eine kleine geschichte meiner verluste bis zur ersten liebe

Juli/August 2010

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Beitrag#11von Ich bin zwei Öltanks » 23. Jul 2010 18:44

:-D Danke, nein. Als Ersatzbefriedigung aus großer Höhe zu springen wäre mir wohl auf Dauer zu teuer ... und den "Kick" vermisse ich nicht sonderlich.

Ich bin von Dosenöffnern jedweder Struktur einfach ungeheuer fasziniert. Neid mag dabei eine nicht unwesentliche Rolle spielen, jedoch rührt meine Faszination wohl primär daher, daß ich es ... beispielsweise in Bezug auf weiter oben erwähnten Bekannten ... nie geschafft habe, sein prinzipiell einleuchtendes und leicht zu durchschauendes Dosenöffnerprinzip adäquat zu kopieren.
Das gab mir häufig einen Stich. Irgendwas fehlte mir. Vielleicht die innerliche Zerrissenheit, diese aufbrausende Haßliebe zu mir selbst, die verfickt noch eins einfach zu bedeutsam ist, sie nur mit sich alleine im stillen Kämmerlein auszumachen. Eine ganz besondere Form des Narzismus ... oder wars mein Mangel an Ernsthaftigkeit? Meine prinzipielle Weigerung, für potientielle Fickgelegenheiten mein Gefühlsleben nach außen zu kehren?
Jedenfalls hab ichs irgendwann aufgegeben, Dosenöffner werden zu wollen und beschlossen, ab sofort nur noch zu begatten, was sich aufrichtig um Öffnung meiner eigenen Dose bemüht. Qualität statt Quantität ... kann mich ja auch eigentlich nicht über die Ergebnisse dieser Lebensweise beklagen. Aber die Stiche bleiben ... etwas versucht und nicht geschafft zu haben ...
Wettbewerbscharakter und Stolz und sowas alles. Braucht keine Sau, is abber halt nun mal Teil des Lebens.

Trotzdem ... nett von dir, daß du mitfühlst. :green_025:
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Beitrag#12von bonanzamargot » 23. Jul 2010 19:01

ich erhielt auch viele stiche in meinem leben, öli, z.b. weil ich nie 100 meter unter 12 sekunden lief, oder weil es menschen gab, die auf dem mond waren, und ich nicht. oder weil ich ... viele jahre gemüse verabscheute, dabei wäre es gesund für mich gewesen.
tut mir also leid, dass du diesen stich erhieltst. ich fühle mit dir. jeder halt nach seinen voraussetzungen.
ich präferiere schon lange die qualität vor der quantität. was glaubst du, warum ich gegen die kernkraft bin?!
was frauen angeht ist es ja auch wie mit der radioaktivität. manche liebschaften haben eine verdammt lange halbwertszeit ..., und man ist schnell für`s leben verseucht. ich hoffe, dir passierte es nicht.
ne, du kannst einfach nicht ertragen, dass es bessere stecher gibt. aber, baby, ich kann dich beruhigen, es wird immer bessere stecher geben. das muß ja nun auch michael schumacher in seinem mercedes erkennen.
gut, er hat die ganzen pokale, aber ich glaube nicht, dass sie ihn für immer glücklich machen.

ich mag rivalitäten zwischen männern nicht, außer ich bin der beste (lach!).
im ernst, ist doch alles kinderei.
bonanzamargot
 

Beitrag#13von Öli » 23. Jul 2010 21:01

ne, du kannst einfach nicht ertragen, dass es bessere stecher gibt.

Dosen aufmachen und in offenen Dosen rumstochern sind zwei gänzlich unterschiedliche Wettkampfdisziplinen.
Aber ... klar ... egal, wie gut man was kann, es gibt immer irgendwo einen Besseren.
Das zu ertragen, kann schwer sein. Wer es jedoch schafft, bon zu ertragen, dem kann so schnell nix mehr erschüttern.

Insofern ... nochmals danke. :green_025: :green_025:
Öli
 

Beitrag#14von Gast » 23. Jul 2010 21:21

Quatsch, Dosen öffnen und so!
Dosen haben geöffnet zu sein und wenn nicht, Ausgehuniform angezogen und man wird sehen.
Hat bei Baldur von Schirach ja auch gefunktst und bei diversen Luftwaffen-Feldwebeln.

Nur, vorher die Haare gekämmt oder einfach seinen eigenen Text einfach nochmal durchgefingert.
Gast
 

Beitrag#15von Der Ohrenschützer » 28. Jul 2010 21:43

Ich find quaulquappen schöner als Kaulquappen. Erstens gehören sie klein geschrieben, ist wohl logisch - und zweitens sieht's mit K immer so aus als ob sie fast kraulen könnten (oder man sie kraulen könnte), es fehlte ihnen nur noch ein winziges r dazu.

