müller

vorwiegend erzählende Gedichte, bei denen es nicht unbedingt auf lyrische Verdichtung ankommt (themenunspezifisch)

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müller

Beitrag#1von rosste » 27. Dez 2006 01:05

sitzt in deiner bankreihe und stotterst bronchialblut
nur die wale hören auf dein largo pianissimo
der lehrer vorn ist ein sehr freundlicher
eigentlich ein priester mit ausbildung im sitzen
mit zartem schweiß zieht er dich an birken vorbei zum stuhl
ihr kennt euch wie zwei sportsfreunde
silbermedaille für den sieger
jetzt sage ich es: ich liebe ihn
oder er mich; das ist höhere schule, halleluja
sieben jungfrauen tragen die weinkrüge
direkt zum beatmungsgerät
sie sind die engel gegen das nierenversagen
müller schaut mich an – prophet aus eigenem hause
nichtraucher, kettenträger, kreuzbandriss
ich habe ihn eingeladen zum kriegspielen
und meinen frieden gefunden
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Beitrag#2von Gast » 27. Dez 2006 16:42

wozu namen nicht alles gut sind.
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Beitrag#3von rosste » 27. Dez 2006 17:11

ja
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Beitrag#4von Melusine » 28. Dez 2006 00:16

Ich verstehe es nicht und verstehe es doch. Intuitiv.

Den Titel verstehe ich nicht so ganz. Meinst du einen konkreten Patienten - und der Name ist quasi anonymisiert? Oder irgendeinen Patienten, dem du einen Namen gegeben hast?
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Beitrag#5von rosste » 28. Dez 2006 17:13

ich hatte einen traum von einem alten schulkameraden, der hieß müller.
gleichzeitig war ich dieser müller im traum.
dann die erlebnisse der intensivstation an diesem tag dazu.
meine arbeit ist nur die spitze des müllereisberges.
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Beitrag#6von Melusine » 28. Dez 2006 18:45

Ach so.
Stimmt, hätte ich mir denken können, dass das Gedicht auf einem Traum beruht. Deshalb kann man es auch nur intuitiv und nicht mit dem Kopf begreifen.
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Beitrag#7von rosste » 28. Dez 2006 18:58

vielleicht etwas von beidem, mel.
intuitiv etwas verstehen oder einfach machen, ist am besten.
warum den kopf aber ganz auslassen?
das gedicht soll nicht unlogisch sein - der kopf darf schon "prüfen", was da steht.
beim traum ist er ja auch mitbeteiligt.
vielleicht geht es bei solchen gedichten einfach darum, sich etwas einlassen zu können.
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