Metamorphose X-Y-Z

vorwiegend erzählende Gedichte, bei denen es nicht unbedingt auf lyrische Verdichtung ankommt (themenunspezifisch)

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Metamorphose X-Y-Z

Beitrag#1von bonanza » 23. Nov 2006 13:01

...



Der Joystick in der Manteltasche und
ein gefaltetes Blatt Papier
Implantate in Nase, Ohr und Mund
Stirnlinien
von Kunstfliegern gezogen
nach Wunsch Stimulation:
olfaktorisch, akustisch
gustatorisch
für die Augen habe ich eine Brille
multimedial scherze ich mit meiner
Iris

Die Nahrung nehme ich längst konzentriert
in Kapseln zu mir
ein Wildschwein ist rosarot
auch als Zäpfchen kompatibel
hi Obelix, ich liebe deinen
Hinkelstein in meinem Arsch
wohldosiert gelangen Opiate und Heroine
in das Fahrwasser meines Hirnstoffwechsels
ich kriege keinen mehr hoch
wozu auch?

Die Menschen züchten sich längst aus dem
Reagenzglas
die Wolken der Infantilie nehme ich mit in mein
Bett
und träume

Es bedarf nur noch zweier Schritte bis
zur Unsterblichkeit
Meine Generation ist noch zu labil
X-Y-Z
die Zeit vergilbt in meiner Manteltasche
ein gefaltetes Blatt Papier
mein letzter Kontakt zur vergänglichen
Welt
taktil

Z - wie zeitlos
14 Milliarden Jahre dauerte die Schwangerschaft
für ein Baby von Gott

.




</edit Admin, 27.7.09:> Ich hole diesen Text heute zwecks forenhistorischer Dokumentation aus dem Archiv und habe den Usernamen von bonanza von Hand wieder eingefügt, damit klar ist von wem der Text und die Autorenkommentare stammen. </edit>
Zuletzt geändert von bonanza am 23. Nov 2006 13:49, insgesamt 1-mal geändert.
bonanza
 

Beitrag#2von rosste » 23. Nov 2006 13:13

schöne bilder
so sind wir
und 14 milliarden jahre
waren immer noch nicht genug
wir sind labil
und werden es bleiben
zum glück nicht die ganze zeit
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rosste
 
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Beitrag#3von bonanza » 23. Nov 2006 13:48

gott liegt mit den menschen in starken wehen.
möglicherweise gibt`s eine totgeburt.

danke rosste.

bon.
bonanza
 

Beitrag#4von rosste » 24. Nov 2006 18:54

totgeburt - ja
und dann gibts da noch welche, die leben, leben, leben.

für mich ist das kein widerspruch: tod und leben ist der saft, aus dem die welt besteht. auch wir.
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Beitrag#5von bonanza » 24. Nov 2006 19:08

rosste, es ist kein widerspruch: leben und tod.
mit geburt verbinde ich alle übergänge.
am ehesten die übergänge, die uns zu einer seinsform höherer erkenntnis führen.
etwas muß vorher dafür sterben.
der tod ist dann nichts anderes als eine geburt aus der entgegengesetzten
perspektive betrachtet.

bon.
bonanza
 

Beitrag#6von Gast » 24. Nov 2006 19:11

Weit gereist

im Erkennen

bist Du Bon
Gast
 

Beitrag#7von NDK » 24. Nov 2006 21:11

"Es bedarf nur noch zweier Schritte bis
zur Unsterblichkeit"

... das würde vermutlich den Stillstand der menschlichen Evolution bedeuten. Keine gute Idee, wenn man bedenkt, wieviele wunderbar komplexe und dennoch stabile Systeme die Evolution schon hervorgebracht hat.

Deine Vision ist beeindruckend, Bonanza, aber meistens kommt es doch anders, als man denkt.

Liebe Grüße, NDK
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Beitrag#8von bonanza » 25. Nov 2006 19:20

stimmt, ndk, es ist nichts weiter als eine vision.
ich schrieb das gedicht, weil ich mich ab und zu mit dem gott-begriff, meiner sicht
auf den gott-begriff auseinandersetze.

danke für deine antwort.

bon.
bonanza
 


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