahrmillionenalten Vergessens
und ich will nicht wissen
wer der Mann in Gelb ist
If no one's right and no one's wrong
In between this we are learning much about evil

(Lisa Germano, My secret reason)
Minouche
 
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