Aber weg von den Formsachen zum Inhaltlichen: Unbeschwert und ungekünstelt, locker, kein Anspruch auf Meisterschaft und vielleicht gerade deshalb schön zu lesen. Und einiges zwischen den Zeilen. Da beschreibt einer, wie er sich selbst sieht oder sah; oder besser, der mit dem Kopf mit dem Verlust im Leben umgehen gelernt hat und sich von den trotzdem auftretenden Stichen im Herzen überraschen lässt. So kam's bei mir an.
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Beitrag#16von bonanzamargot » 29. Jul 2010 10:51

danke fürs lesen, ohrenschützer. ich sehe den text als übungstext an. mir gefällt er aber auch ganz gut. die ein oder andere feinheit könnte ich noch ausbessern. was die form angeht sowieso. wenn ich was schreibe, will ich mir keinen abbrechen. es soll mir spaß machen. solch ein text entwickelt sich vom ersten satz, bis ihm die luft ausgeht.

ja, verluste und verlustschmerz gehören zu den ersten erfahrungen im leben, und wenn es die milchzähne sind, die einem heraus fallen (die vergaß ich ganz zu ewähnen im text).
verlust begleitet uns das ganze leben lang. mal mehr, mal weniger. es kann mitunter sehr schwer sein, damit klar zu kommen. vorallem menschliche enttäuschungen können schwer an einem nagen - in der liebe und in der freundschaft. nicht nur kinder können grausam sein. wenn es ein konto für menschliche verluste gäbe, wäre ich darin ganz gut begütert.
zwischendurch gewinnt man aber auch im leben. auch selbstüberwindung ist ein gewinn.
menschen, die sich (mehr) zu den verlierern zählen, sind mir sympathischer als die sogenannten gewinnertypen. in meinen augen ist ein guter verlierer menschlich höher einzuschätzen als ein (schlechter) gewinner. das ergebnis spiegelt nicht immer die leistung wider.
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Re: eine kleine geschichte meiner verluste bis zur ersten liebe

Beitrag#17von hg » 29. Aug 2011 07:20

ich finde deinen text etwas vom besten was ich von dir gelesen habe. obwohl ich das den sex auch gern mag, habe ich das gefühl, dass er alles weitere an begegnung ersetzen soll. die frauen, wenn sie mich im mark berühren, bringen mich immer noch zu den weichen knien, nur, ich behalte es für mich. ich warte bis der sturm vorüber ist. die liebe, ein unerreichbar ding? ich kenne mich da nicht aus. selbstzerfleischen will ich mich wegen meiner behinderung nicht. ich gehe mit meinem unvermögen. wer behindertenfeindlich ist und davon noch zu schreiben wagt, warum eigentlich ärgere mich über so jemanden bis aufs blut?

lggh

ps. nochmals bleib dir in deinem schreiben treu, das was dir gelingt, soll für sich selber sprechen. manchmal habe ich das gefühl, du fühlst dich für zuviel verantwortlich.
hg
 
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Re: eine kleine geschichte meiner verluste bis zur ersten liebe

Beitrag#18von bonanzamargot » 29. Aug 2011 10:37

was gräbst du denn alles heute morgen aus, hg?
behindertenfeindlich? weiß jetzt nicht, wo hier was behindertenfeindliches steht.

danke für deine antwort. das mit den frauen - man muss es ironisch sehen.

sowieso bleibe ich meinem schreiben treu ... und nebenbei mir selbst auch. und für viel mehr bin ich auch nicht verantwortlich.
bonanzamargot
 

Re: eine kleine geschichte meiner verluste bis zur ersten liebe

Beitrag#19von hg » 30. Aug 2011 09:34

bonanzamargot hat geschrieben:was gräbst du denn alles heute morgen aus, hg?
behindertenfeindlich? weiß jetzt nicht, wo hier was behindertenfeindliches steht.

danke für deine antwort. das mit den frauen - man muss es ironisch sehen.

sowieso bleibe ich meinem schreiben treu ... und nebenbei mir selbst auch. und für viel mehr bin ich auch nicht verantwortlich.


lieber bon

lass mich doch graben. bei dir war nichts von behindertenfeindlich zu lesens, es war von einem vorredner unter dem kommentar zu deinem text. deine antwort zur "verantwortung" passt schon.

lghg
p.s. ich finde redest zuviel vom ficken, was ich ja sehr mag (das vögeln). manchmal denke ich, es das einzige was mann und frau noch verbindet.
hg
 
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Re: eine kleine geschichte meiner verluste bis zur ersten liebe

Beitrag#20von bonanzamargot » 30. Aug 2011 13:37

zumindest ist es das lustvollste, was mann und frau verbindet. ich finde nicht, dass ich viel vom ficken rede. vielleicht in der auswahl meiner texte und gedichte, die ich in literarchie poste. da habe ich keinen überblick.
bonanzamargot
 

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