uns unruhe

vorwiegend erzählende Gedichte, bei denen es nicht unbedingt auf lyrische Verdichtung ankommt (themenunspezifisch)

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uns unruhe

Beitrag#1von rosste » 19. Jan 2007 01:20

habe heute im blut gebadet
abtrocknen hilft da nur wenig
es ist das nach außen geflossene architektenwunder
hämoglobinanstrich für verwundete
es riecht süß, nach alkohol und erbrochenem

draußen
die autos fahren zwei meter über dem boden
durch den stadtlärm sehe ich nur unscharfe hügel
dort oben steigen nachts die drachen
und ich habe einen biss in der linken schulter

er ist gestorben
ritterfrieden liegt auf seinem gesicht
einen moment wird es ganz still
dann
kämpfen wir weiter
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Beitrag#2von Dani » 22. Jan 2007 16:21

Hi rosste,
lese ich hier von postmodernen Siegfrieden?
(Schön an sich schon der Name: Ein Sieg in Frieden. Gibt es das überhaupt?)
Ein Siegfried hat wohl zu heiß gebadet ... Zum Glück hat er den Drachen nicht besiegt.
Aber auch unabhängig von Vorkommnissen in diversen Literaturforen finde ich dein Gedicht gelungen. Vor allem ist es stimmig. Und vielleicht von dir gar nicht im obigen Sinne gemeint.
LG, D.
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Beitrag#3von rosste » 22. Jan 2007 22:17

danke dani,
hatte beim schreiben an meinen patienten und mich gedacht.
erleichterung nach dem kampf des lebens für den patienten - für uns den ganzen rest - vivere militare est
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