Stromlinie

vorwiegend erzählende Gedichte, bei denen es nicht unbedingt auf lyrische Verdichtung ankommt (themenunspezifisch)

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Stromlinie

Beitrag#1von Ich bin zwei Öltanks » 6. Okt 2008 10:37

Jung ist der Tag, jedoch längst nicht der jüngste.
Die Äcker ersuchen die Dienste des Gauls.
Der Akku ist alle.
Über Nacht nicht befüllt.
Blinken kann er, leisten will er nichts.
Lichtersignal gleichen Wehmutgeschwürs,
erhoben, bewegt, getrieben.
Kein Saft? Saft ist abgelaufen, so heißt es.
Wie dreist kann Saft sein,
abzulaufen statt aus-, einzugehen statt mit-
Frage ohne Zeichen
Laufen muß, springen will, beides benötigt.
Alles, nur kein Geblinke.
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Beitrag#2von Gast » 6. Okt 2008 11:37

:-P wermut war ne zeitlang sogar verboten :mrgreen:
ich kannte mal 1nen: :wink: Wermut-Helmut, - der ist deshalb auf doppelkorn bock kasten bier umgestiegen :(
:oops: lebt der eigentlich noch :?: :arrow: :!: Helmut :!: :!: Helmut... :roll:
Gast
 

Beitrag#3von Ich bin zwei Öltanks » 6. Okt 2008 11:57

Das ist ... toll. Denke ich ...
:eusa_shifty:
Vielen Dank für diese erhellende Wortmeldung.



Möchte vielleicht noch sonst jemand eine Meinung äußern?

Bitte ....
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Beitrag#4von Der Ohrenschützer » 6. Okt 2008 12:43

Ich sag mal, da sind Dir ein paar hervorragende Verdichtungen gelungen ("Frage ohne Zeichen", zB). Gefallen mir sehr gut, diese Teile.

Dazwischen empfinde ich es wieder stark plaudernd, schnodderig könnte man sagen - das zerreisst die Dichte der anderen Momente. Extrem spüre ich das bei dem Schluss "Alles, nur kein Geblinke".

Insgesamt also eine seltsame Mischung, die aber auch ihren Reiz hat. Wirkt auf mich wie "jetzt probier ich mal, ob ich eine Tiefenwirkung in ein Gedicht bringen kann", das teilweise gut umgesetzt werden konnte. Wenn der Eindruck richtig ist, würde ich dringend bitten, den Weg weiter zu beschreiten, weil die Richtung bei Dir starkes Potential hat. (Auch wenn's vielleicht nur das Potential ist, meinen persönlichen Geschmack zu treffen. Dafür ist's ja auch nur meine persönliche dringende Bitte. :mrgreen: ).
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Beitrag#5von Gast » 6. Okt 2008 13:25

:wink: wortmeldung?
öhrk: :mrgreen: ich kannte da auch noch n rudger hauer, die alte weißwurst, lampenbauer. doch davon 1 anderes mal am meer :mrgreen: denn ich lass euch für ne zeit alleine... :wink:
Gast
 

Beitrag#6von NDK » 6. Okt 2008 13:40

Dein Text liest sich erfrischend anders als die üblichen Herz-Schmerz-Jammer-Gedichte.
Es gibt hier keine Bilder, die einem von vornherein Interpretationen aufdrängen. Selbst solch ein monströses, bedeutungsschwangeres Wort wie Wehmutgeschwür(s?) klingt wie beiläufig in den Text gestreut, könnte somit alles und nix bedeuten.

Die Idee, Alltägliches mit lyrisch Überzeichnetem zu mischen, finde ich auf jeden Fall gut.
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Beitrag#7von Melusine » 6. Okt 2008 14:50

So melancholische Töne...? Ganz ungewohnt. Ich glaube, es geht um ein Telefon, das den Dienst verweigert, weil nicht ordnungsgemäß gefüttert, und nun ist das lyrische Ich traurig, weil Kommunikation unmöglich wird, hadert mit dem Schicksal und grollt wider besseres Wissen dem Gerät.

Die Grundstimmung, wie sie für mich rüberkommt: Ach verdammt, heute ist so ein Tag, da geht einfach alles schief, das Leben ist soooo gemein zu mir ...
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Beitrag#8von Antonia » 6. Okt 2008 16:02

:shocked: Schatz, geht es dir nicht so gut? Eigentlich bist du dann lyrisch immer am besten, finde ich.

Ich mag es gern, wenn Gemütszustände mit Metaphern der alltäglichen Sprache umschrieben werden.
Ist dir hier super gelungen.
Antonia
 


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