oder: Die Geschichte des Ohrenschützers
Es begann mit kalten Ohren.
An einem eisigen Wintertag des Jahres 1873 wollte Chester Greenwood, ein 15jähriger Bauernbub aus Maine, seine neuen Schlittschuhe ausprobieren. Die Kälte biss ihm gar grausam in die großen, nackten, abstehenden Bubenohren. Der arme Kerl hatte nämlich eine Schafwollallergie und konnte deshalb keine Mütze tragen.
"Verfickte Scheiße", murmelte Chester. (Es war zwar eh keiner in der Nähe, also hätte er das ruhig laut sagen können - aber wer häufig die Ohrwaschln lang gezogen kriegt, wird nun mal vorsichtig, schon gar wenn die eh grad höllisch wehtun.)
So machte das Schlittschuh Laufen jedenfalls echt keinen Spaß. Eine Lösung musste her. Und zwar sofort!
Chester rannte also nach Hause, suchte ein paar Sachen zusammen, die man auf einer Farm halt so findet, und bastelte sich mit Unterstützung seiner Oma aus Fellpuscheln und Draht einen kuschelig warmen Schutz für seine eiskalten Öhrchen: den ersten Ohrenschützer der Welt.
Der war so toll, dass alle Kinder im Dorf augenblicklich auch sowas haben wollten.
1877, mit nur 18 Jahren, meldete Chester seine Erfindung beim US-Patentamt an, baute wenig später eine Fabrik und wurde mit seinen Ohrenschützern reich und berühmt. 1936, kurz vor seinem Tod, wurden davon jährlich 400.000 Stück produziert und eine ganze Menge Leute in der Umgebung konnten davon leben.
Wenn das der Held des EAV-Songs "Ohr-Troubles" bloß gewusst hätte... dann hätt er wohl nicht gejammert:
- In der Schule war mir klar, daß man kein Mädel find',
wenn man Ohren hat wie zwei Segel im Wind!
Der "Greenwood Champion Earprotector" war ja auch "Blizzard Proof". Kein Wunder, dass bis heute selbst der heftigste Sturmwind unseren geschätzten - äh - geschützten Öhrchen nichts anhaben kann.







