Von Fröschen und Menschen

vorwiegend erzählende Gedichte, bei denen es nicht unbedingt auf lyrische Verdichtung ankommt (themenunspezifisch)

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Von Fröschen und Menschen

Beitrag#1von Dani » 18. Jan 2007 13:30

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Wir beobachten Frösche, meine Schwester und ich
Sie versucht über den Zaun zu klettern
um besser zu
sehen
Kinder ertrinken oft in Gartenteichen
oder geraten sonstwie in die Schußlinie
Ich halte ihre kleinen Hüften
damit sie nicht hineinfällt
Hallo! Frösche! ruft sie und wirft ein paar
Gänseblümchen
Ich überlege
ob es tatsächlich die Liebe ist
die uns von den Fröschen unterscheidet
Heinrich, der Wagen bricht!
Nein, es ist nur ein Band von meinem
Herzen
das da lag in Schmerzen
als ihr im Brunnen saßt, als ihr ein Frosch ward
Und verwandeln sich Frösche
die von Menschen geliebt werden
automatisch in Prinzen?
Das Auge des Betrachters kann sich täuschen
womöglich sind alle Menschen nur
Frösche
Es ist Paarungszeit
Der Froschmann läßt sich auf dem aufgeheizten
Rücken
seiner Froschdame nieder
Ein Gänseblümchen landet direkt vor ihnen
Wie ein Brautstrauß
Die kleine Kaulquappe in meinen Armen
versucht sich freizuschwimmen
Wenn sie erst Mal den Schwanz für ein paar
Beine
eingebüßt hat
wird sie ganz einfach über den Zaun hüpfen

Vielleicht bin auch ich bloß
ein Frosch



[in der LeLu 2004 von Denschie veröffentlicht; aus aktuellem Anlass wieder eingestellt (http://literarchie.plusboard.de/ueber-d ... -t588.html).]
Dani
 
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Beitrag#2von rosste » 20. Jan 2007 14:07

die reifung der kaulquappe zum frosch,
die befreiung aus dem tümpel, um dann über zäune springen zu können,
das kind, das im teich ertrinkt, um den traumprinzen zu finden,
die liebe als gemeinsamkeit von fröschen und menschen
der treue und mitleidende heinrich, der auch erst erlöst wird, wenn prinz wieder prinz ist...

Und verwandeln sich Frösche
die von Menschen geliebt werden
automatisch in Prinzen?
- ein klares "ja", dani!
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Beitrag#3von Dani » 22. Jan 2007 16:14

Lach, danke rosste! Irgendwie hast du es in deiner Nacherzählung genau so getroffen. Mist. Dichten ist doch bloß Qua(r)k und nicht wahrer als jeder andere Gedanke :)
Danke dir für deine Antwort!
LG, D.
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Beitrag#4von rosste » 22. Jan 2007 22:28

:) :( :) :(
dichten ist wie die unreifen gedanken hüpfen lassen wie frösche - haben sie ihren tümpel gefunden, kehrt frieden ein und ein quaken ist nicht mehr zu hören.
rossi
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